Erst jetzt bekanntgeworden: Syrischer Cartoonist Akram Raslan starb 2013 in Haft

Erst jetzt bekanntgeworden: Syrischer Cartoonist Akram Raslan starb 2013 in Haft

arton48382-2a757Reporter ohne Grenzen (ROG) ist schockiert über die Nachricht, dass der syrische Cartoonist Akram Raslan anscheinend bereits vor zwei Jahren an Misshandlungen und Folter des syrischem Regimes als Insasse in einem syrischen Gefängnis gestorben ist.

Der 1974 geborene Dissident Raslan wurde 2012 in den Redaktionsräumlichkeiten der staatlichen Zeitung „Al-Fida’a“ in der Stadt Hama festgenommen wegen eines kritischen Cartoons über den Präsidenten Baschar Hafiz al-Assad. 2013 wurde Raslan dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor ein Terrorismusgericht gestellt. Nach Angaben des Cartoonists Rights Network International wurden weder Zeugen noch ein Anwalt der Verteidigung zugelassen. Seit seiner Verhaftung haben weder Familie noch Freunde etwas von Raslan gehört. Sein Tod wurde nun durch einen Zeugen, der ihn im Jahr 2013 in einem Gefängniskrankenhaus gesehen hatte, der Öffentlichkeit bekannt. Raslan starb vermutlich an den Folgen schwerer Misshandlungen und Folter durch das syrische Regime während seiner Haft.

„Der Tod von Akram Raslan als Folteropfer des syrischen Regimes zeigt wieder einmal, wie schlimm es für die Meinungsfreiheit und vor allem für die Journalisten in Syrien in den vergangenen vier Jahren geworden ist“, so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich.

Reporter ohne Grenzen fordert daher die UN Sicherheitsrat auf, Syrien vor den Internationalen Strafgerichtshof zu stellen. „Journalisten sind in diesem Land gefangen zwischen dem Terror der radikalen IS Miliz auf der einen Seite und dem brutalen Regime von Assad auf der anderen“, so Möhring weiter.

Akram Raslan publizierte seit 2011 regelmäßig anonym kritische Cartoons auf Nachrichten-webseiten wie Al-Jarida und Al-Jazeera, aber auch auf seinem eigenen Blog und in sozialen Netzwerken.

slideakram-2-61081

In Syrien war er berühmt dafür, dass er sich mutig für die syrische Bevölkerung einsetzte und repressive Praktiken des syrischen Regimes scharf kritisierte.

Syrien steht auf Platz 177 von 180 Ländern auf der Weltrangliste von Reporter ohne Grenzen. Es ist damit eines der gefährlichsten Länder weltweit für Journalisten. Seit dem Beginnt es Krieges in Syrien sind mindestens 47 Journalisten und 135 online-Journalisten in dem Land ums Leben gekommen.

Visit Us On TwitterVisit Us On Facebook