Exklusiv für Mitglieder: Mit Leonhard Dobusch im Gespräch!

Mitglieder spielen für Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich eine wichtige Rolle. Mit ihrem Beitrag unterstützen sie den Einsatz für Demokratie, Pressefreiheit und Meinungsvielfalt. Zugleich beteiligen sie sich aktiv am Netzwerk – und somit am öffentlichen Diskurs.

Ab 2025 sind die Mitglieder eingeladen, ganz exklusiv an regelmäßigen Online-Talkrunden mit namhaften Persönlichkeiten aus Medien, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft teilzunehmen.

In der dritten Ausgabe des Jahres 2025 ist Leonhard Dobusch (u.a. ORF-Stiftungsrat) zu Gast. Der renommierte Wirtschaftswissenschaftler beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Medienpolitik und Medienentwicklung, er war von 2022 bis 2025 Mitglied des ZDF-Verwaltungsrats und wurde vor wenigen Wochen auch in den ORF-Stiftungsrat berufen.

Das Thema des Online-Talks:

Keine Haltung ist auch eine Haltung – der Mythos vom wertfreien Journalismus

Wann und wo?

Montag, 1. Dezember 2025, 18.00 – 19.00 Uhr – online!

Mitgliedschaft macht sich bezahlt!

Anmeldungen bitte an info@rog.at.

30 Jahre nach Dayton: “Der Krieg ist noch immer in den Köpfen!”

Am Montag, 24. November 2025, traf Martin Wassermair, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich, auf Vermittlung des Außenministeriums mit Dejan Šajinović zusammen. Der Journalist der Tageszeitung Nezavisne Novine erzählte im Gespräch, dass sich die Situation der Medienfreiheit in Bosnien und Herzegowina in den letzten Jahren spürbar verschlechtert hat.

Zur Erinnerung: Im Dezember 1995 wurde das Abkommen von Dayton unterzeichnet, das den Krieg in Bosnien und Herzegowina nach dreieinhalb Jahren beendete. Zeitgleich wurde auch “Nezavine Novine” gegründet, als unabhängige Stimme mit Sitz in Banjaluka in der Republika Srpska.

“30 Jahre später ist der Krieg noch immer in den Köpfen der Menschen, die Medien schüren vielfach die gegensätzliche Stimmung, nicht zuletzt um den Konflikt mit den nationalistischen Kräften zu vermeiden”, führte Dejan Šajinović zur unverändert angespannten Lage in seinem Land aus. Vor allem hat Milorad Dodik, von 2022 bis 2025 Präsident der Republika Srpska, schon bisher mehrfach Versuche unternommen, die Medien nach ungarischem Vorbild unter Kontrolle zu bringen. Jedenfalls stehen Zeitungen, Zeitschriften und der Rundfunk mittlerweile unter großem ökonomischen Druck, was wiederum in vielen Redaktion eine gewisse Zurückhaltung bei der kritischen Berichterstattung über Korruption und Machmissbrauch zur Folge hat.

Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich wird auch weiterhin notwendige Brücken bauen, damit Journalistinnen und Journalisten in Bosnien und Herzegowina in ihrem Kampf um Pressefreiheit und mediale Unabhängigkeit solidarisch der Rücken gestärkt wird.

Transnationale Repression: RSF fordert G7 zu konkreten Schutzmaßnahmen auf

Von 21. bis 23. November 2025 treffen sich die G7-Staaten im kanadischen Ottawa, um über Sicherheitspolitik zu beraten.

Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert, dass die transnationale Repression zu einem zentralen Thema der Gespräche gemacht wird und dass die G7 Strategien zum besseren Schutz der Betroffenen verabschiedet. Im Juni 2025 kündigten die G7-Staaten ihre Absicht an, ihre Zusammenarbeit im Bereich der transnationalen Repression auszuweiten – eine Erklärung, die von RSF begrüßt wurde und die nun konkrete Schritte in naher Zukunft fordert.

Medienmitarbeiterinnen und -mitarbeiter werden zunehmend Opfer transnationaler Repression, das heißt wenn autoritäre Staaten Angriffe über ihre Landesgrenzen hinaus durchführen. Diese Angriffe können physischer, digitaler und psychologischer Natur sein, wie die glaubwürdigen Drohungen gegen Journalistinnen und Journalisten aus Iran in sieben Ländern, darunter die G7-Mitglieder Deutschland, Großbritannien, die USA und Kanada, zeigen.

