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Heute wieder Journalisten in der Türkei vor Gericht

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist mit einer Delegation aus Wien, Paris und Berlin nach Istanbul gereist, um die heute stattfindenden Gerichtsverhandlungen zu beobachten. Auch Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, ist vor Ort.

Heute, Mittwoch, wird der Prozess gegen Erol Önderoglu in Istanbul fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm wegen der Teilnahme an einer Solidaritätsaktion mit der pro-kurdischen Zeitung Özgür Gündem „Propaganda für eine terroristische Organisation“ vor. Mit ihm angeklagt sind die Vorsitzende der Türkischen Menschenrechtsstiftung, Sebnem Korur Fincanci, der Cumhuriyet-Kolumnist Ahmet Nesin und Özgür-Gündem-Chefredakteur Inan Kizilkaya.

Reporter ohne Grenzen fordert die türkische Justiz auf, sämtliche Anschuldigungen gegen den langjährigen Türkei-Korrespondenten der Organisation unverzüglich fallenzulassen.

„Erol Önderoglu und zahlreichen Intellektuellen drohen jahrelange Haftstrafen – nur, weil sie eine Zeitung unterstützt haben“, sagt ROG-Österreich Präsidentin Rubina Möhring. „Die Massenverhaftungen von Journalisten und Schließungen von Medien in der Türkei während des Ausnahmezustands zeigen, wie wichtig die Arbeit von Erol Önderoglu und seinen Mitangeklagten ist. Die türkische Justiz muss die absurden Anschuldigen endlich fallenlassen, damit sie ihren Einsatz für die Menschenrechte in der Türkei fortsetzen können.“

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Neues Fotobuch der Pressefreiheit: Jazz

Das 53. Fotobuch von Reporter ohne Grenzen und Magnum Photos ruft nicht nur Erinnerungen an legendäre Jazz-MusikerInnen wach: Es bietet auch ein Update über die junge französische und internationale Jazz-Szene durch die besten Fotografen von Magnum. Die Bilder zeigen deutlich, was Jazz ausmacht: Improvisation, Zusammenspiel, Innovation …

Seit seinen Anfängen hat Jazz AutorInnen, PhilosophInnen, Soziologinnen und WissenschafterInnen inspiriert. Reporter ohne Grenzen und Magnum verleihen einigen von ihnen eine Stimme durch die beigefügten Texte (französisch, mit englischem Anhang), u.a. von den Jazz-Liebhabern Haruki Murakami Paul Auster und Michel Butor.

Hier ein Überblick über dieses Fotobuch in englischer Sprache.

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Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016

Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016: weltweit 74 JournalistInnen getötet

Weltweit 74 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit getötet –
besonders viele in Syrien, Afghanistan, Mexiko, Irak und Jemen

In diesem Jahr sind weltweit mindestens 74 JournalistInnen, BürgerjournalistInnen und MedienmitarbeiterInnen wegen ihrer Arbeit getötet worden. Fast drei Viertel von ihnen wurden gezielt angegriffen. Das geht aus dem heute veröffentlichten zweiten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (ROG) hervor.

Damit sind in den vergangenen zehn Jahren mindestens 695 professionelle JournalistInnen im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Die gefährlichsten Länder für JournalistInnen und andere Medienschaffende waren 2016 Syrien, Afghanistan, Mexiko, der Irak und der Jemen. Rund zwei Drittel der gewaltsamen Todesfälle dieses Jahr entfielen auf Kriegs- und Konfliktregionen.

„Besonders erschreckend ist, dass so viele JournalistInnen gezielt wegen ihrer Tätigkeit angegriffen und ermordet werden“, sagt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. „Diese Zahlen zeigen, wie folgenlos bisher alle internationalen Bemühungen geblieben sind, Journalisten besser vor Gewalt zu schützen. Wir brauchen einen UN-Sonderbeauftragten zum Schutz von Journalisten, um die vielen Beschlüsse zu diesem Thema endlich durchzusetzen.“

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Mexiko: erneut Journalist erschossen

Jesús Adrián Rodríguez recherchierte Verwicklungen von Justizbeamten in Foltervorwürfe

Reporter ohne Grenzen Österreich verurteilt den Mord an Radioreporter Jesús Adrián Rodríguez Samaniego in  Chihuahua, Mexiko. Er wurde am 10. Dezember 2016, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, auf dem Weg zur Arbeit erschossen. Rodríguez ist der 13. ermordete Journalist in Mexiko in diesem Jahr.

