Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Gefängnisstrafe, die ein aserbaidschanisches emin_20adnan_20son_20mehkeme-2.jpgGericht gestern dem 26 jährigen Blogger Adnan Hadji Zadeh und dem 30 jährigen Emin Milli verhängte, auf das Schärfste.

Die beiden Blogger waren am 11. November wegen Hooliganismus und vorsätzlicher physischer Gewaltausübung zu zwei und zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Sie sind bereits am 8.Juli diesen Jahres verhaftet worden, nachdem sie in einem Restaurant in der Stadt Baku gegen drei Männer handgreiflich geworden waren, die sie jedoch zuvor angegriffen hatten. Zweieinhalb Monate befanden sich die Blogger in Haft, bevor das Gerichtsurteil gefällt wurde.

"Dieses Gerichtsverfahren war von Anfang an gekennzeichnet von Ungerechtigkeiten", so Reporter ohne Grenzen. "Wie kann ein Land, das die Europäische Konvention der Menschenrechte unterzeichnet hat, das Recht auf Verteidigung und die Meinungsfreiheit derart verletzen? In diesem Gerichtsverfahren ging nur darum, zwei politische Blogger zu zensieren und zu bestrafen", so ROG weiter.



19.11.09 9:21 | | Weiter lesen >>

15 Jahre Haft drohen dem jungen Blogger Win Zaw Naing, weil er Fotos und Berichte über die Safran-Revolution im September 2007 im Internet veröffentlichte. Reporter ohne Grenzen und die Burmesische Medienvereinigung rufen nun zu seiner Freilassung und zur Freilassung der anderen inhaftierten Blogger auf.

"Es scheint, als sei die internationale Gemeinschaft derart beschäftigt mit diplomatischen Strategien zur Auflösung der Krise in Burma, dass die fortlaufenden Repressionen der Militärregierung gegenüber Journalisten, Bloggern und Menschenrechtsaktivisten einfach übersehen werden", so die beiden Organisationen.

"Die Befreiung der Gefangenen sollte eines der Hauptziele der internationalen Gemeinschaft bleiben. Ohne Informationsfreiheit werden die nächsten Wahlen weder frei noch fair", so Reporter ohne Grenzen und die Burmesische Medienvereinigung.

Der 24 jährige Win Zaw Naing befindet sich seit einigen Wochen in Haft im Bezirk Kyauktada, das Recht auf einen Anwalt wurde ihm bisher verwehrt. Nach Informationen von reporter ohne Grenzen wurde er inhaftiert, weil der Fotos der Proteste im Jahr 2007 veröffentlichte. Auf den Fotos waren unter anderem budhistische Mönche zu sehen. Die Polizei hat diverse Fotos und Artikel von seinem Blog (http://shwenyarthar.co.cc/) herunternehmen lassen.

In der letzten Zeit wurden nach Informationen von Reporter ohne Grenzen vier weitere Journalisten in Burma verhaftet: der freie Journalist Paing Soe Oo; der Journalist Thant Zin Soe, beschäftigt bei der Zeitung des Außenministeriums; Nyi Nyi Htun, ein freier Journalist; und Khant Min Htet,ein Dichter und Grafikdesigner.

17.11.09 9:54 |

Angesichts der pakistanischen Großoffensive gegen die Taliban in Waziristan
fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) einen besseren Zugang zu der Region für
Journalisten. Vor allem unabhängige Informationen über die Situation von
Zivilisten im Nordwesten Pakistans an der Grenze zu Afghanistan werden seit
Beginn des Armee-Einsatzes am 17. Oktober immer seltener.

"Die derzeitigen Beschränkungen für pakistanische und ausländische Medien
sind inakzeptabel, trotz der unbestreitbaren Risiken für Journalisten", so
ROG. "Die pakistanische Armee beschränkt nicht nur den Zugang zu den
Kampfgebieten, sondern auch zu den Flüchtlingslagern. Besonders dramatisch
ist die Situation in Süd-Waziristan. Das Gebiet ist für Pressevertreter und
Hilfsorganisationen faktisch gesperrt", teilt ROG weiter mit.


