Offener Brief an Bundesjustizministerin Anna Sporrer Posted on 20. Feber 202620. Feber 2026von Martin Wassermair Wien, am 20. Februar 2026 Sehr geehrte Frau Bundesministerin Dr. Sporrer, Ende Jänner hat die Wochenzeitschrift „Falter“ im Zusammenhang mit dem Tod eines Häftlings gravierende Missstände in der Justizanstalt Hirtenberg aufgedeckt. Vergangene Woche wollte „Falter“-Chefredakteur Florian Klenk die Justizanstalt besuchen, um sich von den Haftbedingungen vor Ort ein Bild zu machen. Wie er uns mitgeteilt hat, wurde ihm aber der Zugang verweigert – mit der lapidaren Begründung, es gäbe laufendende Ermittlungen und zu wenig Personal. Das erscheint uns mehr als bedenklich. Der Staat hat die Verantwortung für Menschen, die sich im Strafvollzug befinden. Der Journalismus hat die Aufgabe, den Staat dabei zu kontrollieren und Missstände öffentlich zu machen. Die Frage nach einer menschenwürdigen Unterbringung ist – wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in seiner Entscheidung „Szurovecz gegen Ungarn“ klargestellt hat – eine Frage von erheblichem öffentlichen Interesse. Sie berührt zentrale Grund- und Menschenrechte und geht uns alle etwas an. Es ist daher nicht mit der journalistischen Freiheit (Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention) vereinbar, wenn der Staat Recherchen zu diesem Thema behindert und Journalist:innen den Zugang zu Informationen verweigert, ohne dafür einen gewichtigen, in einer demokratischen Gesellschaft notwendigen Grund zu haben. Insbesondere laufende Ermittlungen, aber auch zu wenig Personal sind unserer Ansicht nach keine derartigen gewichtigen Gründe. Diese Behinderung journalistischer Arbeit ist umso gravierender, als sie kein isoliertes Ereignis darstellt. Erste Erkenntnisse aus dem „Monitor Journalismusfreiheit“ des Presseclub Concordia deuten auf ein strukturelles Problem hin: Die unzulässige Beschränkung des Informationszugangs wurde von Expert:innen ganz grundsätzlich als ein zentrales Problemfeld identifiziert. Als eine mögliche Ursache wurde genannt, dass in Teilen von Verwaltung, Justiz und Politik ein unzureichendes Verständnis für die Rolle und Funktion des Journalismus herrscht. Der aktuelle Fall bietet die Gelegenheit, deutlich zu machen, dass es Ihrerseits nicht an einem solchen Verständnis mangelt. Wir erwarten daher, dass Sie die Journalismusfreiheit achten und den verfassungsgesetzlich gewährleisteten Zugang zu Information sicherstellen – sowohl im vorliegenden Fall als auch überall dort, wo dies in Ihrem Verantwortungsbereich geboten ist. Mit freundlichen Grüßen Christa Zöchling, Andreas Koller _ Österreichischer Presserat _ Senatssprecher:innen Fritz Hausjell _ Reporter ohne Grenzen Österreich _ Präsident Walter Strobl _ Presseclub Concordia _ Rechtsdienst Journalismus
SRG-Volksabstimmung: “Ziel ist die Schwächung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Schweiz!” Posted on 17. Feber 202617. Feber 2026von Martin Wassermair Valentin Rubin ist Policy- und Advocacy-Manager bei der Schweizer Sektion von Reporter ohne Grenzen (RSF). Im Interview spricht er über die Initiative “200 Franken sind genug!” am 8. März 2026 und deren Gefahren für die Unabhängigkeit der SRG. Welchen Stellenwert hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Schweiz? Die Schweizer Medienlandschaft wird von zwei Säulen getragen. Von den privaten Verlagen sowie vom öffentlichen Rundfunk, der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG. Bei den privaten Medien herrscht seit Jahren eine tiefe wirtschaftliche Krise, Redaktionen mussten vielerorts