Indien: zwei Journalisten in zwei Wochen ermordet

Indien Kothari

In Indien sind bereits zwei Journalisten sind im Juni wegen ihrer Arbeit ermordet worden. Zuletzt war am 19. Juni der 40-jährige Journalist Sandeep Kothari im Bundesstaat Madhya Pradesh während einer Motorradfahrt von einem vorbeifahrenden Auto gerammt und von mehreren Insassen des Wagens entführt worden. Sein verbrannter Leichnam wurde einige Tage später aufgefunden.

Kothari hatte zuvor über illegalen Abbau von Mangan und Sand für eine Tageszeitung in der Stadt Jabalpur berichtet. Außerdem hatte er Beschwerden gegen involvierte Personen eingereicht. Seine eine Familie wurde schon seit Längerem von mafiösen Gruppierungen bedroht.

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Europaspiele Baku: ROG fordert von Sponsoren mehr Engagement für inhaftierte Journalisten

Baku
Am 12. Juni beginnen die Europaspiele in Aserbaidschans Hauptstadt Baku. Doch das Land ist gezeichnet von Menschenrechtsverletzungen und Repressionen gegenüber kritischen Journalisten. Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert aus diesem Grund die Sponsoren des sportlichen Großereignisses in einem offenen Brief auf, sich neben Marketingstrategien auch für die Einhaltung der Menschenrechte in diesem Land einzusetzen. Speziell fordert ROG die Sponsoren auf, sich für die Freilassung der derzeit 12 inhaftierten Journalisten und Blogger in Aserbaidschan einzusetzen.
„Wussten Sie, dass unabhängiger Journalismus in Aserbaidschan eine Hochrisiko-Sportart ist?“, steht etwa in dem Brief an internationale Firmen wie Coca-Cola, Mc Donald’s und Motorola. „Am Abend der Eröffnung der Europaspiele werden 12 Journalisten und Blogger wegen frei erfundener Verbrechen wie Drogenhandel oder Spionagetätigkeit eingesperrt sein.“ Ein prominentes Beispiel ist das Schicksal der seit Ende 2014 inhaftierten Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Khadija Ismayilova.
Hier finden Sie den offenen Brief von Reporter ohne Grenzen an die Sponsoren der Europaspiele 2015
Die Europaspiele ähneln den Olympischen Spielen, haben jedoch weniger Sportarten und werden ausschließlich von europäischen Athleten ausgetragen.
Die Spiele werden zum ersten Mal überhaupt stattfinden, Aserbaidschan hatte die Idee zu dieser Großveranstaltung und übernimmt für die anreisenden Teams den Großteil der Kosten.
„Mit dem Ereignis will sich Aserbaidschan als modern und weltoffen präsentieren. Ausgetragen werden die Spiele jedoch in einem repressiven Umfeld“, so Rubina Möhring, Präsidentin von ROG Österreich.

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Saudi-Arabien: Oberster Gerichtshof bestätigt 1000 Peitschenhiebe für Raif Badawi

Badawi
Am 7. Juni hat der Oberste Gerichtshof in Saudi-Arabien die ursprünglich angesetzte Strafe für den Blogger Raif Badawi bestätigt. Damit steht einer Fortsetzung der 1000 Peitschenhiebe nichts mehr im Weg.
Badawi wurde am 7. Mai 2014 zu zehn Jahren Gefängnis und 1000 Stockschlägen verurteilt, außerdem zu einer Geldstrafe von umgerechnet 200.000 Euro und einem zehnjährigen Ausreiseverbot im Anschluss an seine Haftstrafe. Dem Mitbegründer der Diskussionswebseite Liberal Saudi Network und Preisträger des Pressefreiheitspreises von Reporter ohne Grenzen 2014 wurden unter anderem kritische Online-Kommentare über die saudische Religionspolizei zur Last gelegt, mit denen er gegen das Gesetz gegen Internetverbrechen verstoßen habe.
Die Stockschläge, die ursprünglich in wöchentlichem Abstand mit je 50 Schlägen ausgeführt werden sollten, sind nach dem ersten Mal am 9. Januar 2015 wegen der schweren Verletzungen von Woche zu Woche verschoben worden, zuletzt am 1. Mai.
Reporter ohne Grenzen (ROG) sieht in der Entscheidung des Gerichtshofes eine grobe Missachtung jeglicher menschlicher Würde. Darüber hinaus zeige die saudische Regierung auch „eine völlige Ignoranz gegenüber der Protesthaltung in großen Teilen der Welt gegenüber dieser Strafe“, so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. Menschen aus verschiedensten Ländern hatten sich mit Kampagnen und Demonstrationen in den vergangenen Monaten international gegen die Peitschenhiebe eingesetzt, auch Reporter ohne Grenzen hatte zu Unterschriften für eine Petition aufgerufen.
Badawis Ehefrau hatte auf einer Pressekonferenz von Reporter ohne Grenzen und Amnesty International im Mai 2015 noch Hoffnung geäußert, Badawi könnte doch noch begnadigt werden.