11.11.09 9:29 | | Weiter lesen >>

Drei junge Tibeter aus dem Dorf Dara werden seit dem ersten Oktober im Bezirk Nagchu von der Polizei festgehalten, nachdem sie im angrenzenden Bezirk Sogdzong für das elektronische Versenden von Informationen über Tibet an ausländische Kontakte verhaftet wurden.

Die Polizei verbietet den drei Tibetern Gyaltsen (25), Nymia Wangchuk (24) and Yeshe Namkha (25) seitdem jeden Kontakt zu ihrer Familie.

Reporter ohne Grenzen fordert die sofortige Freilassung der drei Tibeter und macht darauf aufmerksam, dass das Internet in Tibet stärker überwacht wird als in anderen Regionen Chinas.

"Das Internet wird in Tibet stärker überwacht, zensuriert und manipuliert als in jeder anderen chinesischen Provinz", so Reporter ohne Grenzen (ROG). "Trotz dieser Risiken übermitteln viele Tibeter weiterhin af elektronischem Weg Informationen, insbesondere an die tibetische Diaspora, sowie an Nichtregierungsorganisationen. Wir verurteilen, dass die chinesische Regierung derart viel Energie darauf verwendet, gewöhnliche Internetuser zu identifizieren und zu verhaften", so ROG weiter.



2.11.09 12:10 | | Weiter lesen >>

Vorreiterrolle der europäischen Staaten in Gefahr, Österreich auf Platz 13

Mit Sorge betrachtet Reporter ohne Grenzen (ROG) die sukzessive Verschlechterung der Situation von Medien und Journalisten in einigen europäischen Ländern. Anlässlich der Veröffentlichung der neuen ROG-Rangliste zur weltweiten Lage der Pressefreiheit am 20. Oktober warnt die Organisation zur Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit davor, dass Europa seine langjährige Vorbildfunktion verlieren könnte.

„Es ist beunruhigend festzustellen, dass demokratische Staaten wie Frankreich, Italien oder die Slowakei jedes Jahr weitere Plätze in der Rangliste verlieren", sagte Jean-François Julliard, ROG-Generalsekretär bei der Vorstellung der Rangliste 2009. „Europa sollte eine Vorreiterrolle bei der Gewährung von bürgerlichen Freiheiten spielen. Wie können europäische Staaten Verstöße gegen die Pressefreiheit in der Welt verurteilen, ohne sich auf dem eigenen Territorium vorbildlich zu verhalten? Pressefreiheit muss überall in der Welt mit der gleichen Energie und Beharrlichkeit verteidigt werden", forderte Julliard.

So hat beispielsweise Frankreich (43.) im Vergleich zum vergangenen Jahr acht Ränge verloren, Italien (49.) ist um fünf Plätze abgestiegen und die Slowakei (44.) sogar um 37 Plätze abgerutscht. Auch Bulgarien (68.) zeigt einen Abwärtstrend. Dieses Mal ist das südosteuropäische Land um weitere neun Ränge gefallen und bleibt damit Schlusslicht unter den EU-Staaten. Der EU-Beitrittskandidat Türkei sinkt um 20 Plätze im Ranking und steht damit auf Rang 122.

Damit werden eine Reihe von EU-Staaten in diesem Jahr von Staaten mit parlamentarischem System in Afrika - Mali (30.), Südafrika (33.) und Ghana (27.) - sowie in Lateinamerika - Uruguay (29.) und Trinidad und Tobago (28.) - überholt.

In einigen europäischen Ländern sind Medienmitarbeiter auch vor körperlichen Angriffen nicht sicher: In Italien sind mafiöse Gruppen und in Spanien (44., vorher 36.) die ETA für Gewalt und Drohungen gegen Medienvertreter verantwortlich. Auch auf dem Balkan dokumentierte ROG  Fälle von Gewalt gegen Journalisten: So wurde beispielsweise in Kroatien (78.) der Eigentümer und Marketing-Direktor der Wochenzeitschrift „Nacional" bei einem Bombenattentat getötet. 

