Iran: Regierung blockiert Google und Gmail/Nationales Internet wird forciert

Iran: Regierung blockiert Google und Gmail/Nationales Internet wird forciert

Die iranische Regierung hat den Zugang zur Internet-Suchmaschine „Google” und dem E-mail Programm „GMail” blockiert, so eine Mitteilung am vergangenen Sonntag. Die Sperre sei eine Reaktion auf das Schmähvideo aus den USA, das den Propheten Mohammed verunglimpft und zu vielen Protesten geführt hatte, so Abdolsamad Khoramabadi, Chef des iranischen Internet-Komitees, das über Blockaden von Webseiten entscheidet.

Reporter ohne Grenzen (ROG) bestätigt die teilweise Blockierung der genannten Seiten. “Abhängig von Region und Internet-Provider gibt es teilweise Blockaden von Google und Gmail”, so ROG. “Darüber hinaus gibt es jedoch auch Probleme mit einigen sogenannten Virtual Private Networks (VPN), das sind Netzwerke zur Umgehung von Internetzensur. Einige von ihnen funktionieren nun nicht mehr”, so ROG weiter.


Seit 2009 ist im Iran bereits der Zugang zum Webportal „Youtube” blockiert. Präsident Mahmud Ahmadinedschad wollte damit die Verbreitung von Bild- und Tonmaterial über die Proteste gegen seine umstrittene Wiederwahl verhindern.

Die nunmehrige Blockade von „Gmail” geht zeitlich einher mit der Einführung eines von der Regierung bereitgestellten “Nationalen Internets”.Hierzu gehört auch ein nationales E-mail Programm, das allerdings an rigide Methoden zur Überprüfung der Identität der Nutzer gekoppelt ist.

“Es sieht sehr danach aus, als wolle die iranische Regierung mit der Blockade von Gmail mehr Nutzer zum Umstieg in das nationale E-mail Programm bewegen”, so Reporter ohne Grenzen.

Seit dem 22. September sind alle iranischen Regierungsbehörden und Ämter an das nationale Internet angeschlossen.

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