ROG kritisiert chinesische Pläne für neue PC-Filtersoftware

ROG kritisiert chinesische Pläne für neue PC-Filtersoftware

Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert Chinas Plan, nur noch Computer mit
einer Filtersoftware zum Verkauf zuzulassen. Nach Angaben der Regierung
ermöglicht die Software den Schutz von Jugendlichen vor “schädlichen”, vor
allem pornografischen Inhalten. Einer Entscheidung des Ministeriums für
Informationstechnologie zufolge müssen Computerhersteller die “Green Dam –
Youth Escort”-Software ab dem 1. Juli installieren.

ROG ist beunruhigt über diese neue Dimension von Zensur: “Diese Filter
lassen sich leicht auf nicht pornografische, insbesondere politische Inhalte
ausweiten und stellen daher eine Gefahr für die freie Meinungsäußerung dar.
Bisher war es Internetnutzern möglich, die von China gesperrten Webseiten
durch eine Software zu umgehen. ‚Green Dam’ wurde dazu entwickelt, dies in
Zukunft zu verhindern.”

ROG fordert die Hersteller von Computern dazu auf, sich der Anweisung Chinas
zu widersetzen: “Jeder Hersteller, der ‚Green Dam’ installiert, ist aktiv an
der Zensur beteiligt”, so ROG.


Das Ministerium für Informationstechnologie gab heute bekannt, dass alle
Computerhersteller auf dem chinesischen Markt im Mai aufgefordert wurden,
den Beschluss umzusetzen. Laut einem Bericht des Wall Street Journal werden
die Computer über “Green Dam” mit einer ständig aktualisierten Sperrliste
verbunden, um den Zugang zu festgelegten Webseiten zu verhindern.

Die Hersteller Lenovo, Inspur und Hedy haben die Software offenbar auf 52
Millionen Computern installiert. “Green Dam” steht auch als Download zur
Verfügung. Seit März 2009 wurde die Software bereits drei Millionen Mal
heruntergeladen, an 2.279 Schulen verwendet und auf 518.000 Computern
installiert.

Derweil hinterlassen die Online-Zensurmaßnahmen anlässlich des 20.
Jahrestags des Tiananmen-Massakers am 4. Juni immer noch Spuren: Eine Reihe
von Webseiten wie YouTube, WordPress und Blogger sind weiterhin
unzugänglich. Dagegen sind Twitter, FlickR, Hotmail, Wikipedia und Radio
Free Asia seit dem 8. Juni wieder erreichbar.

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