Fragwürdige Berichterstattung zu Terror in Wien: Presserat leitet gegen Medien Verfahren ein

Fragwürdige Berichterstattung zu Terror in Wien: Presserat leitet gegen Medien Verfahren ein

Fragwürdige Berichterstattung zu Terror in Wien: Presserat leitet gegen Medien Verfahren ein

Wichtiges Signal im Hinblick auf die Menschenwürde: Der Senat 2 hat in einer Sondersitzung die 1500 Beschwerden zur Berichterstattung über den Terroranschlag in Wien behandelt. Er hat beschlossen, gegen mehrere Medien Verfahren wegen möglicher Verstöße gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse einzuleiten.

Geprüft werden insbesondere Videos, auf denen der mutmaßliche Attentäter während der Tat zu sehen ist. Auf zwei dieser Videos wurde festgehalten, wie ein Opfer erschossen bzw. wie ein Polizist niedergeschossen wird. Bei diesen beiden Videos stehen Fragen zum Persönlichkeitsschutz der Opfer und der Angehörigen im Fokus (Punkt 5 des Ehrenkodex). Der Senat wird außerdem untersuchen, inwieweit die Veröffentlichung von Videomaterial unmittelbar nach dem Anschlag den Polizeieinsatz hätte gefährden können.

Auch in weiteren Verfahren geht es um den Opferschutz, etwa in Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Fotos, auf denen Verletzte und Blutlachen nach dem Anschlag zu sehen sind. Die betroffenen Medien werden die Beschlüsse in den nächsten Tagen erhalten; sie können innerhalb von zwei Wochen dazu schriftlich Stellung nehmen.

Am 15.12. wird der Senat dann die Verhandlungen zu den Verfahren durchführen. Die betroffenen Medien können daran teilnehmen und haben die Möglichkeit, sich zu äußern. Im Anschluss wird sich der Senat beraten und seine Entscheidungen treffen, die schriftlich an die Medien versendet und dann zudem veröffentlicht werden.