Im Iran ist der Journalismus in großer Gefahr und benötigt sofortigen Schutz

Der Krieg mit Israel hat die äußerst prekäre Lage von Journalistinnen und Journalisten im Iran deutlich gemacht, einem der fünf Länder mit der schlechtesten Lage im Weltpressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen (RSF). Auch wenn die israelischen Bomben die seit langem bestehende Unterdrückung durch das iranische Regime nicht mehr verschärfen, haben die jüngsten Angriffe die Lage der Reporterinnen und Reporter im Land noch prekärer gemacht als je zuvor. RSF bekundet seine Solidarität mit dem Journalismus im Iran und fordert die internationale Gemeinschaft auf, zu seinem Schutz beizutragen.

Am 16. Juni, drei Tage nach Beginn der israelischen Offensive gegen den Iran, trafen israelische Raketen das iranische Staatsfernsehen, töteten zwei Mitarbeiter und unterbrachen die Sendungen. Obwohl der Sender seit langem als Propagandainstrument des Obersten Führers kritisiert wurde, war der Angriff eine abschreckende Botschaft. Am 23. Juni trafen israelische Raketen das Tor des Evin-Gefängnisses, das für die Inhaftierung von Journalistinnen und Journalisten und politischen Gefangenen berüchtigt ist. Der israelische Außenminister lobte den Treffer auf das Symbol der Unterdrückung durch das Regime, erwähnte jedoch nicht die Gefahr, die die Angriffe für die regimekritischen Stimmen im Inneren darstellen.

Mehr Informationen unter:

https://rsf.org/en/iran-s-journalists-are-still-danger-and-need-immediate-protection

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Terrorherrschaft in Saudi-Arabien: Die Hinrichtung des Journalisten Turki al-Jasser erfordert internationale Reaktion

Reporter ohne Grenzen (RSF) verurteilt aufs Schärfste die Hinrichtung des saudischen Journalisten Turki al-Jasser, der am 14. Juni nach sieben Jahren willkürlicher Haft getötet wurde. Al-Jasser, der Mitte 40 war, ist laut RSF-Angaben der erste Journalist, der unter der Herrschaft von Mohammed bin Salman in Saudi-Arabien zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, und der zweite weltweit seit 2020. Die internationalen Verbündeten Riads müssen alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um diesem Terrorregime gegen Journalisten ein Ende zu setzen.

Turki al-Jasser ist der erste Journalist, der seit der Machtübernahme von Prinz Mohammed bin Salman im Jahr 2015 in Saudi-Arabien hingerichtet wurde. Er ist weltweit der zweite Medienmitarbeiter, der seit 2020 nach einem Todesurteil hingerichtet wurde, nachdem der Direktor von Amadnews, Rouhollah Zam, im Iran hingerichtet worden war. Saudi-Arabien, wo die Unterdrückung aller abweichenden Meinungen und Kritik zugenommen hat, ist einem Bericht von Amnesty International aus dem Jahr 2024 zufolge das Land mit der dritthöchsten Zahl an Hinrichtungen weltweit nach China und dem Iran. Seit Anfang 2025 hat das Regime mindestens 88 Hinrichtungen vollstreckt.

Mehr Informationen unter:

https://rsf.org/en/reign-terror-saudi-arabia-execution-journalist-turki-al-jasser-demands-international-response

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Der politischen Radikalisierung gegenüber Medien ist Einhalt zu gebieten!

Reporter ohne Grenzen sieht im Angriff auf ORF-Landesstudio eine Gefahr für die Pressefreiheit

Am Freitag, 6. Juni 2025, verschafften sich propalästinensische Aktivisten unbefugt Zutritt zum Tiroler ORF-Landesstudio, um ihren Unmut über die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Senders zum militärischen Konflikt in Gaza zum Ausdruck zu bringen. Die Sicherheitsvorkehrungen konnten Schlimmeres verhindern, die ORF-Verantwortlichen haben schließlich mit den Protestierenden das Gespräch gesucht. Nach der raschen Beendigung des Vorfalls zeigt sich Martin Wassermair, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich, dennoch besorgt: „Der Angriff auf die Integrität einer redaktionell sorgfältigen TV-Anstalt bestätigt, dass die Radikalisierung der politischen Debatten immer öfter kritische und unabhängige Medienarbeit ins Visier nimmt.“