Rodríguez befasste sich als Radiojournalist mit der Regionalregierung von Chihuahua und berichtete für die Zeitung El Heraldo de Chihuahua über Verbrechen. In den Tagen vor seinem Tag recherchierte er über einen vermeintlichen Justizirrtum, Folter in Gefängnissen und die mögliche Verstrickung von Beamten des Justizministeriums darin.

„Es braucht dringend zuverlässige Schutzmechanismen für Journalistinnen und Journalisten in Mexiko. Medien werden dort systematisch zur Zielscheibe, wenn sie über Korruption und organisierte Kriminalität schreiben“, kritisiert Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich.

Die Polizei von Chihuahua gab bekannt, einen Zusammenhang zwischen  Rodríguez‘ Ermordung und seinen Recherchen zu untersuchen, erste Verhaftungen hätten bereits stattgefunden.

Mexiko ist auf der Rangliste von Reporter ohne Grenzen auf Platz 149 von 180 Ländern (World Press Freedom Index): http://www.rog.at/press-freedom-index/

Jahresbilanz Pressefreiheit 2016

Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016: 348 Journalisten in Haft und 52 entführt

Massiver Anstieg von Inhaftierungen in der Türkei: Die Repressionswelle seit dem Putschversuch in der Türkei hat die Zahl der weltweit inhaftierten Journalistinnen und Journalisten in diesem Jahr deutlich in die Höhe getrieben. Das geht aus dem heute veröffentlichten ersten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (ROG) hervor.

Weltweit sitzen derzeit mindestens 348 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit im Gefängnis, sechs Prozent mehr als vor einem Jahr – die meisten von ihnen in der Türkei, in China, Syrien, Ägypten oder dem Iran. Darunter sind neben 187 professionellen Journalistinnen und Journalisten auch 146 Blogger und Bürgerjournalisten sowie 15 sonstige Medienmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Entführt sind weltweit derzeit 52 Medienschaffende – und zwar ausnahmslos in Syrien, im Jemen oder im Irak. 21 von ihnen befinden sich in der Gewalt der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“.

„Die Hexenjagd gegen Journalisten in der Türkei sprengt alle bekannten Dimensionen“, sagt ROG-Präsidentin Rubina Möhring. „Dass die Türkei, die ja immer noch EU-Beitrittskandidat ist, in einer Reihe mit notorischen Feinden der Pressefreiheit wie den Regimen in China, Syrien und dem Iran findet, ist bezeichnend für das drastische Vorgehen der türkischen Behörden gegen die Pressefreiheit. Die hohe Zahl entführter Journalisten in Syrien, dem Irak und dem Jemen zeigt einmal mehr, dass die unabhängige Berichterstattung stets zu den ersten Opfern eines Krieges gehört.“

Hier Teil 1 der Bilanz (Zahl der entführten und inhaftierten JournalistInnen) als PDF.

Den zweiten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit mit den Zahlen getöteter Journalisten sowie den gefährlichsten Regionen für Reporter veröffentlichte Reporter ohne Grenzen am 19. Dezember, hier die Details.

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Solidarität mit den KollegInnen in der Türkei

Zum morgigen „Tag der Menschenrechte“ setzen wir gemeinsam mit fünf weiteren führenden Journalistenorganisationen, dem Verband Österreichischer Zeitungen und dem ORF ein Zeichen der Solidarität mit türkischen MedienmacherInnen: Inserate in den überregionalen und den Bundesländer-Tageszeitungen sowie führenden Wochenzeitungen und Magazinen weisen auf die dramatische Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei hin, wo 142 JournalistInnen inhaftiert sowie 170 Medien verboten wurden.

Wir bedanken uns bei den österreichischen Medien für ihre Bereitschaft, diese Solidaritätsaktion durch kostenfreie Einschaltung einer 1/8-Seite im Querformat in der Ausgabe vom 10.12.2016 (bzw. bei wöchentlichen Titeln in unmittelbarer zeitlicher Nähe vor oder nach diesem Datum) zu unterstützen.

Hier eine Presseerklärung zu dieser Aktion.

Danke auch an die Agenturen ikp und GGK MullenLowe für die Umsetzung der Kampagne.

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