Brasilien: Manager von Radiosender erschossen

Brasilien: Manager von Radiosender erschossen

arton43884-d0454.jpgRenato Machado Gonçalves, Manager und Miteigentümer der Radiostation „Radio Barrra FM” im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro ist am Monat von unbekannten Tätern erschossen worden. Die Tat passierte in seiner Heimatstadt Sao Joao da Barra im Norden des Staates Rio de Janeiro. Gonçalves ist damit der erste ermordete Journalist auf dem amerikanischen Kontinent in diesem Jahr.

Der Radiomacher verließ seine Wohnung, die im selben Gebäude wie der Radiosender „Radio Barrra FM” liegt, am Abend des 8. Januar, nachdem er einen Telefonanruf entgegengenommen hatte. Laut Zeugenberichten fuhren die Täter auf zwei Motorrädern an ihrem Opfer vorbei und gaben Schüsse ab. Gonçalves wurde insgesamt vier mal getroffen und verstarb im Ferreira Machado Krankenhaus in Campos.


Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt diese Tat und warnt vor der gefährlichen Situation für Journalisten in Brasilien. „Das Mordmotiv ist zwar noch unklar, aber die Art und Weise der Ausführung legt eine gezielte Tötung des Journalisten nahe”, so Reporter ohne Grenzen. „Ein Zusammenhang mit seinem Beruf muss bei der Untersuchung des Tathergangs unbedingt in Betracht gezogen werden”, so ROG weiter.

Erst im November vergangenen Jahres wurde der Besitzer der Webseite „Portal 9″, Antônio Fabiano Portilho Coene, von unbekannten Tätern attackiert, die Brandbomben vor sein Haus warfen und das Gebäude beschossen.

„Journalisten in Brasilien brauchen dringend bessere Schutzmaßnahmen. Wir hoffen, dass die momentan auf Bundesebene geführte Debatte zu diesem Thema zu baldigen Lösungen führen wird,” so ROG.

Renato Machado Gonçalves sei bereits im vergangenen Oktober in Sao Jao da Barra während einer Sitzung der Gemeindeabgeordneten zur lokalen Wahlzeit angegriffen worden, berichtete ein Kollege Reporter ohne Grenzen. Während der Wahlen kam es zu mehreren Angriffen auf Journalisten, zum Teil mit tödlichem Ausgang, sowie vom Gericht verordneten Zensurmaßnahmen.

Trotzdem, so der Kollege von Gonçalves, habe der Ermordete keinerlei Drohungen erhalten und war auch mit keinem brisanten Thema beschäftigt. „Ich würde nicht so weit gehen zu behaupten, dass dieser Mord politisch motiviert war, aber es war auf jeden Fall eine zielgerichtete Tat,” so der Kollege gegenüber Reporter ohne Grenzen.

Ein Bericht über die Situation der Presse- und Informationsfreiheit in Brasilien wird Ende Januar von Reporter ohne Grenzen veröffentlicht.

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