ROG und Bündnis von NGOs fordern Verschiebung der Wahlen in Burundi

Reporter ohne Grenzen (ROG) und ein Bündnis internationaler Nichtregierungsorganisationen fordern die Regierung in Burundi dazu auf, die für kommenden Dienstag (21. Juli) geplanten Präsidentschaftswahlen zu verschieben. Die insgesamt 17 Organisationen befürchten, dass der Urnengang die politischen Spannungen in dem Land anheizen und zu einer weiteren Destabilisierung der Lage führen könnte. Zudem sind derzeit so gut wie alle unabhängigen Medien in dem Land geschlossen, so dass die Bürger keinerlei Möglichkeit besitzen, sich umfassend über die Wahlen zu informieren. Dutzende Journalisten wurden während der vergangenen Monate bedroht, mindestens 50 von ihnen sind aus Burundi geflüchtet.

„In Burundi herrscht derzeit eine politische Krisensituation, verbunden mit einer von der Regierung erzwungenen Informationsblockade. Die Regierung unter Präsident Nkurunziza muss daher die geplanten Wahlen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben“, fordert ROG-Österreich Präsidentin Rubina Möhring. Ohne unabhängige Berichterstattung gerate jede Wahl zur Farce, so Möhring weiter. Die Regierung müsse den Journalisten die Möglichkeit geben, über die politischen Kandidaten und über die Probleme und Herausforderungen in Burundi auch kritisch berichten zu können. Weiterlesen

100 Fotos für die Pressefreiheit: Neues Fotobuch von Jean-Marie Périer für Reporter ohne Grenzen

20150715_102417Jean-Marie Périer ist ein 1940 geborener französischer Fotograf und Filmemacher, der ab 1956 zunächst als Assistent von Fotograf Daniel Filipacchi  für Marie Claire, Paris Match und Jazz arbeitete.

Périer fotografierte vor allem Musiker: Jazz-Größen wie Miles Davis, Ella Fitzgerald und Dizzy Gillespie, später die Beatles, Bob Dylan und die Rolling Stones.

Das Fotoalbum ist zum Preis von €9,90 erhältlich bei Reporter ohne Grenzen. Bestellungen unter info(at)rog.at

Nach Atomverhandlungen muss Iran endlich inhaftierte Journalisten freilassen

Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert die internationale Gemeinschaft nach dem Abschluss der Atomverhandlungen dazu auf, von der iranischen Regierung klar und unmissverständlich die Freilassung aller inhaftierten Journalisten zu verlangen und die Achtung von Meinungs- und Pressefreiheit einzufordern. Dass sich der Iran bei internationalen Verhandlungen kompromissbereiter zeigt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verfolgung unabhängiger Journalisten und Blogger seit dem Amtsantritt von Staatspräsident Hassan Rohani im Jahr 2013 sogar noch zugenommen hat. Rund 100 Blogger und Onlineaktivisten wurden während der vergangenen zwei Jahre verhaftet und zu teils sehr langen Haftstrafen verurteilt. Dutzende Oppositionsmedien wurden von den Behörden geschlossen.

„Westliche Politiker sollten sich von dem Bild, das die iranische Regierung in internationalen Verhandlungen von sich präsentiert, nicht blenden lassen“, sagt ROG-Österreich Präsidentin Rubina Möhring. „Der Iran bleibt ein repressives Regime, das Meinungs- und Pressefreiheit verachtet und kritische Stimmen im Land gnadenlos verfolgt.“

Weiterlesen

ROG fordert Abschaffung der Blasphemiegesetze in der EU

arton48104-21cbcReporter ohne Grenzen (ROG) setzt sich für die Abschaffung von Blasphemiegesetzen innerhalb der Europäischen Union ein. Nach dem Vorbild von Island, das sechs Monate nach dem Attentat auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo im Januar nun am 2. Juli das Blasphemiegesetz abschaffte, sollten auch die EU – Länder sich zu einem solchen Schritt entscheiden.

„Blasphemiegesetze dürfen unter keinen Umständen dazu benutzt werden, die Meinungs- und Informationsfreiheit einzuschränken. Die Freiheit der Meinungsäußerung ist in den Menschenrechten in Artikel 19 verankert und muss unantastbar bleiben“, so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. Daher sei es wichtig, so Möhring weiter, dass die Länder der Europäischen Union die Einschränkung der Meinungsäußerung, wie sie derzeit in Form von Blasphemiegesetzen besteht, zu beseitigen. Weiterlesen

Ägypten: neues Gesetz bestraft Journalisten für objektive Berichterstattung

arton48076-e0dceDie ägyptische Regierung unter Präsident Abdel Fatah Al-Sisi plant drastische Einschränkungen der Presse- und Informationsfreiheit. Unter anderem sollen Journalisten in Zukunft ausschließlich offizielle Quellen zitieren dürfen wenn sie über bewaffnete Angriffe oder Bombenanschläge terroristischer Gruppierungen berichten. Bei Nichteinhaltung drohen hohe Haftstrafen.