Kritik an brutalem Vorgehen der türkischen Regierung gegenüber kritischer Zeitung Cumhuriyet

Cumhuryet
Reporter ohne Grenzen kritisiert die Einschüchterung und Bedrohung der türkischen Zeitung Cumhuriyet seitens der türkischen Regierung unter Premier Recip Tayyip Erdogan. Insbesondere dem renommierten kritisch-investigativen Journalisten Can Dündar drohen Strafen wegen Verstoß gegen das Anti-Terror-Gesetz sowie wegen Beleidigung Erdogans. Staatsanwalt Irfan Fidan ordnete außerdem das Blockieren von jeglichen Netzinhalten an, die das Interesse des türkischen Staates gefährden könnten.
„Wir fordern die türkische Regierung auf, ihre Drohungen gegenüber kritischen Medien und ihre Einflussnahme auf die Berichterstattung mittels schwammiger juristischer Verfahren sofort einzustellen“, so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. Sie fordert, die Vorwürfe gegen die Zeitung Cumhuriyet und den Journalisten Can Dündar fallenzulassen.

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ROG fordert: Vereinte Nationen sollten mehr Druck auf Syrien ausüben

Reporter ohne Grenzen fordert die Vereinten Nationen auf, mehr Druck für die Freilassung inhaftierter Journalisten in Syrien auszuüben. Auf einer Pressekonferenz im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York am 27. Mai forderte ROG-Generalsekretär Christophe Deloire gemeinsam mit Yara Bader, der Ehefrau des inhaftierten syrischen Journalisten Mazen Darwish, ein härteres Vorgehen der Vereinten Nationen, um den Schutz und die Freilassung inhaftierter Journalisten in Syrien durchzusetzen.
Kurz zuvor hatten die Vereinten Nationen neue Schutzmaßnahmen für Journalisten in Kriegs- und Krisengebieten beschlossen.
Mazen Darwish, der Gründer des Syrischen Zentrums für Medien- und Meinungsfreiheit (SCM) ist, wie auch seine Kollegen Hani Al-Zaitani und Hussein Ghareer, seit mehr als drei Jahren inhaftiert. Am 3. Mai zeichnete die UNESCO Darwish mit dem Pressefreiheitspreis aus – doch einige Tage später wurden er und seine Kollegen an einen unbekannten Ort gebracht. Seitdem hat seine Familie nichts mehr von ihm gehört.
„Das Verschwinden von Darwish kurz nach der Preisverleihung ist Ausdruck einer großen Aggressivität seitens der syrischen Regierung“, meinte ROG-Generalsekretär Deloire: „Die internationale Gemeinschaft sollte dieses Verhalten nicht tolerieren.“

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Usbekistan: Journalist Abdurakhmanow muss 65.Geburtstag hinter Gittern verbringen

Reporter ohne Grenzen fordert die usbekische Regierung dazu auf, den Journalisten Salijon Abdurakhmanow umgehend und bedingungslos freizulassen. Aburakhmanow wird heute 65 Jahre alt. Seinen Geburtstag muss er jedoch im Gefängnis verbringen, denn aufgrund dubioser Anschuldigungen sitzt er in seiner Heimat Usbekistan seit 2008 in Haft.
„Usbekistans Regierung hat den Journalismus so stark eingeschränkt, dass es in dem Land so gut wie keine unabhängige Berichterstattung mehr gibt und praktisch alle kritischen Journalisten in Haft sind“, sagte ROG-Österreich Präsidentin Rubina Möhring. „Es erschüttert uns, dass Salijon Abdurakhmanow schon wieder ein Lebensjahr hinter Gittern verbringen musste und seinen Geburtstag nicht in Freiheit feiern kann.“

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Zehn Jahre Andischan-Massaker in Usbekistan – Reporter ohne Grenzen fordert Ende der Medienzensur

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Zum zehnten Jahrestag des Massakers von Andischan fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) die usbekische Regierung auf, die systematische Überwachung, Einschüchterung und Verfolgung unabhängiger Journalisten einzustellen. Die Medienzensur in Usbekistan wurde seit dem Massaker vom 13. Mai 2005 massiv verstärkt. Mittlerweile sitzen fast alle unabhängigen Journalisten des Landes im Gefängnis oder waren gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.
„In Usbekistan gibt es mittlerweile praktisch keine unabhängigen Medien mehr“, sagte ROG-Österreich Präsidentin Rubina Möhring. „Wir fordern von Präsident Karimow, in einem ersten Schritt zur Verbesserung der Lage der Medienfreiheit, alle inhaftierten Journalisten freizulassen.“

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Radiodirektor im Jemen getötet/ Immer mehr Journalisten Opfer von Angriffen im Jemen

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Reporter ohne Grenzen ist erschüttert über die Ermordung des Radio-Generaldirektors Abdelkarim Nasser Ali Muthanna vom jemenitischen Regionalradio Marib. Muthanna wurde bereits am 22.April in der Region Sirwah, Teil der östlichen Provinz Marib, getötet. Nach Angaben der International Federation of Journalists (IFJ) befand er sich dort, um über die Kämpfe zwischen schiitischen Hutis und überwiegend sunnitischen Stämmen zu berichten, die sich seit Wochen dort zutragen.
„Die Ermordung Muthannas passiert in einer Zeit der steigenden Einschüchterung von Journalisten und Nachrichtenmedien in einem von Gewalt und Chaos regierten Land“, so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. Gerade die jemenitische Zivilbevölkerung und die Journalisten seien Opfer der immer schlechter werdenden politischen und humanitären Situation im Jemen. „Journalisten brauchen dringend mehr Schutz, um ihre Arbeit durchführen zu können“, so Möhring weiter.

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