Die anhaltenden Drohungen gegen die in Deutschland lebende ägyptische Investigativjournalistin Basma Mostafa wurden als “äußerst besorgniserregend” bezeichnet. Autoritäre Staaten greifen auch zu rechtlichen Mitteln: Russische Behörden verhängen in Abwesenheit Haftstrafen oder erlassen Haftbefehle gegen Medienvertreterinnen und -vertreter im Exil, was deren Mobilität stark einschränkt. Solche Maßnahmen zielen darauf ab, kritische Stimmen zu unterdrücken und einzuschüchtern und Oppositionelle zum Schweigen zu bringen.

Mehr Informationen unter:

https://rsf.org/en/transnational-repression-rsf-calls-g7-take-concrete-protective-measures

Auszeichnung: Press Freedom Awards 2025 verliehen

Die 33. Verleihung der RSF Press Freedom Awards fand am 15. November 2025 im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums von Reporter ohne Grenzen (RSF) in Paris statt. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr:

  • Sevinj Vagifgizi (Aserbaidschan), Chefredakteurin von Abzas Media bekam die Auszeichnung für mutige Berichterstattung (Courage Prize).
  • Bisan Owda (Palästina) erhielt die Auszeichnung für Wirksamkeit (Impact Prize).
  • Shin Daewe (Myanmar) wurde mit der Auszeichnung für Unabhängigkeit (Independence Prize) geehrt.
  • Atiana Serge Oulon (Burkina Faso), Chefredakteur von L’Événement, wurde der Mohamed-Maïga-Preis für investigativen Journalismus in Afrika verliehen.
  • Robin Tutenges (Frankreich), wurde mit dem Lucas-Dolega-SAIF-Fotopreis gewürdigt.

Jedes Jahr zeichnet RSF mit den Press Freedom Awards Journalistinnen und Journalisten sowie Medien aus, die weltweit einen herausragenden Beitrag zur Verteidigung und Förderung der Pressefreiheit leisten. Die Preisverleihung wurde von Steven Jambot, Produzent der RFI-Sendung “L’Atelier des médias”, moderiert.

Unter den Rednerinnen und Rednern waren Fotograf Pierre Ciot (Vertreter der französischen Urhebergesellschaft SAIF) und Schauspielerin und Regisseurin Aïssa Maïga, Tochter des malischen Journalisten Mohamed Maïga, zu dessen Gedenken der afrikanische Investigativpreis vergeben wird.

Mehr Informationen unter:

https://www.reporter-ohne-grenzen.de/artikel/pressemitteilungen/4134/die-preistragerinnen-stehen-fest

Ukraine: 26 leere Stühle für die von Russland inhaftierten Medienschaffenden

Reporter ohne Grenzen fordert die sofortige Freilassung

Am Samstag, 15. November 2025, wurden im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew symbolisch 26 leere Stühle aufgestellt, um auf die 26 willkürlich von Russland inhaftierten Medienschaffenden aufmerksam zu machen. Sie müssen unverzüglich freigelassen werden.

Vladyslav Hershon, Yana Suvorova, Iryna Danylovych, Aziz Azizov … – die Namen der 26 ukrainischen Journalistinnen und Journalisten, die willkürlich von Russland inhaftiert wurden – einige von ihnen seit fast zehn Jahren –, wurden auf leeren Stühlen angezeigt, die auf dem Sophienplatz im Herzen von Kiew aufgestellt waren. Die Kampagne „Empty Chairs“ wird vom Center for Civil Liberties, der ukrainischen Organisation, die 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, und PEN Ukraine in Zusammenarbeit mit RSF durchgeführt.

Neben der Aufmerksamkeit für die vom Kreml inhaftierten Schriftsteller und Aktivisten machte die Kampagne auch auf die 70 ukrainischen Zivilisten aufmerksam, die willkürlich von Russland inhaftiert wurden. Die ukrainischen Journalisten Dmytro Khyliuk und Vladyslav Yesypenko, die 2025 freigelassen wurden, sprachen über ihre Inhaftierung.

Mehr Informationen unter:

https://rsf.org/en/26-empty-chairs-kyiv-ukrainian-journalists-detained-russia-rsf-calls-their-immediate-release