ROG-Präsident Fritz Hausjell warnt vor den weitreichenden Folgen derartiger Vorkommnisse: „Politisch motivierte Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten sowie auf Medienunternehmen bedeuten eine ernsthafte Bedrohung für die Pressefreiheit. Sie erklären letztlich die demokratische Öffentlichkeit in ihrer Gesamtheit zur Zielscheibe.“ Die Herstellung und Abbildung vielfältiger Perspektiven und Standpunkte zählen zu den wichtigsten Aufgaben journalistischer Medien. „Wer sich mit Gewalt dagegen wendet, schadet den Bemühungen für die Aushandlung von Konfliktlösungen und dem friedlichen Miteinander“, so Hausjell abschließend.

(ROG 06-06-2025)

Pressemitteilung

Gaza: Forderung nach uneingeschränktem Zugang für Medien

Über hundert Organisationen, die sich für Pressefreiheit einsetzen, und internationale Redaktionen haben sich Reporter ohne Grenzen (RSF) und dem Committee to Protect Journalists (CPJ) angeschlossen und einen öffentlichen Appell veröffentlicht, in dem sie fordern, dass ausländischen Journalistinnen und Journalisten unverzüglich unabhängiger und uneingeschränkter Zugang zum Gazastreifen gewährt wird.

Seit mehr als 20 Monaten verweigern die israelischen Behörden ausländischen Journalistinnen und Journalisten die Einreise in den Gazastreifen. Im gleichen Zeitraum tötete die israelische Armee fast 200 palästinensische Medienschaffende in dem blockierten Gebiet, darunter mindestens 45, die wegen ihrer Arbeit getötet wurden.

Dieser gemeinsame Appell, der von RSF und CPJ ins Leben gerufen wurde, vereint renommierte Nachrichtenagenturen aus allen Kontinenten, die das Recht fordern, Korrespondentinnen und Korrespondenten nach Gaza zu entsenden.

Mehr Informationen unter:

https://rsf.org/en/gaza-rsf-cpj-and-over-130-media-outlets-call-opening-strip-foreign-journalists-and-protecting

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Exklusiv für Mitglieder: Mit Barbara Tóth und Maria Windhager im Gespräch!

Mitglieder spielen für Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich eine wichtige Rolle. Mit ihrem Beitrag unterstützen sie den Einsatz für Demokratie, Pressefreiheit und Meinungsvielfalt. Zugleich beteiligen sie sich aktiv am Netzwerk – und somit am öffentlichen Diskurs.

Ab 2025 sind die Mitglieder eingeladen, vierteljährlich und exklusiv an Online-Talkrunden mit namhaften Persönlichkeiten aus Medien, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft teilzunehmen.

Den Auftakt machte am 26. März 2025 der Autor und Publizist Roger de Weck (u.a. ehemaliger Chefredakteur der ZEIT und Generaldirektor der öffentlich-rechtlichen SRG).

In der zweiten Ausgabe sind Barbara Tóth (Journalistin, Historikerin) und Maria Windhager (Medienanwältin) zu Gast. Die beiden sind neu im Vorstand von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich und treten für starke Pressefreiheit und wehrhaften Journalismus ein – mit der Überzeugung: “Grund- und Freiheitsrechte fallen nicht vom Himmel, sondern müssen täglich neu erkämpft werden!”

Barbara Tóth und Maria Windhager diskutieren mit den Mitgliedern, mit welchen Gefahren Journalismus und Medien konfrontiert sind und wie sie gegen illiberale Entwicklungen eine wirkmächtige Stimme erheben können.

Mittwoch, 11. Juni 2025, 18.00 – 19.00 Uhr – online!

Mitgliedschaft macht sich bezahlt!

Anmeldungen bitte an info@rog.at.

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