20.10.09 9:32 | | Weiter lesen >>

In einem aktuellen Untersuchungsbericht analysiert Reporter ohne Grenzen
(ROG) die Ursachen für die prekäre Situation der Medien in Mexiko. 55
Journalisten wurden seit dem Jahr 2000 getötet, acht weitere werden zurzeit
vermisst. Die meisten Verbrechen bleiben unaufgeklärt. Auch die Einführung
einer "Sonderstaatsanwaltschaft für Verbrechen gegen Journalisten" im Jahr
2006 durch die mexikanischen Bundesbehörden änderte bisher nichts an dieser
Kultur der Straflosigkeit.

Eine ROG-Delegation reiste im Juli in das südamerikanische Land, um
Einblicke in die Ermittlungen zu den Journalistenmorden zu erhalten und die
Ursachen für fehlende Fortschritte bei der Identifizierung und
Strafverfolgung der Täter zu erfassen. Die Ergebnisse sind
niederschmetternd: Häufig sind Behörden und Amtsvertreter mitverantwortlich
für schwere Verstöße gegen das Recht auf freie Berichterstattung und
Information. Polizisten arbeiten mit kriminellen Gruppen zusammen, die die
Beamten bedrohen oder bestechen. Aus diesem Grund verlaufen einige
Ermittlungen im Sande, und die Suche nach den vermissten Journalisten wird
häufig wegen "fehlender Spuren" eingestellt.

"Die Schwierigkeiten im Kampf gegen den Drogenhandel und das organisierte
Verbrechen können erst gelöst werden, wenn die mexikanischen Behörden die
zuständigen Polizeibeamten besser überprüfen und Maßnahmen zur Eindämmung
von Korruption einleiten. Der politische Wille dazu war bisher mehr als
ungenügend", heißt es in dem ROG-Bericht.

12.10.09 9:41 | | Weiter lesen >>

Am 3. Oktober haben in Rom über 100.000 Menschen für die Pressefreiheit in
Italien demonstriert. Journalisten, Gewerkschaftler und Künstler gingen
zusammen mit Reporter ohne Grenzen (ROG) auf die Straße, um Silvio
Berlusconis Repressionen gegen die Medien anzuprangern. Diese hatten in den
letzten Wochen stark zugenommen, nachdem der italienische Ministerpräsident
mit einer Reihe von Klagen gegen mehrere Zeitungen vorgegangen war.

ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard nannte die Kundgebung "die größte
Demonstration zum Schutz der Pressefreiheit, die die Welt je gesehen hat".
Er wies darauf hin, dass Berlusconi kurz davor stehe, von ROG als erster
europäischer Staatschef zu der "Liste der Feinde der Pressefreiheit"
hinzugefügt zu werden.
"In Kürze werden wir unsere jährliche Rangliste zur Lage der Pressefreiheit
weltweit veröffentlichen und mit großer Wahrscheinlichkeit wird Italien an
letzter Stelle aller europäischen Länder stehen", so Julliard weiter.

Domenico Affinito, Vizepräsident der italienischen Sektion von ROG, forderte
das italienische Volk dazu auf, das Recht auf freie Information aktiv
einzufordern. Weiter solle die Europäische Union Berlusconi bei ihrem
nächsten Gipfeltreffen dazu auffordern, die Repressionen gegen italienische
und internationale Medien umgehend zu beenden.

6.10.09 10:52 | | Weiter lesen >>

Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert die verschärfte Online-Zensur vor den
Feierlichkeiten am 1. Oktober in China, dem 60. Jahrestag der
Staatsgründung. "Die Vorbereitungen des Jubiläums, das störungsfrei ablaufen
soll, gehen mit neuen Einschränkungen der Freiheit von Internetnutzern
einher", so ROG.

Chinesische Internet-Kontrollagenturen haben unter anderem verstärkte
Maßnahmen eingeleitet, um Nutzer und Blogger davon abzuhalten, mit Hilfe
spezieller Software Internetsperren zu umgehen: Die Behörden haben in den
vergangenen Tagen zehntausende von IP-Adressen blockiert, die unter Verdacht
stehen, Programme wie "Freegate" zu nutzen.

