Reporter ohne Grenzen verurteilt Verhaftung und Einschüchterung somalischer Journalisten

Reporter ohne Grenzen verurteilt Verhaftung und Einschüchterung somalischer Journalisten

 

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist schockiert über die anhaltende Verfolgung und Einschüchterung des Direktors des somalischen Radios „Radio Danan”, Mohammed Bare, seitens des Somalischen Nationalen Geheimdienstes (NISA).

 

Mohammed Bare wurde am 13. Februar aus der Haft entlassen, nachdem er drei Tage lang gefoltert und eingesperrt in einem Gefängnis in Mogadischu verbrachte. Bare hatte auf der Webseite des Radiosenders Fotos veröffentlicht, die den Vizepräsidenten der Region Lower Shabelle zeigten, wie er von einer Bombe verletzt worden war. Gemeinsam mit Ibrahim Mohamed Ali, Direktor von “Radio Haatuf” und dem Techniker Abdikarim Fiidow von “Radio Antenna” war er am 11. Februar auf der Straße verhaftet und zum Hauptquartoer der NISA in der Hauptstadt Mogadischu gebracht worden.

NISA in der Hauptstadt Mogadischu gebracht worden.

In den drei Tagen der Inhaftierung wurde ihnen unter anderem mit dem Tod gedroht, sollten sie weiterhin kritisch über die somalische Regierung berichten. Mitarbeiter der NISA drangen in die Redaktionsräume von “Radio Danan” ein und bedrohten weitere Mitarbeiter, sollten sie über die Verhaftung ihres Chefredakteurs berichten.

Aber auch nach der Entlassung am 13. Februar brachen die Drohanrufe und Einschüchterungsversuche gegenüber Mohammed Bare nicht ab. Für Cléa Kahn-Sriber, Mitarbeiterin des Afrika-Büros von Reporter ohne Grenzen, entspricht das der leider üblichen Vorgehensweise gegenüber kritischen Journalisten in Somalia: „Mit wiederholten und willkürlichen Verhaftungen und Drohungen will man die Medien, in diesem Fall Radio Danana, mundtot machen”, so Kahn-Sriber. „Der Geheimdienst scheint es auf die Medien abgesehen zu haben, obwohl es ganz andere Sicherheitsprobleme im Land gibt, um die sie sich kümmern sollten”, so Kahn-Sriber weiter. „Die neue Regierung sollte eher für die Sicherheit der Journalisten garantieren, statt sie weiterhin verfolgen und einsperren zu lassen”.

Somalia steht auf Platz 176th von 180 Ländern auf der Rangliste von Reporter ohne Grenzen.

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