Charity: Asphaltstockschießen zur Verteidigung der Pressefreiheit Posted on 9. Juli 20269. Juli 2026von Martin Wassermair Salzburger Journalistinnen und Journalisten erspielten 5.400 Euro für Reporter ohne Grenzen Raiffeisen Salzburg veranstaltete am Mittwoch, 8. Juli 2026, bereits zum zweiten Mal ein Medien-Asphaltstockturnier. Auf der Anlage des EV Wals beteiligten sich 20 Redakteurinnen und Redakteure am Charity-Event, dessen Erlöse in diesem Jahr der Pressefreiheitsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich gewidmet wurden. Am Ende des Abends wurde ein Betrag in der Höhe von 5.400 Euro erspielt, den ROG-Präsident Fritz Hausjell als Spende für das Engagement für Informationsfreiheit, Medienvielfalt und einen unabhängigen Journalismus entgegennahm. Wir danken der Raiffeisen Salzburg und allen Beteiligten sehr herzlich dafür! Fotocredit: RVS/Neumayr
Journalismus ist kein Verbrechen gegen den Staat! Posted on 8. Juli 20268. Juli 2026von Martin Wassermair Reporter ohne Grenzen wehrt sich gegen Unterdrückung unabhängiger Medien durch nationale Sicherheitspolitiken In dem aktuellen Bericht “National Security as a Weapon Against Journalism” macht Reporter ohne Grenzen (RSF) deutlich, dass der Begriff der nationalen Sicherheit weltweit zunehmend über seinen ursprünglichen Zweck hinaus als Instrument zur Unterdrückung des Journalismus missbraucht wird. “Immer mehr Journalistinnen und Journalisten werden in diesem Zusammenhang strafrechtlich verfolgt, inhaftiert, überwacht, ins Exil getrieben oder sogar getötet”, warnt Martin Wassermair, Generalsekretär der österreichischen RSF-Sektion. Der übermäßige Einsatz von Befugnissen im Namen der nationalen Sicherheit ist leider nicht auf autoritäre Regime beschränkt. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten und dem darauf folgenden “globalen Krieg gegen den Terrorismus” haben sich Politiken unter dem Vorwand nationalen Sicherheitserfordernisse erheblich ausgeweitet. Anne Bocandé, Redaktionsdirektorin von RSF International, führt dazu aus: “Vorwürfe des Zuwiderhandelns dienen nicht mehr lediglich als rechtliche Grundlage für die strafrechtliche Verfolgung unabhängiger Medien; sie sind zu politischen und rhetorischen Waffen geworden, die dazu dienen, die Presse in der Öffentlichkeit zu diskreditieren.” Der RSF-Bericht zeigt auf, wie das Konzept der nationalen Sicherheit zunehmend von seinem ursprünglichen Zweck abgekoppelt und in vielen Kontexten zu einem Instrument der Nötigung, Einschüchterung und Zensur umfunktioniert wird. Er enthält konkrete Empfehlungen an Staaten, internationale Institutionen und digitale Plattformen, damit diese die Presse nicht länger als Bedrohung betrachten, sondern sie als Eckpfeiler der Demokratie anerkennen und schützen. Fritz Hausjell, Präsident von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich, unterstreicht die Notwendigkeit, der Kriminalisierung des Journalismus entgegenzutreten: “Jede ungerechtfertigte Strafverfolgung, jede willkürliche Inhaftierung und jedes Gesetz, das gegen mediale Berichterstattung als Waffe eingesetzt wird, untergräbt nicht nur die Pressefreiheit, sondern auch die Fähigkeit der Bürgerinnen und Bürger, die Welt um sie herum zu verstehen, die Mächtigen zur Rechenschaft zu ziehen und sich gegen Propaganda zu wehren.” RSF Report – National Security as a Weapon againstJournalism (PDF-Download)
