PRESS FREEDOM AWARD

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Allgemeines zum Press Freedom Award

Reporter ohne Grenzen verleiht in Österreich traditionell seit 2001 den Press Freedom Award – Signal für Europa an ReporterInnen, JournalistInnen und PublizistInnen in Mittel- und Südosteuropa und in den Nachbarstaaten der Europäischen Union.

Ausgezeichnet werden kritische bzw. aufklärende sowie investigative Publikationen zu Themen der Demokratiepolitik, Pressefreiheit und Meinungsvielfalt, Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Sozialkritik, Gesellschaftspolitik oder anderen verwandten Inhalten. Zielgruppe des Awards sind prinzipiell alle PublizistInnen, unabhängig von Status und Alter. Zielsetzung ist es, Qualitätsjournalismus zu fördern und kritische JournalistInnen in ihrer Arbeit anzuerkennen und zu unterstützen. Der Preis macht Menschen sichtbar, die aktiv für demokratische Werte arbeiten und leben.

Aufgrund der umfassenden Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wurde die Verleihung des Press Freedom Award für das Jahr 2019 auf Herbst verschoben – Informationen folgen!

Der Press Freedom Award 2018 wurde am 20.03.2019 an den montenegrinischen Investigativjournalisten Jovo Martinović verliehen. 

Montenegro liegt auf der Rangliste der Pressefreiheit 2018 von Reporter ohne Grenzen auf Platz 103 von 180. Im europäischen Feld gehört es damit zu den Schlusslichtern. „Von Wohlbefinden kann hier in Montenegro nicht die Rede sein, denn die Freiheiten der Medien sind äußerst eingeschränkt“, meint Marko Vesovic, Journalist bei der oppositionellen Zeitung Dan. Umso notwendiger ist es, in einem Land wie Montenegro für Informationsfreiheit einzutreten. „Freier Zugang zu Information ist immer auch Grundvoraussetzung für Demokratie“, weiß Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, Rubina Möhring. Der diesjährige Press Freedom Award ging daher an einen Investigativjournalisten aus Montenegro.

Die Lage in Montenegro ist nach wie vor angespannt. Erst im April war eine Bombe vor dem Haus des Enthüllungsjournalisten Sead Sadikovic in der Kleinstadt Bijelo Polje explodiert. Der Anschlag kam nicht unerwartet. Schon seit einiger Zeit hatte der montenegrinische Journalistenverband auf Drohungen gegen Sadikovic aufgrund seiner Arbeit hingewiesen. Es war bereits die siebente Bombe allein in diesem Jahr. Der Nationale Sicherheitsrat befasst sich bereits mit der schlechten Sicherheitslage im Land, die durch wachsende Konflikte unter organisierten kriminellen Gruppen verursacht wird.

Nicht nur die allgemeine Sicherheitssituation ist angespannt: Verschiedenste Angriffe gegen Journalisten sind schon seit langem keine Ausnahme. Die schwierige Situation des Journalismus in Montenegro ist auch mit dem Integrationsprozess der EU verbunden.

Der Investigativjournalist Jovo Martinović stand etwa für angebliche Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation vor Gericht. Er war im Zuge seiner Recherchen zu Drogenhandel und Schmuggel in der Szene unterwegs gewesen. Die 14 Monate, die er bereits im Gefängnis verbrachte, wurde genau wie die ungewöhnlich hohe Untersuchungshaft von zahlreichen Menschenrechtsorganisationen verurteilt.

Auch die Aufklärung von Verbrechen verläuft schleppend. 2004 war der Chefredakteur der Tageszeitung Dan, Dusko Jovanovic, aus einem fahrenden Auto erschossen worden. Bis heute sind die Umstände der Tat nicht aufgeklärt.

„Ein Angriff auf einen Journalisten ist kein normales Verbrechen, es ist zugleich immer auch ein Angriff auf die Demokratie“, meint Rubina Möhring. Umso wichtiger ist es, diejenigen zu würdigen, die unter solchen schwierigen Umständen wie es sie in Montenegro gibt, viel riskieren, um Informationszugang für die Bevölkerung zu garantieren. 

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