zusammengelegt werden, Büros fernab der großen Städte sind mittlerweile nur noch spärlich. Jedes Jahr ist aufs Neue von einem Annus Horribilis die Rede, weil bei diversen Medienunternehmen immer neue Kündigungswellen folgen. Die relevanten, überregionalen Zeitungen befinden sich – mit ganz wenigen Ausnahmen – mittlerweile in der Hand von nur noch vier großen Verlagen. Drei davon haben ihren Hauptsitz in Zürich. Wir mussten in den letzten Jahren eine rapide Medienkonzentration im privaten Sektor beobachten, die Vielfalt nimmt klar ab. Demgegenüber kann der öffentliche Rundfunk, die SRG, nach wie vor überregional und unabhängig in allen vier Landessprachen arbeiten. Sie bietet ein Vollprogramm auf Französisch, Italienisch und Deutsch – dazu ein solides Angebot auf Rätoromanisch. Mit sieben Haupt- und 17 weiteren Standorten im ganzen Land kann sie föderal und einigermaßen dezentral über das Geschehen in der ganzen Schweiz berichten. Aber auch sie ist großem Druck ausgesetzt und musste in jüngster Zeit eigentlich etablierte Sendungen aus dem Programm streichen. Was bezweckt die Initiative “200 Franken sind genug!”? Die SRG finanziert sich zu einem substanziellen Teil durch eine Haushaltsabgabe, die jeder Haushalt pro Jahr leisten muss. Es handelt sich um ein solidarisches Modell, in der alle ihren Anteil zahlen, unabhängig davon, wie viele Inhalte der SRG sie konsumieren. Aktuell beläuft sich diese Abgabe auf 335 Franken pro Jahr. 2015 waren es noch 462 Franken. Die Initiatorinnen und Initiatoren, die ausschließlich aus dem rechten und konservativen Lager kommen, finden, 335 Franken seien immer noch zu viel. Sie wollen die Gebühr darum auf 200 senken. Zudem verlangt die Initiative, dass Unternehmen – die, sofern sie einen gewissen Jahresumsatz verzeichnen, aktuell auch eine Gebühr entrichten müssen – ganz von der Abgabe befreit werden sollen. Das beträfe aber nur 25 % aller Unternehmen. Der Rest muss schon heute keine Abgabe mehr zahlen, da ihr Umsatz ein gewisses Niveau nicht übersteigt. Für die SRG hätte eine Senkung der Haushalts- und eine komplette Streichung der Unternehmensabgabe eine Halbierung ihres Budgets zur Folge – mit massiven Konsequenzen für ihre mehrsprachige und überregionale Berichterstattung. Die Initiatorinnen und Initiatoren argumentieren mit einer finanziellen Entlastung für die Haushalte. Um der Initiative Wind aus den Segeln zu nehmen, hat der Bundesrat, die Schweizer Regierung, allerdings bereits beschlossen, dass die Haushaltsabgabe bis 2029 unabhängig vom Ausgang der Initiative auf 300 Franken sinkt. Ab dann müssen zudem auch noch weniger Unternehmen eine Unternehmensabgabe entrichten. Das hat aber nichts daran geändert, dass die aktuellen Umfragewerte auf ein enges Rennen hindeuten. Wer bestimmt die Debatten im Vorfeld der Volksabstimmung am 8. März 2026? Das Initiativkomitee besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der größten Schweizer Partei, der rechtskonservativen SVP (Schweizerische Volkspartei). Daneben kämpfen vor allem die Jungfreisinnigen (die Jungpartei der bürgerlich-liberalen FDP) sowie der Gewerbeverband für die Initiative. Ihr Hauptslogan “Mehr Geld zum Leben” ist aber ein Etikettenschwindel. Ab 2029 wäre die allfällige jährliche Ersparnis nur noch 100 Franken. Das wären 27 Rappen pro Tag. Das Sparargument ist also vorgeschoben. Viel eher geht es dem Initiativkomitee darum, die unabhängigen Medienangebote der SRG mittels Gebührensenkung zu schwächen. Die SRG steht in ihren Augen politisch zu links, aber auch das ist vorgeschoben. Untersuchungen bescheinigen den Sendern