Chinesische Regierung geht massiv gegen Online-Medien in der Unruheprovinz Xinjiang vor

Chinesische Regierung geht massiv gegen Online-Medien in der Unruheprovinz Xinjiang vor

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt, dass die chinesische Regierung
während der Unruhen massiv gegen Online-Medien vorgeht. Nach Informationen
von ROG wurden in den vergangenen Tagen mehr als 50 uigurische Internetforen
geschlossen. Die Webseiten von Twitter, Youtube, Tianshannet und anderen
Plattformen sind in der westchinesischen Provinz Xinjiang nicht mehr
zugänglich. Die Regierung in Peking hatte die Kontrolle über die Medien
verschärft, nachdem in der Provinzhauptstadt Urumqi mehr als hundert
Demonstranten getötet wurden.

“Urumqi ist derzeit vom Rest der Welt abgeschnitten”, so ROG. “Wieder einmal
hat die chinesische Regierung es vorgezogen, die Kommunikationsmöglichkeiten
zu unterbrechen, anstatt einen freien Informationsfluss zu gewährleisten.
Wir verurteilen dieses Vorgehen. Sie sind eine ernsthafte Verletzung des
Rechtes der Uiguren auf Meinungsfreiheit und ein inakzeptabler Akt der
Diskriminierung.”

Der Generalsekretär des uigurischen P.E.N.-Zentrums, Kasser, sagte: “Alle
führenden Medien werden vom Staat kontrolliert, und nur die unabhängigen
privaten Nachrichtenquellen sind blockiert. Wir haben im Moment keine
Möglichkeit, Internetforen zu benutzen. Deshalb ist es schwierig, eingehende
Informationen zu überprüfen.”


Die Medien in Xinjiang unterliegen strenger staatlicher Kontrolle.
Mindestens drei Journalisten aus der Provinz befinden sich momentan in Haft,
einer von ihnen, weil er ein Gedicht über die uigurische Kultur geschrieben
hatte. Ausländischen Journalisten ist es zwar erlaubt, in die Provinz zu
reisen. Allerdings werden sie dabei von den chinesischen Behörden
beschattet. Das uigurische Programm von Radio Free Europe kann von China aus
nicht empfangen werden.

Die staatlichen chinesischen Medien haben zwar über die Unruhen berichtet,
die Motive des Aufstandes blieben jedoch in der Berichterstattung
unberücksichtigt.

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