Einladung zur Mahnwache: Gerechtigkeit für Daphne Caruana Galizia

Einladung zur Mahnwache: Gerechtigkeit für Daphne Caruana Galizia

Einladung zur Mahnwache: Gerechtigkeit für Daphne Caruana Galizia

Am 16. Oktober jährt sich zum zweiten Mal der brutale Mordanschlag auf die maltesische Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wer die Autobombe platziert hat, die Galizia das Leben kostete, und wer die Drahtzieher des Attentats sind. Der perfide Mord war auch ein Anschlag auf die Pressefreiheit und auf das Informationsrecht der Bürger*innen des EU-Landes Malta.

Anlässlich des Todestags von Daphne Caruana Galizia halten das International Press Institute (IPI), Reporter ohne Grenzen Österreich und der Presseclub Concordia eine Mahnwache ab, um der Journalistin zu gedenken. Dabei werden die Organisationen einen an Maltas Botschafter adressierten Brief überreichen, in dem sie die lückenlose Aufklärung des Verbrechens fordern.

Wann: Mittwoch, den 16.10.2019, um 10:00 Uhr

Wo: vor der Botschaft der Republik Malta, Opernring 5/1, 1010 Wien

Am selben Tag finden weitere Mahnwachen in der maltesischen Hauptstadt Valletta, in London, Brüssel und anderen europäischen Städten statt.

Zeigen wir den maltesischen Behörden gemeinsam, dass wir nicht ruhen, bis Daphne Caruana Galizias Mörder zur Verantwortung gezogen wurden!

HINTERGRUND

Am 16. Oktober 2017 verließ Daphne Caruana Galizia ihre Wohnung in Bidnija im Norden Maltas und stieg in ihr Auto. Sie startete den Motor und fuhr los. Wenige Momente später zündete die Bombe, die unter dem Fahrersitz platziert war. Galizia starb mit 53 Jahren und hinterließ drei erwachsene Söhne. Die Journalistin hatte mehrmals zuvor wegen Morddrohungen Anzeige erstattet, zuletzt zwei Wochen bevor sie durch eine Autobombe von Unbekannten getötet wurde.

Daphne Caruana Galizia war eine der bekanntesten Investigativjournalistinnen Maltas. Ihr Blog „Running Commentary“ wurde mit 400.000 Aufrufen pro Tag häufiger gelesen, als die maltesischen Zeitungen, für die sie von Zeit zu Zeit arbeitete. Galizia schreckte nicht davor zurück, über kontroverse oder heikle Themen zu schreiben. Im Jahr vor ihrem Tod hatte sie im Rahmen der Enthüllungen der Panama-Papers aufgedeckt, dass zwei enge Mitarbeiter von Maltas Premierminister Joseph Muscat Offshore-Konten in Panama und Trusts in Neuseeland eröffnet hatten.

Die Ermittlungen der maltesischen Behörden sind auch knapp zwei Jahre nach ihrem Tod noch immer nicht vorangekommen. Wenige Monate nach dem Attentat wurden drei Tatverdächtige festgenommen, doch ihr Prozess hat noch immer nicht begonnen und über das Motiv und den oder die Auftraggeber ist weiterhin nichts bekannt. Unterdessen laufen Dutzende posthume Verfahren wegen Verleumdung gegen Galizias Hinterbliebene. Gleich mehrere maltesische Regierungsmitglieder hielten noch lange nach ihrem Tod an Klagen gegen sie fest. Die Blumen, Kerzen und Fotos, die Bürger*innen und Aktivist*innen im Gedenken an sie an einem Monument in Valletta niederlegen, werden regelmäßig von den Behörden entfernt.

Auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit ist Malta in den vergangenen zwei Jahren um 32 Plätze gefallen und steht nun auf Platz 77 von 180 Staaten. Die wenigen Journalist*innen im Land, die zu heiklen Themen wie Korruption recherchieren, werden bedroht und angefeindet. Abschreckend hohe Verleumdungsstrafen gegen Journalist*innen sind häufig.

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