Die neuen Richtlinien sind in einem Terrorismusbekämpfungsgesetz enthalten, das in den nächsten Tagen vom Präsidenten abgesegnet werden soll. Hintergrund ist vor allem die schwierige Situation auf der Sinai-Halbinsel, wo es immer wieder zu Anschlägen kommt und die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Das neue Gesetz wurde nach der jüngsten Serie von tödlichen Angriffen gegen ägyptische Soldaten, die auf der Halbinsel stationiert waren, entworfen. Der IS bekannte sich zu den Anschlägen. Die Zahl der Todesopfer differierte zwischen offiziellen Angaben der Militärbehörde und den Angaben von Journalisten. Die ägyptische Regierung scheint nun alles dran zu setzen, kritische Berichte über die dortige Sicherheitslage zu unterbinden.

„Kritische Journalisten sind in Ägypten schon jetzt massiven Einschüchterungen ausgesetzt. Das neue Gesetz wird die Selbstzensur aus Angst vor hohen Strafen noch weiter befördern“, so Rubina Möhring, Präsidentin von ROG Österreich. Weiterlesen

ROG kritisiert fehlenden Zugang für Journalisten zum Flüchtlingslager Traiskirchen

Es ist ein Skandal, dass MedienvertretInnen der Zugang zu Flüchtlingslagern und damit auch Gespräche mit Flüchtlingen verwehrt wird, so der Vorstand von Reporter ohne Grenzen Österreich. Das gilt für Traiskirchen genauso wie für alle anderen Verteilungszentren. Transparenz, und Information sind demokratiepolitische Basisbegriffe. Der Respekt vor Menschenrechten gehört zum Einmaleins auch jenes humanitären Bewusstseins, das im Innenministerin beherrscht werden sollte. JournalistInnen Zugang zu Traiskirchen zu schaffen ist eine Bringschuld, die die Innenministerin längst hätte erfüllen müssen. Stattdessen werden JournalistInnen bei der Ausführung ihrer Informationspflicht behindert.
Weiterlesen

Indien: zwei Journalisten in zwei Wochen ermordet

 

In Indien sind bereits zwei Journalisten sind im Juni wegen ihrer Arbeit ermordet worden. Zuletzt war am 19. Juni der 40-jährige Journalist Sandeep Kothari im Bundesstaat Madhya Pradesh während einer Motorradfahrt von einem vorbeifahrenden Auto gerammt und von mehreren Insassen des Wagens entführt worden. Sein verbrannter Leichnam wurde einige Tage später aufgefunden.

Indien KothariKothari hatte zuvor über illegalen Abbau von Mangan und Sand für eine Tageszeitung in der Stadt Jabalpur berichtet. Außerdem hatte er Beschwerden gegen involvierte Personen eingereicht. Seine eine Familie wurde schon seit Längerem von mafiösen Gruppierungen bedroht.

Weiterlesen

Europaspiele Baku: ROG fordert von Sponsoren mehr Engagement für inhaftierte Journalisten

Am 12. Juni beginnen die Europaspiele in Aserbaidschans Hauptstadt Baku. Doch das Land ist gezeichnet von Menschenrechtsverletzungen und Repressionen gegenüber kritischen Journalisten. Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert aus diesem Grund die Sponsoren des sportlichen Großereignisses in einem offenen Brief auf, sich neben Marketingstrategien auch für die Einhaltung der Menschenrechte in diesem Land einzusetzen. Speziell fordert ROG die Sponsoren auf, sich für die Freilassung der derzeit 12 inhaftierten Journalisten und Blogger in Aserbaidschan einzusetzen.
 Baku
„Wussten Sie, dass unabhängiger Journalismus in Aserbaidschan eine Hochrisiko-Sportart ist?“, steht etwa in dem Brief an internationale Firmen wie Coca-Cola, Mc Donald’s und Motorola. „Am Abend der Eröffnung der Europaspiele werden 12 Journalisten und Blogger wegen frei erfundener Verbrechen wie Drogenhandel oder Spionagetätigkeit eingesperrt sein.“ Ein prominentes Beispiel ist das Schicksal der seit Ende 2014 inhaftierten Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Khadija Ismayilova.
Hier finden Sie den offenen Brief von Reporter ohne Grenzen an die Sponsoren der Europaspiele 2015
Die Europaspiele ähneln den Olympischen Spielen, haben jedoch weniger Sportarten und werden ausschließlich von europäischen Athleten ausgetragen.
Die Spiele werden zum ersten Mal überhaupt stattfinden, Aserbaidschan hatte die Idee zu dieser Großveranstaltung und übernimmt für die anreisenden Teams den Großteil der Kosten.
„Mit dem Ereignis will sich Aserbaidschan als modern und weltoffen präsentieren. Ausgetragen werden die Spiele jedoch in einem repressiven Umfeld“, so Rubina Möhring, Präsidentin von ROG Österreich.

Weiterlesen