ORF-Europastudio zur Türkei mit Rubina Möhring

Die Türkei ist am Sonntag, 4.12.2016, um 11.05 Uhr Thema im ORF-Europastudio. Paul Lendvai diskutiert mit Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen, Barbara Frischmuth, Florian Eder und Cengiz Günay: Wie umgehen mit der Türkei und ihrem autoritär regierenden Präsidenten Erdogan? Mehr Infos dazu hier.

 

Radiomoderator auf Sendung erschossen: Reporter ohne Grenzen fordern Aufklärung

Reporter ohne Grenzen fordern die Behörden Perus auf, rasch und lückenlos den Mord an einem Radiomoderator aufzuklären: Hernán Choquepata Ordóñez („Randy“ Ordóñez) wurde am Sonntag, 20. November 2016, in der peruanischen Küstenstadt Camaná erschossen, während er für Radio La Ribereña eine Musiksendung moderierte. Ein Schütze war in den Radiosender gestürmt und hatte dem Moderator in den Kopf geschossen.

In seiner Sendung „Habla el Pueblo” (deutsch: „Die Menschen sprechen“) ließ Ordóñez immer wieder Bewohnerinnen und Bewohner zu Wort kommen, die sich über die dortigen Behörden beschwerten. Ordóñez selbst übte häufig offen Kritik an der lokalen Führung. So kritisierte er eine Woche vor seinem Tod die Bürgermeister von Camaná und dem Nachbarort, Mariscal Cáceres. Seine Kollegen berichten, er habe in letzter Zeit Todesdrohungen erhalten und diese auch der Polizei gemeldet.

„Bei den Untersuchungen dieses schockierenden Mordes muss unbedingt berücksichtigt werden, dass ein Zusammenhang mit Ordóñez‘ Arbeit als Journalist besteht“, fordert Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. „Dieser Mord darf nicht straflos bleiben.“

Peru ist auf der Rangliste von Reporter ohne Grenzen auf Platz 84 von 180 Ländern (World Press Freedom Index).

Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich für Rubina Möhring

Goldenes Ehrenzeichen der Republik für Rubina Möhring

In eigener Sache: Wir von Reporter ohne Grenzen sind stolz auf unsere Präsidentin Rubina Möhring, die am 15. November 2016 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich erhalten hat. Stadträtin Renate Brauner würdigte Rubinas unermüdlichen Einsatz für Menschenrechte und Demokratie.

Hier ein Auszug aus der Laudatio:
Schon während ihres Studiums in Wien begann Rubina Möhring ihre journalistische Karriere bei der Tageszeitung „Die Presse“. 1986 wechselte sie in den ORF und arbeitete dort viele Jahre lang in verschiedenen Funktionen. Sie war Gründungsmitglied des „Club 2“, Redakteurin des „Auslandsreport“ und der „Zeit im Bild 2“, war Chefin vom Dienst der Hauptnachrichtensendung „Zeit im Bild“, Sonderkorrespondentin für Griechenland und die Türkei und schließlich Repräsentantin des ORF für 3Sat und Leiterin der Bereiche Kultur und Wissenschaft. Heute ist sie freie Journalistin.

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Prozess vertagt: Türkische Justiz muss Anschuldigungen gegen ROG-Korrespondent fallenlassen

Der für heute in Istanbul anberaumte Prozess gegen den Türkei-Korrespondenten von Reporter ohne Grenzen, Erol Önderoglu, wurde in den Jänner vertagt. Reporter ohne Grenzen fordert die türkische Justiz auf, sämtliche Anschuldigungen gegen ihn fallen zu lassen.

Erol Önderoglu musste sich heute in Istanbul zusammen mit der Vorsitzenden der türkischen Menschenrechtsstiftung, Sebnem Korur Fincanci, und dem Cumhuriyet-Kolumnisten Ahmet Nesin vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen wegen ihrer Teilnahme an einer Solidaritätsaktion mit der pro-kurdischen Zeitung Özgür Gündem „Propaganda für eine terroristische Organisation“ vor. Auch Özgür-Gündem-Chefredakteur Inan Kizilkaya stand heute vor Gericht.

„Hier sitzen Menschen selbst auf der Anklagebank, die sich sonst immer für andere Verfolgte einsetzen. Das zeigt, wie dramatisch die Lage in der Türkei mittlerweile ist“, berichtet Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, aus Istanbul. Sie beobachtete mit Kolleginnen und Kollegen von Reporter ohne Grenzen aus Frankreich und Deutschland den Prozessbeginn.

