Press Freedom Award geht an investigatives Netzwerk BIRN und Gründerin Gordana Igric

Press Freedom Award geht an investigatives Netzwerk BIRN und Gründerin Gordana Igric

Press Freedom Award geht an investigatives Netzwerk BIRN und Gründerin Gordana Igric

BIRN, das Balkan Investigative Reporting Network, und dessen Gründerin Gordana Igric sind PreisträgerInnen des von Reporter ohne Grenzen Österreich ausgeschriebenen „Press Freedom Awards – A Signal for Europe“ für couragierten, investigativen Journalismus in Ost- und Südosteuropa. Der Haupt-Preis ist mit 4.000 Euro dotiert.

Die Auszeichnungen wurden der Gründerin Gordana Igric (Ehrenpreis) und der heutigen Leiterin des Netzwerkes BIRN, Marija Ristic (Hauptpreis; im Bild), vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie im Rahmen einer Online-Veranstaltung am 1. Oktober 2020 verliehen. Marija Ristic und der Präsident des Vorstandes von BIRN, Tim Judah, waren dabei zugeschaltet und nahmen auch den Ehrenpreis für Gordana Igric stellvertretend entgegen. Musikalisch stimmungsvoll untermalt wurde die Verleihung durch MusikerInnen, die zwei Werke der österreichischen Komponistin Gabriele Proy zur Aufführung brachten: „Thorium“ und „Uchisar“. Dargeboten worden sind die Werke von der Cellistin Ana Topalovic und dem Akkordeonspieler Milos Todorovski.  

„Wir fühlen uns sehr geehrt“, so Marija Ristic über den Preis. „Es ist gerade eine kritische Zeit in unserer Region, in der Medien häufig durch politische oder wirtschaftliche Einflüsse behindert werden. Der Preis ist eine Ermutigung und gibt uns mehr Motivation, unsere kompromisslose Berichterstattung fortzusetzen, trotz ständiger Angriffe auf unsere JournalistInnen und trotz des Drucks, der nicht nur auf BIRN, sondern viele andere unabhängige Einrichtungen ausgeübt wird.“   

Ristics Vorgängerin, die Journalistin Gordana Igric, gründete 2004 das journalistische Netzwerk BIRN mit Sitz in Sarajewo und leitete dieses bis Mai 2018. „Sie hat damit eine enorme und schier unglaubliche Pionierarbeit geleistet“, so Rubina Möhring, die Präsidentin von „Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich“ und Moderatorin der Online-Veranstaltung. „Das Ergebnis ist eine Meisterleistung. Inzwischen hat dieses von ihr aufgebaute, panbalkanische journalistische Netzwerk Büros in Albanien, Bosnien & Herzegowina, im Kosovo, in Nord-Mazedonien, Rumänien und Serbien. Die Veröffentlichungen der BIRN-Berichte erreichen zudem auch Medien in der Ukraine, in Bulgarien, Griechenland und Kroatien, in Moldawien und Montenegro, in Polen und Slowenien sowie in Tschechien“, sagt Möhring. Die Wirkungsbereiche von BIRN erstrecken sich mittlerweile also auch auf Mitteleuropa. „Wir arbeiten dort mit JournalistInnen gemeinsam an Beiträgen, die sich auf Rechtsstaatlichkeit, Medienfreiheit und Demokratie konzentrieren“, so Marija Ristic. „Wir werden künftig auch mehr über das Thema der ,Digitalen Rechte‘ in Süd- und Osteuropa berichten“, erläutert die Preisträgerin. 

„Demokratiepolitischer Journalismus im besten Sinne des Wortes“

„BIRN tritt ein für Menschenrechte, Demokratie und Gerechtigkeit für die Opfer von Kriegsverbrechen in der Balkanregion. Das ist demokratiepolitischer Journalismus im besten Sinne des Wortes”, sagt Wolfgang Petritsch, Laudator bei der Online-Veranstaltung und Außenpolitik-Experte mit dem Schwerpunkt Süd-Ost-Europa. Die Vergabe des „Press Freedom Awards – A Signal for Europe“ an BIRN wurde zudem von der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) sehr gelobt.

Der Press Freedom Award

Reporter ohne Grenzen verleiht in Österreich traditionell seit 2001 den Press Freedom Award – A Signal for Europe“ an ReporterInnen, JournalistInnen und PublizistInnen in Mittel- und Südosteuropa und den Nachbarstaaten der Europäischen Union.

Ausgezeichnet werden kritische bzw. aufklärende sowie investigative Publikationen zu Themen der Demokratiepolitik, Pressefreiheit und Meinungsvielfalt, Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Sozialkritik, Gesellschaftspolitik oder anderen verwandten Inhalten. Zielgruppe des Awards sind prinzipiell alle PublizistInnen, unabhängig von Status und Alter. Zielsetzung ist es, Qualitätsjournalismus zu fördern und kritische JournalistInnen in ihrer Arbeit anzuerkennen und zu unterstützen. Der Preis macht Menschen sichtbar, die aktiv für demokratische Werte arbeiten und leben.