Weltflüchtlingstag 2026: Dramatischer Anstieg von Medienschaffenden im Exil 20. Juni 2026 Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni 2026 schlägt Reporter ohne Grenzen (RSF) Alarm: Die Zahl der Herkunftsländer von Journalistinnen und Journalisten sowie anderen an unabhängiger Medienberichterstattung Beteiligten im Exil hat sich innerhalb der vergangenen fünf Jahre verdoppelt. Die betroffenen Medienschaffenden – mehr als 1.400 Menschen aus mindestens 65 Ländern – sehen aufgrund der mit ihrer Arbeit verbundenen Gefahren sowie der zunehmenden Verschärfungen in der Migrationspolitik keine Möglichkeit, ihre journalistische Tätigkeit ungehindert fortzusetzen. Dieses Phänomen ist keineswegs auf eine bestimmte Region der Welt beschränkt, sondern breitet sich weiter aus. Innerhalb von fünf Jahren ist die Zahl der betroffenen Länder von 19 im Jahr 2021 auf 40 im Jahr 2025 dramatisch angewachsen. Im gleichen Zeitraum blieb die Zahl der im Exil lebenden Jounalistinnen und Journalisten, die Unterstützung von Reporter ohne Grenzen (RSF) erhielten, hoch: 235 im Jahr 2021 und 243 im Jahr 2025. Journalismus im Exil stellt ein bedeutendes Gegengewicht zur Desinformation dar – allerdings ist die Aufnahmepolitik nach wie vor unzureichend! Reporter ohne Grenzen (RSF) hat zehn Empfehlungen für Länder herausgegeben, die im Exil lebende Journalisten aufnehmen. Diese gliedern sich in drei Hauptbereiche: rechtlicher Schutz, finanzielle Unterstützung und Kapazitätsaufbau. Stärkung des rechtlichen Schutzes Erteilung von Langzeitvisa, um gefährdeten Journalistinnen und Journalisten sowie ihren Familien sofortigen, verlängerbaren Schutz zu gewähren. Erleichterung der Erteilung von langfristigen Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen, damit sich im Exil lebende Medienschaffenden leichter neu ansiedeln und ihre Arbeit im Aufnahmeland wieder aufnehmen können, insbesondere wenn eine rasche Rückkehr in ihr Herkunftsland unwahrscheinlich ist. Einrichtung von Mechanismen, die es bedrohten Journalistinnen und Journalisten ermöglichen, im Falle grenzüberschreitender Repression die Polizei zu alarmieren. Verabschiedung von Gesetzen, die Plattformen verpflichten, auf Belästigungen von Journalistinnen und Journalisten zu reagieren, um im Exil lebende Medienschaffende vor grenzüberschreitender Repression und Online-Missbrauch zu schützen. Finanzielle Nachhaltigkeit fördern Erleichterung der Registrierung von Medienorganisationen im Exil und Gewährung von Steuerbefreiungen sowie öffentlicher Zuschüsse für solche Organisationen in den ersten Jahren ihrer Entwicklung. Medienzentren finanzieren und fördern, die Medienorganisationen im Exil Coworking-Räume, Produktionswerkzeuge und Mentoring-Programme anbieten – wie beispielsweise “Voix en exil” in Frankreich. Finanzierung bestehender Programme wie des “Journalism in Exile Fund”, um den Übergang von projektbezogener Finanzierung zu einer strukturellen und nachhaltigen Betriebsfinanzierung für Medienorganisationen im Exil zu erleichtern. Stärkung der Kapazitäten von Medien im Exil Die Entwicklung und gemeinsame Einführung von Technologien oder Umgehungsmöglichkeiten, wie beispielsweise das Svoboda-Satellitenpaket oder “Collateral Freedom”, unterstützen, um Medien im Exil dabei zu helfen, die Mauer der staatlichen Zensur in ihren Herkunftsländern zu durchbrechen. Medienorganisationen im Exil dazu ermutigen, ihre redaktionellen Praktiken zertifizieren zu lassen – insbesondere durch die Einhaltung internationaler Standards wie der Journalism Trust Initiative (JTI) –, um sie vor externem Druck zu schützen, der ihre journalistische Integrität gefährden könnte. Fortbildungsprogramme finanzieren, die es im Exil lebenden Journalistinnen und Journalisten ermöglichen, ihre Kompetenzen in Bereichen wie Cybersicherheit, Rechts- und Finanzmanagement, digitale Sicherheit, Open-Source-Recherche, Reichweitenmessung usw. weiterzuentwickeln. Mehr Informationen