„Allein für ihre Solidarität mit der verfolgten pro-kurdischen Zeitung Özgür Gündem drohen Dutzenden Journalisten und Intellektuellen Haftstrafen. Auf die willfährige türkische Justiz wagt man für sie kaum noch zu hoffen. Deshalb brauchen Erol Önderoglu und seine Mitangeklagten größtmögliche internationale Unterstützung, damit sie ihren Einsatz für die Menschenrechte in der Türkei fortsetzen können“, so Möhring.

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Türkische JournalistInnen vor Gericht

Unsere Präsidentin Rubina Möhring ist derzeit mit KollegInnen aus Paris und Deutschland in Istanbul, wo heute und morgen wieder JournalistInnen vor Gericht stehen. „Hier sitzen Menschen selbst auf der Anklagebank, die sich sonst immer für andere Verfolgte einsetzen. Das zeigt, wie dramatisch die Lage in der Türkei mittlerweile ist“, sagt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich.

Hier dazu ein Interview mit ihr im Standard.

Wir fordern die türkische Justiz auf, sämtliche Anschuldigungen gegen unseren Türkei-Korrespondenten fallen zu lassen. Erol Önderoglu muss sich von Dienstag an in Istanbul zusammen mit der Vorsitzenden der türkischen Menschenrechtsstiftung, Sebnem Korur Fincanci, und dem Cumhuriyet-Kolumnisten Ahmet Nesin vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen wegen ihrer Teilnahme an einer Solidaritätsaktion mit der pro-kurdischen Zeitung Özgür Gündem „Propaganda für eine terroristische Organisation“ vor. Auch Özgür-Gündem-Chefredakteur Inan Kizilkaya steht von Dienstag an vor Gericht.

Feinde der Pressefreiheit 2016

Feinde der Pressefreiheit: neue Liste

Der 2. November ist ein wichtiger Tag für Reporter ohne Grenzen: Es ist der UN-Welttag gegen Straflosigkeit für Verbrechen an JournalistInnen. Allein seit Jahresbeginn wurden 50 JournalistInnen getötet. Werden die Täter von den Regierungen und Behörden nicht gesucht und nicht bestraft, trifft es die Opfer und Hinterbliebenen umso härter: Weil das Verbrechen ungesühnt bleibt.

Anlässlich dieses Welttags gegen Straflosigkeit veröffentlicht Reporter ohne Grenzen (ROG) eine neue Liste der „Feinde der Pressefreiheit“. Sie umfasst 35 Staats- und Regierungschefs, Extremisten- und Verbrecherorganisationen sowie Geheimdienste. Diese verkörpern in besonders drastischer Weise die rücksichtslose Unterdrückung der Pressefreiheit durch Zensur, willkürliche Verhaftungen, Folter und Mord.

Hier als PDF: Feine der Pressefreiheit 2016. In Kurzporträts ist darin umrissen, mit welchen Mitteln der jeweilige „Feind der Pressefreiheit“ eine unabhängige Berichterstattung unterdrückt, wie viele Journalisten zu seinen Opfern geworden sind, welche (meist staatlichen) Stellen bei der Repression helfen und mit welcher Rhetorik dies gerechtfertigt wird.

Neu auf der Liste stehen unter anderem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der ägyptische Präsident Abdelfattah al-Sisi und Thailands Junta-Chef Prayut Chan-o-cha. Zu den weiteren Neuzugängen gehören etwa der burundische Präsident Pierre Nkurunziza, Saudi-Arabiens König Salman und Venezuelas Präsident Nicolas Maduro, außerdem die Huthi-Rebellen im Jemen, die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ und die Islamistengruppe Ansarullah Bangla Team in Bangladesch.

„Die vielen neuen Namen unter den Feinden der Pressefreiheit zeigen, dass Autokraten und Extremisten jeder Couleur immer noch sicher sein können, mit der Unterdrückung freier Medien straflos davonzukommen“, sagt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. „Mancher Machthaber lässt seit Jahrzehnten ungestraft kritische Journalisten verfolgen, foltern oder ermorden. Die Vereinten Nationen sollten endlich einen Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten einsetzen, um wirksam gegen diesen schändlichen Zustand vorzugehen.“

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