der SRG eine politisch ausgewogene und überaus neutrale Berichterstattung. Dennoch monieren konservative Kreise seit Jahren pauschal, sie berichte viel zu unausgewogen. Im Vergleich zu den privaten Medien können die konservativen Kreise die SRG aber nicht kaufen oder kontrollieren. Also versuchen sie, sie zu schwächen, wo es geht. Ähnliche Kreise wollten bereits 2018 die Gebühren für die SRG ganz abschaffen. Die entsprechende Initiative scheiterte damals an der Urne aber klar. Demgegenüber steht eine breite Allianz aus Politik, fast allen privaten Verlagen, der Zivilgesellschaft sowie aus Kreisen der Kultur, der Bildung, des Sports und der Unterhaltung. Auch wir von der Schweizer Sektion von RSF sind Teil dieser Gruppe. Wir warnen, dass eine Halbierung des Budgets der SRG schwerwiegende Konsequenzen für die Berichterstattung in allen Bereichen hätte. Die Schweiz braucht eine solide und unabhängige Berichterstattung, angesichts von Fake News und Bedrohungen im Cyber-Space, der wir ausgesetzt sind. Selbst unser Verteidigungsminister gab jüngst zu bedenken, dass wir genau deswegen starke und unabhängige Medien brauchen. Jüngst hat sich sogar der russische Propaganda-Sender RT Deutsch (früher Russia Today) in den Abstimmungskampf eingemischt und für ein Ja an der Urne geworben. Das macht mehr als deutlich, wem eine Annahme der Initiative nützen würde. Welche Folgen hätte eine Halbierung der Rundfunkgebühren für Medienvielfalt und Pressefreiheit in der Schweiz? In den letzten Jahren mussten wir in der Schweiz bereits eine beispiellose Medienkonzentration beobachten. Der Medienpluralismus nimmt wie in vielen Ländern auch hierzulande ab. Zudem haben wir eine viersprachige Bevölkerung, sodass der sowieso schon kleine Medienmarkt noch fragmentierter und daher noch schwieriger zu finanzieren ist. Der freie Markt kann hier kaum eine vielfältige Medienlandschaft garantieren. Darum haben wir die SRG. Eine Annahme der Initiative würde der SRG aber mindestens 600 Millionen Franken entziehen. Die Initiatorinnen und Initiatoren argumentieren, dass dieses Geld den privaten Medien zugutekäme und dass dies den Medienmarkt im Land beleben würde. Aber es gibt keine Anzeichen, dass die Zeitungsverlage oder die privaten Fernsehstationen und Radiosender davon profitieren würden. Das Geld wäre unwiederbringlich weg. Und der Schaden für die SRG sowie für die Medienlandschaft in der Schweiz allgemein wäre enorm groß. Ungeachtet des Ausgangs der Volksabstimmung am 8. März 2026: Was erwartet die Schweizer Medienlandschaft nach der SRG-Initiative? Die Debatte über die Rolle des öffentlichen Rundfunks wird nicht abebben. Die SRG steht quasi unter Dauerbeschuss, ist stark gefordert und muss sich anpassen an einen sich rapide verändernden Markt. Insofern hat die Initiative hier schon sehr viel ausgelöst. Und unabhängig von der Initiative stehen dem Journalismus in der Schweiz schwierige Zeiten bevor. Im Ranking der Pressefreiheit von RSF stehen wir zwar immer noch auf dem vergleichsweise guten neunten Rang. Doch die wirtschaftliche Lage wird sich, selbst bei einer Ablehnung der Initiative am 8. März, kaum schnell verbessern. Die Werbeeinnahmen haben sich in den letzten zwanzig Jahren über alle Medien betrachtet halbiert. Und die Zahlungsbereitschaft von Leserinnen und Lesern ist noch immer sehr gering. Nebst diesem wirtschaftlichen Sturm bestehen darüber hinaus schwerwiegende pressefeindliche Gesetze, die investigativen Journalismus in der Schweiz stark erschweren. Die Fronten bleiben also bestehen – und keine wird sich so schnell in Luft auflösen.
