Monitor Journalismusfreiheit beobachtet Einschränkungen der journalistischen Arbeit

Beobachtungsstelle erfasst systematisch Einschränkungen der journalistischen Arbeit in Österreich

Der Presseclub Concordia hat am Freitag, 30. Jänner 2026, den neuen Monitor Journalismusfreiheit präsentiert.

Ziel ist es, rechtliche, psychische und physische Einschränkungen journalistischer Arbeit umfassend zu dokumentieren. „Denn um ihnen wirksam begegnen zu können, müssen die Probleme erst sichtbar gemacht werden“, so Walter Strobl, Leiter des Rechtsdienst Journalismus im Presseclub Concordia.

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Neuaufnahme des Verfahrens gegen Drahtzieher der Ermordung des slowakischen Journalisten Jan Kuciak

Am 26. Jänner 2026 nimmt das Sonderstrafgericht der Slowakei das Verfahren gegen den Geschäftsmann Marian Kocner und seiner Komplizin Alena Zsuzsova im Zusammenhang mit dem Doppelmord an dem Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova im Jahr 2018 erneut auf. Reporter ohne Grenzen (RSF) appelliert an das Gericht, aus den Fehlern der vorangegangenen Verfahren zu lernen und alle Beweise in den Akten gemäß der Entscheidung des Berufungsgerichts gründlich zu prüfen.

Zur Erinnerung: Jan Kuciak, Reporter bei Aktuality.sk, hatte investigative Artikel über die kriminellen Aktivitäten von Marian Kocner veröffentlicht, der als Drahtzieher des Mordes angeklagt ist. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab Alena Zsuzsova seinen Auftrag über einen Mittelsmann an ein Killerkommando weiter, das den Journalisten und seine Verlobte am 21. Februar 2018 in ihrem Haus in Velka Maca, einem Dorf in der Nähe der Hauptstadt Bratislava, ermordete.

Es ist bereits das dritte Mal, dass Marian Kocner in diesem Fall vor Gericht steht. Der Geschäftsmann, der 2021 wegen eines anderen Verbrechens zu 19 Jahren Haft verurteilt wurde, wurde 2020 und 2023 vom Sonderstrafgericht, dem Gericht erster Instanz im Fall Kuciak, freigesprochen; der Oberste Gerichtshof hob beide Freisprüche in der Berufungsinstanz auf. Im Urteil von 2023 verurteilte das Sonderstrafgericht Alena Zsuzsova wegen Anstiftung zum Mord an dem Journalisten und behauptete, sie habe versucht, Marian Kocner, ihrem langjährigen Geschäftspartner, zu gefallen.

In der zwei Jahre später ergangenen Berufungsentscheidung beanstandete der Oberste Gerichtshof jedoch Fehler der Richter des Prozesses bei der Beweiswürdigung und die Nichtbeachtung der ersten Berufungsentscheidung aus dem Jahr 2021. Infolgedessen hob der Oberste Gerichtshof das Urteil auf und verwies den Fall an eine andere Richtergruppe des Sonderstrafgerichtshofs zurück.

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Donald Trump: Ein Jahr Angriffe auf die unabhängige Presse

Der repressive US-Präsident und sein internationaler Feldzug gegen die Medienfreiheit

Nach seiner Wiederwahl im Jahr 2024 versprach Donald Trump, “vom ersten Tag an” ein Diktator sein wollen. Im Hinblick auf die Pressefreiheit angeht, hat er Wort gehalten und den Krieg gegen unabhängige Medien mit schweren Angriffen auf den Zugang zu verlässlichen Informationen weltweit ausgeweitet.

Präsident Trumps Feindseligkeiten gegenüber Medien reicht bis vor seine Rückkehr ins Weiße Haus im Jänner 2025 zurück. Seit mehr als zehn Jahren bezeichnet der aktuelle Präsident der größten Supermacht den Journalismus, mit dem er nicht einverstanden ist, als “Feind des Volkes” und “Fake News”.

Trumps Vorgehensweise erinnert an die gegen die Presse gerichteten Maßnahmen der skrupellosen Diktatoren in der Kategorie “Politik” der Press Freedom Predators List 2025, wie beispielsweise Präsident Daniel Ortega in Nicaragua und der russische Präsident Wladimir Putin.

Reporter ohne Grenzen (RSF) befürchtet, dass die zunehmend autoritäre Taktik in den Vereinigten Staaten letztendlich ein ähnlich alarmierendes Ausmaß erreichen könnte. Die Liste der Feindinnen und Feinde der Pressefreiheit deckt systematische Versuche auf, die freie Presse zum Schweigen zu bringen, indem sie Akteurinnen und Akteure hervorhebt, die einen übermäßigen, schädlichen Einfluss auf die Pressefreiheit in fünf Kategorien ausüben: Politik, Sicherheit, Recht, Wirtschaft und Soziales. Der Vorsitzende der Federal Communications Commission (FCC), Brendan Carr, wurde bereits in die Liste 2025 in der Kategorie „Recht“ aufgenommen, während der Trump-nahe Tech-Mogul Elon Musk in der Kategorie „Wirtschaft“ aufgeführt wurde.

