Iran: Zwei Journalistinnen inhaftiert

Iran: Zwei Journalistinnen inhaftiert

Die Zahl der inhaftierten Journalistinnen im Iran steigt: Seit einer Woche haben die Online-Dissidentin Schiva Nazar Ahari und die Journalistin Jila Baniyaghoob ihren Haftantritt begonnen, der ihnen bereits 2009 vom Revolutionsgericht beschieden wurde.

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist alarmiert über die Verhaftungswelle im Iran: “Der Iran hält den Weltrekord bei der Inhaftierung weiblicher Journalisten und Blogger”, so ROG. Zur Zeit befinden sich dort fünf Journalistinnen im Gefängnis.


Seit der umstrittenen Wiederwahl des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Juni 2009 sind im Iran mindestens 57 Journalisten mit einer Haftzeit zwischen sechs Monaten und sieben Jahren vom iranischen Revolutionsgericht bestraft worden.

Die 27-jährige Schiva Nazar Ahari, Menschenrechtsaktivistin und Redakteurin der Webseite “Azan Zad” (befreite Frauen), wurde am 8. September in das Evin-Gefängnis in der iranischen Hauptstadt Teheran gebracht. Sie wurde wegen Landesverrat und antinationaler Propaganda bereits im Januar 2011 zu vier Jahren Haft verurteilt.Nachdem sie ursprünglich bereits am 14.Juni 2009 verhaftet worden war, kam sie im September 2010 auf Kaution (500 Euro) frei. Ihrer Berufung wurde jedoch am 28.Januar 2011 nicht stattgegeben.

Die Journalistin Jila Baniyaghoob tritt seit dem 2. September eine einjährige Haftstrafe, ebenfalls im Evin-Gefängnis, an. Baniyaghoob ist bereits seit 1994 als Journalistin aktiv und arbeitete für mehrere reformorientierte Zeitungen, die mittlerweile alle eingestellt worden sind. Wegen ihrer Berichterstattung über politische Unruhen und Diskriminierung von Frauen wurde sie bereits mehrmals inhaftiert und von Regierungsbehörden bedroht.

Baniyaghoob war mit ihrem Blog “Wir sind Journalisten” Gewinnerin des Pressefreiheitspreis von Reporter ohne Grenzen bei den “Best of Blogs Award 2010” (BOB), der jährlich vom Radio Deutsche Welle (Berlin) organisiert wird. 2009 gewann sie den “Courage in Journalism”-Preis der Organisation “International Women’sMedia Foundation” sowie den “Internationalen Preis der Pressefreiheit” von der Vereinigung Kanadischer Journalisten für die Meinungsfreiheit”.

Die Journalistin Jila Baniyaghoob war gemeinsam mit ihrem Ehemann Bahaman Ahamadi Amoee im Juni 2009 verhaftet worden.Während Baniyaghoob bereits im August 2009 auf Kaution freikam, wurde ihr Mann zu fünf Jahren Haft wegen Kritik am Regime von Ahmadinedschad verurteilt. Jila Baniyaghoob tritt nun ihre einjährige Haftstrafe an, erhält zugleich jedoch 30 Jahre Berufsverbot als Journalistin.

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