Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich: Politischer Interventionsversuch bei Puls24 gefährdet die Pressefreiheit

Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich: Politischer Interventionsversuch bei Puls24 gefährdet die Pressefreiheit

Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich: Politischer Interventionsversuch bei Puls24 gefährdet die Pressefreiheit

Ein Untergriff des Bundeskanzlers gegenüber der Puls24-Journalistin Alexandra Wachter wurde aus dem Gespräch entfernt. „Solche Eingriffe in die unabhängige Arbeit von Redaktionen sind nicht tragbar“, kritisiert Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich.

Bei dem am Dienstag (21.7.) aufgezeichneten Interview konfrontierte Puls24-Moderatorin Alexandra Wachter Kanzler Sebastian Kurz mit einem Zitat zu seinem Verhandlungs-Stil beim vergangen EU-Gipfel, der international für Reaktionen gesorgt hatte. Kurz reagierte ungehalten, entgegnete: „Aber Sie haben ja ein eigenes Hirn“. Die für den Kanzler unvorteilhafte Passage wurde aus dem ausgestrahlten Interview geschnitten, inzwischen aber nachträglich online gestellt. Gegenüber der APA zeigten sich Teile der Puls24-Redaktion mit der zuerst erfolgten Entscheidung, die Passage herauszuschneiden, sehr unglücklich.

Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich ist angesichts dieser Intervention sehr besorgt. „Die Entscheidung darüber, welche Passagen eines Interviews veröffentlicht werden, muss immer allein bei der Redaktion liegen. Versuche aus der Politik, das zu beeinflussen, verurteilen wir auf das Schärfste“, stellt Rubina Möhring klar. „Medien sind nicht Transportvehikel der Politik, sondern müssen unabhängig agieren. Das ist nicht nur Teil der Pressefreiheit von Journalistinnen und Journalisten, sondern auch ein Grundrecht der Bürgerinnen und Bürger auf freien Informationszugang. Wir fordern von der Regierung ein Bekenntnis zur Medien- und Informationsfreiheit. Dies im Sinne unserer Verfassung und unseres Rechtsstaates.“

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