Internationaler Tag der Pressefreiheit: im Schnitt alle fünf Tage ein Journalist getötet/41 Feinde der Pressefreiheit

Internationaler Tag der Pressefreiheit: im Schnitt alle fünf Tage ein Journalist getötet/41 Feinde der Pressefreiheit

UT: Press Freedom Award 2012 in Italien ausgeschrieben

Reporter ohne Grenzen (ROG) zieht am Tag der Pressefreiheit eine traurige Bilanz: 21 Journalisten wurden seit Jahresbeginn getötet, ebenso wie 6 Blogger. Die meisten von ihnen starben in Kriegszonen wie Somalia und Syrien.

Auch die Liste der Feinde der Pressefreiheit ist um sechs Namen erweitert worden, insgesamt umfasst sie nun 41 Personen. Ganz oben stehen der syrische Präsident Baschar al-Assad und die somalische islamistische Militia.

„’Keine Stimme neben der unseren’ – und ‘keine Zeugen für unsere Verbrechen’ – das ist das Credo autoritärer Regimes, welche Presse- und Informationsfreiheit als ihre Feinde auserkoren haben”, so Reporter ohne Grenzen.

Sechs neue Feinde der Pressefreiheit finden sich auf der Liste von Reporter ohne Grenzen: die nigerianisch-islamistischeTerrorgruppe Boko Haram, der Oberste Militärrat in Ägypten, welcher dem gestürzten ägyptischen Diktator Hosni Mubarak in Repressionen um nichts nachsteht, weiters der somalische Informationsminister Abdulkadir Hussein Mohamed sowie Vasif Talibov, Oberhaupt der aserbaidschanischen Region Nachitschewan. Auch der pakistanische Geheimdienst und der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un stehen nun auf der Liste.

Die vollständige Liste der Feinde der Pressefreiheit finden Sie hier

Press Freedom Award 2012 in Italien ausgeschrieben

Der Press Freedom Award wird 2012 in Italien ausgeschrieben. „Wir wollen auch in diesem Jahr wieder ein Land innerhalb der EU thematisieren, um nicht nur Missstände außerhalb Europas zu kritisieren, sondern auch vor unserer eigenen Haustür Schmutz zu kehren”, so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, die auf Einreichungen aus dem Italien der post-Berlusconi Ära gespannt ist.

Reporter ohne Grenzen verleiht in Österreich traditionell seit 2001 den Press Freedom Award an Reporter, Journalisten und Publizisten in Südosteuropa und in den Nachbarstaaten der Europäischen Union. 2012 ist der Award Italien gewidmet. Die Verleihung findet im Dezember 2012 statt. Der Ehrenschutz liegt bei der österreichischen UNESCO – Kommission.

Der Press Freedom Award 2012 ist mit 6000 Euro dotiert. Verliehen wird der Preis für Beiträge in Print- und elektronischen Medien sowie für Serien, Bücher und Lebenswerke. Eingereicht werden können Beiträge von demokratie- oder menschenrechtspolitischer Relevanz, die zwischen dem 3. Mai 2011 und dem 3. Mai 2012 in einem italienischen Medium veröffentlicht wurden. Die Einreichfrist ist der 15. September 2012.


Die Jury bilden:
Freimut Duve, erster Beauftragter für die Freiheit der Medien der Organisation für Sicherheit
und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
Dunja Mijatovic, Beauftragte für die Freiheit der Medien der Organisation für Sicherheit
und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
Eva Nowotny, Präsidentin der österreichischen UNESCO Kommission
Wolfgang Petritsch, österreichischer Botschafter bei der OECD in Paris
Albert Rohan, Generalsekretär a.D. im österreichischen Außenministerium
Rubina Möhring, Präsidentin Reporter ohne Grenzen Österreich

Mehr zum Press Freedom Award finden Sie hier

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