Informationsrechte im Krisenfokus Posted on 13. Feber 202613. Feber 2026von Martin Wassermair Internationale Konferenz über Pressefreiheit, Meinungsvielfalt und Menschenrechte Pressefreiheit, Meinungsvielfalt und Menschenrechte sind mittlerweile auch in EU-Mitgliedsstaaten mit illiberalen Regierungen konfrontiert, die das demokratische Gefüge zunehmend aus den Angeln heben. In diesem Zusammenhang müssen vor allem Ungarn, die Tschechische Republik sowie die Slowakei besondere Beachtung finden. “Im Hinblick auf die Entwicklungen in unseren Nachbarstaaten sehen wir es als wichtige Aufgabe”, erklärt Martin Wassermair als Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich, “journalistische Medien auch im eigenen Land gegen Angriffe, Diffamierungen und ökonomischen Druck abzusichern.” Am Freitag, 20. Februar 2026, lädt Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich unter dem Titel „Medienfreiheit ohne Grenzen?” zu einer internationalen Konferenz. In Kooperation mit dem Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien widmet sich die öffentlich und kostenfrei zugängliche Diskussionsveranstaltung dem Erfahrungsaustausch über Bedrohungen von Demokratie und Medienfreiheit sowie der Erörterung gemeinsamer Strategien für eine resiliente Mediendemokratie. Unter der Moderation von ROG-Vorstandsmitglied Barbara Tóth (Concordia-Preisträgerin 2025 in der Kategorie „Pressefreiheit“) erwarten die Teilnehmenden spannende Beiträge von renommierten Vortragenden: Beata Balogová (Chefkommentatorin, SME, Bratislava), Pavla Holcová (Chefredakteurin, investigace.cz, Prag), Edit Inotai (Centre for Euro-Atlantic Integration and Democracy, Budapest) und Antoine Bernard (Direktor Advocacy und Rechtshilfe, RSF, Paris). Fritz Hausjell, Präsident von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich, betont, dass ein grenzüberschreitendes Bewusstsein für Medienfreiheit als konstitutives Menschenrecht immer wieder erkämpft werden muss. “Sie ist fundamentale Voraussetzung für demokratische Öffentlichkeiten. In einer Zeit, in der unabhängiger Journalismus in zahlreichen EU-Mitgliedsstaaten erheblichen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen ausgesetzt ist, bietet unsere Konferenz eine Plattform für Austausch, Analyse und Netzwerkbildung zwischen Medienschaffenden, Wissenschaft und Zivilgesellschaft”, so Hausjell abschließend. Medienfreiheit ohne Grenzen?Internationale Debatte zu Informationsrechten im Krisenfokus Freitag, 20. Februar 2026, 14.00 – 18.00 UhrInstitut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien, Währinger Straße 29, Hörsaal 2, 2. Stock, 1090 Wien Konferenz in englischer Sprache – der Eintritt ist frei! Um Anmeldung wird gebeten unter: info@rog.at Weitere Informationen zu Konferenzprogramm und Vortragenden (ROG 13-02-2026)
Conference: Media Freedom Without Borders? Posted on 9. Feber 202624. Feber 2026von Martin Wassermair International debate on information rights in the focus of crisis Media freedom is a fundamental human right in democratic societies. In EU member states such as Hungary, Czechia, and Slovakia, the existence of the independent press is under threat. The aim of the international conference is to highlight the importance of free journalism, especially in times of crisis, and to connect media professionals with civil society in order to develop strategies. Friday, February 20, 2026, 2:00 p.m. – 6:00 p.m. Department of Communication at the University of Vienna, Währinger Straße 29, Lecture Hall 2, 2nd floor, 1090 Vienna German version Welcome: Jörg Matthes (Deputy Head, Department of Communication)Fritz