Dazu erklärt Clayton Weimers als Leiter des RSF-Büros in Washington: “Trump und seine Regierung haben sich sehr bemüht, unabhängige Nachrichtenmedien zu bestrafen, zu untersuchen, zu schädigen, ihnen die Mittel zu entziehen und sie zu züchtigen. Trumps Krieg gegen die Pressefreiheit hat dramatische Folgen für die amerikanische Demokratie und die vertrauenswürdige Berichterstattung weltweit und muss gestoppt werden.”

Mehr Informationen und eine Zeitleiste der Angriffe der Trump-Regierung auf die Medien im Jahr 2025

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Fotografien der Welt von morgen

Reporter ohne Grenzen zeigt in Wien internationale Ausstellung mit warnenden Eindrücken aus Konflikt- und Krisengebieten


Eröffnung: 15. Jänner 2026, 18.00 Uhr
Ort: Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien, Währinger Straße 29, 7. Stock, 1090 Wien

Zur Begrüßung und Einführung sprachen:

  • Univ.Prof. Dr. Sabine Einwiller (Vorständin Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien): Bedeutung der Pressefotografie für die kommunikationswissenschaftliche Forschung und Lehre
  • Ao.Univ.Prof.i.R. Dr. Fritz Hausjell (Präsident Reporter ohne Grenzen Österreich): Warum professionelle journalistische Pressefotografie im vorübergehenden Social-Media-Zeitalter noch wichtiger wird
  • Mag. Martin Wassermair (Generalsekretär Reporter ohne Grenzen Österreich): 40 Jahre RSF – Perspektiven und Ausblicke

Ausstellungsdauer: 16. Jänner – 30. Juni 2026
Öffnungszeiten: Montag – Freitag, jeweils von 10.00 – 16.00 Uhr

Eine gemeinsame Veranstaltung von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich und dem Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien.

Fotocredits: Oscar Cueto

Video: CRAFT

Pressemitteilung, 12. Jänner 2026

Fotografien der Welt von morgen

Utl.: Reporter ohne Grenzen zeigt in Wien internationale Ausstellung mit warnenden Eindrücken aus Konflikt- und Krisengebieten

Kriege und Konflikte prägen die Welt von heute. Journalismus und Pressefotografie stehen vor großen Herausforderungen, die Krisen unserer Zeit vor Ort zu dokumentieren und zu analysieren. Was bedeutet dies für die Welt von morgen? Dieser Frage widmet sich erstmals auch in Österreich eine Fotoausstellung anlässlich des vierzigjährigen Bestehens der internationalen Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF), die 1985 in Frankreich gegründet wurde. Eröffnung ist am Donnerstag, 15. Jänner 2026, um 18.00 Uhr im Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien, das zugleich Kooperationspartner ist.

“In einer Zeit, in der die Pressefreiheit zunehmend bedroht ist”, erklärt Martin Wassermair als Generalsekretär der österreichischen Sektion, “möchten auch wir all den Medienschaffenden in Konflikt- und Kriegsgebieten Tribut zollen, die immer wieder große Risiken eingehen, um uns auf dem Laufenden zu halten.” Die Fotoausstellung präsentiert Perspektiven von Fotografinnen und Fotografen aus 40 verschiedenen Ländern. Sie alle zeigen eine Welt im Umbruch und fokussieren auf die drei großen Themen Umwelt, Exil und Krisen. Die ausgewählten Arbeiten verweisen auf die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels, begleiten Menschen auf der Flucht aus ihrer Heimat oder berichten mitten aus Krisenregionen.

Fritz Hausjell, Präsident von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich, unterstreicht die Bedeutung der internationalen Ausstellung für Österreich: “Diese wertvollen Zeitdokumente decken Tatsachen auf und warnen in eindrücklicher Form vor gefährlichen Entwicklungen.” Das Projekt “Fotografien der Welt von morgen” erinnert daran, dass Schutz und Verteidigung des Journalismus vor allem auch eine Verteidigung des Rechts auf Information bedeuten. “Somit richten wir jetzt auch in Wien einen visuellen Appell an Politik und Gesellschaft für den enormen Stellenwert von Informationen aus mutigen, unabhängigen Quellen”, so Hausjell abschließend.

(ROG 12-01-2026)

Reporter ohne Grenzen kämpft weltweit für Pressefreiheit, Medienvielfalt und den Schutz des Journalismus.

Solidarität und Unterstützung wirken – tragen Sie bitte mit einer Spende dazu bei!

Pressemitteilung

Fritz Hausjell im W24-Stadtgespräch

Der Präsident von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich spricht im Interview mit dem Wiener Stadtsender W24 über den wirtschaftlichen Druck auf Medien, US-Digitalkonzerne, verschlechterte Pressefreiheit, Fake News und glaubwürdige Inhalte.

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