China: Umweltjournalist wegen Buchveröffentlichung vor Gericht

China: Umweltjournalist wegen Buchveröffentlichung vor Gericht

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Der chinesische Bürgerjournalist und international ausgezeichnete, auf umweltpolitische Themen spezialisierte Journalist Liu Futang steht seit vergangenen Donnerstag wegen der Veröffentlichung seines neuen Buches über Umweltskandale vor Gericht.

Der 64-jährige, der sich wegen einer schweren Erkrankung unter medikamentöser Behandlung im Krankenhaus von Haikou auf der südchinesischen Insel Hainan befand, wurde bereits am 20. Juli      von der Polizei trotz seines angeschlagenen Zustandes inhaftiert und durfte seit mehreren Wochen keinen Besuch empfangen.

Die Anklage gegen Liu Futang ist auf „Verbotener Äußerung” und „Illegalen Geschäften” begründet. Beide Anklagen basieren auf der jüngsten Veröffentlichung seines Buches über Umweltschäden auf der Insel Hainan, die durch chinesische Firmen verursacht wurden. Das Buch erschien im Selbstverlag.

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Verhaftung von Liu Futang auf das Schärfste.”Liu Futang hat lediglich die Ergebnisse seiner Recherche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seine Verhaftung ist ein Druckmittel für weitere Bürgerjournalisten und wird zu mehr Selbstzensur führen”, so ROG.


Liu Futang hat sich auf Umweltschutz und im Speziellen Wald und Küste der Insel Hainan, spezialisiert. Er hat bereits mehrere Bücher auf eigene Kosten veröffentlicht. Trotz Registrierung und ISBN-Nummer bei einer Auflage von 18000 Kopien bestehen die Behörden darauf, dass es sich hier um illegale Publikationen handelte.

Seit 2011 betreibt Liu Futang einen Blog, der momentan nicht zugänglich ist.

Auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit steht China auf Platz 174 von 179 Ländern. Das Land ist außerdem auf der Liste der Feinde des Internet zu finden, die Reporter ohne Grenzen jährlich aktualisiert.

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