Hausjell (President, Reporters Without Borders Austria) Presentations and discussion: Beata Balogová (Chief Commentator, SME; Bratislava) Pavla Holcová (Editor-in-chief investigace.cz; Prague) Edit Inotai (Centre for Euro-Atlantic Integration and Democracy; Budapest) Antoine Bernard (Director Advocacy and Assistance, RSF International; Paris) Moderator: Barbara Tóth (Board Member, Reporters Without Borders Austria) Further program point: Guided tour through the international exhibition Shooting the World of Tomorrow on the occasion of 40 years of Reporters Without Borders. A joint event organized by Reporters Without Borders (RSF) Austria and the Department of Communication at the University of Vienna. Short biographies: Beata Balogová is an award-winning journalist; from 2014 to 2025, she was editor-in-chief of the Slovak daily newspaper and news website SME and is currently chief commentator; In 2020, she received the European Press Prize in the Opinion category and has been awarded national journalism prizes in Slovakia three times. She is a member of the European Press Prize board and was vice-chair of the International Press Institute’s Executive Council from 2016 to 2022. Pavla Holcová is an investigative journalist and founder of independent outlet and OCCRP member center investigace.cz. She has contributed to major cross-border projects such as the Panama Papers, the Russian and Azerbaijani Laundromats, the Pegasus Project, the Pandora Papers, and the Russian Asset Tracker. She is the winner of the ICFJ Knight International Journalism Award and, with her colleagues Arpád Soltész and Eva Kubániová, the World Justice Project’s Anthony Lewis Prize Award. Edit Inotai worked as a correspondent in Berlin from 2003 to 2007 and as a foreign correspondent for the leading daily newspaper Népszabadság until 2014; she later moved to the weekly business newspaper Figyelő, which was taken over by the government in 2017; She currently works for the German public television broadcaster ARD and the investigative news site Balkan Insight in Budapest, and is a board member of the Budapest-based think tank Centre for Euro-Atlantic Integration and Democracy (CEID). Antoine Bernard is a lawyer and Director of Advocacy, Litigation and Assistance at Reporters Without Borders (RSF) International; Co-Director of the Master’s program in Human Rights and Humanitarian Action at Sciences Po (PSIA). With support from:
Jimmy Lai: Das Ende der Pressefreiheit in Hongkong Posted on 9. Feber 20269. Feber 2026von Martin Wassermair Reporter ohne Grenzen (RSF) verurteilt die 20-jährige Haftstrafe gegen Jimmy Lai Am 9. Februar 2026 wurde Jimmy Lai, der Gründer und Herausgeber der Zeitung “Apple Daily”, nach dem drakonischen Nationalen Sicherheitsgesetz Hongkongs zu 20 Jahren Haft verurteilt – unter anderem aufgrund falscher Anschuldigungen der „Kollaboration mit ausländischen Kräften” und der Verschwörung zur Veröffentlichung „aufwieglerischer” Materialien. Die Staatsanwaltschaft führte mehr als 160 Artikel aus der Zeitung „Apple Daily“ als Beispiele für „aufrührerische Veröffentlichungen“ an. Die Zeitung „Apple Daily“, die im Juni 2021 von den Behörden Hongkongs geschlossen wurde, war die größte unabhängige Mainstream-Zeitung des Gebiets und bekannt für ihre unabhängige Berichterstattung. Für den 78-jährigen Jimmy Lay kommt die lange Haftstrafe einem Todesurteil gleich. RSF fordert Großbritannien und Regierungen weltweit auf, sich für die sofortige und bedingungslose Freilassung einzusetzen, damit er endlich zu seiner Familie nach Hause zurückkehren kann. Mehr Informationen