Betroffenheit und Trauer um Andreas Koller Posted on 28. Juni 202628. Juni 2026von Martin Wassermair Österreichs Medienlandschaft verliert wichtigen Mitstreiter bei der Verteidigung von Pressefreiheit Mit großer Betroffenheit und tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Andreas Koller, der am 26. Juni 2026 im Alter von 65 Jahren verstorben ist. Über viele Jahrzehnte hinweg hat er die österreichische Medienlandschaft als Politikjournalist und Kommunikationsexperte entscheidend mitgeprägt und ist dabei stets mit Nachdruck für demokratische Grundwerte eingetreten. Mit seinem unermüdlichen Engagement für Pressefreiheit, journalistische Ethik und die Stärkung demokratischer Öffentlichkeit war er auch für Reporter ohne Grenzen (RSF) ein unverzichtbarer Mitstreiter bei der Verteidigung von Medienvielfalt und der journalistischen Unabhängigkeit. Unsere Gedanken sind bei der Familie, den Freundinnen und Freunden sowie den zahlreichen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern. Andreas Koller bleibt uns ein wichtiges Vorbild, das uns zugleich verpflichtet, seine Überzeugungen weiterzutragen und für die medialen Grundlagen des demokratischen Gemeinwesens weiterhin die Stimme zu erheben. Fotocredit: APA
Mehr Schutz für Journalistinnen! Posted on 26. Juni 202626. Juni 2026von Martin Wassermair Reporter ohne Grenzen erörterte mit Frauenministerin Holzleitner Maßnahmen gegen Gewalt und Diskriminierung im Hinblick auf neue Medienförderung Angesichts der starken Zunahme von Bedrohungen und Gewalt in digitalen Netzwerken gewinnt der Schutz von Journalistinnen und weiblichen Medienschaffenden immer mehr an Bedeutung. “Wir setzen uns verstärkt für Maßnahmen ein”, erklärt Martin Wassermair, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich, “die sowohl die Sicherheit als auch die psychische Gesundheit gewährleisten und dem Anstieg von Angriffen und Hasskampagnen entgegenwirken”. Bereits im vergangenen Jahr legte RSF International einen umfassenden Empfehlungskatalog für Regierungen, Medienhäuser und Plattformbetreiber zur Bekämpfung von Cyber-Belästigung und Diskriminierung von Frauen im Mediensektor vor, der nun auch in die österreichische politische Debatte stärker eingebracht werden soll. Am Donnerstag, 25. Juni 2026, traf Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich mit Frauenministerin Eva-Maria Holzeitner zusammen, um im Hinblick auf die bevorstehende Neuordnung der Medienförderung vor allem frauenpolitische Gesichtspunkte zu erörtern. Vorstandsmitglied Barbara Tóth problematisierte sexuelle Übergriffe in Medien, verwies auf die aktuellen Vorfälle im ORF und forderte mehr redaktionelle Verantwortung bei der Verankerung wirksamer Schutz- und Beschwerdemechanismen. Insbesondere die für 2027 geplante Einrichtung einer Kontakt- und Clearingstelle für von Gewalt und Diskriminierung betroffene Journalistinnen bietet konkrete Möglichkeiten, das Ausmaß der Vorfälle zu erfassen und daraus wirksame Präventionsmaßnahmen abzuleiten. Frauenministerin Holzleitner verwies auf die bisherigen Aktivitäten ihres Ressorts im Gewaltschutz und richtete an Journalismus und Medien einen deutlichen Appell: “Wie über Gewalt an Frauen und über Femizide berichtet wird, prägt die Wahrnehmung dieser Taten in unserer Gesellschaft. Die Verantwortung tragen Politik und Medien gemeinsam, deshalb ist der enge Austausch mit ‘Reporter ohne Grenzen’ sehr wertvoll.” Fotocredit: BMFWF
Leidenschaft in Geiselhaft Posted on 24. Juni 202624. Juni 2026von Martin Wassermair Die Fußball-WM 2026 und die Krise der Menschenrechte Nach einer längeren Durststrecke nimmt Österreich 2026 wieder einmal an einer WM-Endrunde teil – entsprechend groß ist die Vorfreude. Doch abseits der Stadien in den USA, Kanada und Mexiko sowie des Fanjubels rücken zunehmend kritische Fragen in den Fokus: Welche sozialen, politischen und menschenrechtlichen Herausforderungen gehen mit der Ausrichtung eines solchen Mega-Events einher? Und wie reagieren Medien sowie Zivilgesellschaft darauf? Gemeinsam mit dem Linzer Wissensturm und der fairplay Initiative veranstaltete Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich am Montag, 8. Juni 2026, einen Vortrags- und Diskursabend, in dessen Rahmen auch die Einschränkungen der Pressefreiheit während der WM 2026 diskutiert wurden. Videoaufzeichnung