"Die digitale Mauer Chinas war noch nie so undurchdringlich wie heute - am
Vorabend des Staatsjubiläums", so ROG. "Die neuen Beschränkungen machen es
noch schwieriger, soziale Netzwerkseiten wie "Facebook" oder "Twitter" und
Videoplattformen wie "YouTube" zu erreichen", kritisiert ROG.



5.10.09 8:33 | | Weiter lesen >>

2009 zeichnet Reporter ohne Grenzen Österreich Journalisten aus Aserbaidschan, Armenien und Georgien mit dem Press Freedom Award aus. Erstmals in der Geschichte des Pressefreiheitspreises prämiert die Jury Journalisten, die aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit im Sinne der Menschenrechte und Pressefreiheit inhaftiert wurden.
 
Pressefreiheit wird in Aserbaidschan, Armenien und Georgien hart erkämpft. Wo Reporter und Medien unter Druck stehen, ist eine Anerkennung wie der Press Freedom Award umso wichtiger. Aus diesem Grund wurden auf Vorschlag von OSCE-Medienbeauftragten Miklos Haraszti zwei inhaftierte Journalisten für ihre Standfestigkeit und ihren Mut als kritische und investigative Journalisten mit dem Press Freedom Award 2009 ausgezeichnet. Anerkennungspreise gehen an eine Journalistin aus Armenien für ihre mutige Analyse über ihr Heimatland und eine Zeitung in Georgien für die detaillierten Gerichtsreportagen über Verbrechen an Frauen und Folterung von heimkehrenden Soldaten.
 
Reporter ohne Grenzen gibt eine Pressekonferenz zum „Press Freedom Award 2009".
(Eine offizielle Preisverleihung findet in diesem Jahr nicht statt.)
 
Ihre Gesprächspartner sind:
}         Albert Rohan, Sprecher der Jury, früherer Generalsekretär des österreichischen Außenministeriums
}         Miklos Haraszti,  Medienbeauftragter der OSCE
}         Rubina Möhring, Präsidentin Reporter ohne Grenzen Österreich
 
***
 
Reporter ohne Grenzen Österreich zeichnet mit dem „Press Freedom Award" jährlich kritische bzw. aufklärende sowie investigative Publikationen zu Themen der Demokratiepolitik, Pressefreiheit und Meinungsvielfalt, Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Sozialkritik, Gesellschaftspolitik oder anderen verwandten Inhalten aus. Der Press Freedom Award ist in diesem Jahr mit insgesamt 12.000 Euro dotiert.
 
 
Für Fragen und Anmeldungen wenden Sie sich bitte an:
Pressestelle Reporter ohne Grenzen Österreich
Dr. Peter Hörschinger
ikp Wien PR und Lobbying GmbH
T: +43 1 524 77 90
E: peter.hoerschinger@ikp.at
 
Büroleitung Reporter ohne Grenzen Österreich
Mag. Hanna Ronzheimer
Reporter ohne Grenzen Österreich
T.: +43 1 581 00 11
E.: info@rog.at 


1.10.09 10:00 - 1.10.09 11:00 | Radiokulturcafe
d05913c2fc.jpgIn wenigen Tagen, am 1. Oktober, feiert die chinesische Volksrepublik ihren 60. Jahrestag. Von den Sicherheitsvorkehrungen her ist das Großereignis vergleichbar mit den Olympischen Spielen. Die Grenzen nach Tibet sind geschlossen, und die Zensur von Internetseiten nimmt zu. Werden abseits der Staatspropaganda unabhängige Stimmen vernehmbar sein? Eine Frage, die den chinesischen Journalisten Jiang Weiping seit mehr als 20 Jahren begleitet.

Reporter ohne Grenzen (ROG) präsentiert eine Serie mit vier autobiografischen Berichten des investigativen Journalisten. Der 1956 geborene Jiang Weiping erzählt von seinem dramatischen Lebensweg - vom Beginn seiner Karriere in den 80er Jahren über seine Verhaftung im Jahr 2000 bis hin zum Gang ins Exil nach Kanada in diesem Jahr.

Jiang Weiping begann seine Karriere im Jahr 1982 als Mitarbeiter der Tageszeitung Dalian Daily. 1987 wechselte er zur Nachrichtenagentur Xinhua, in den frühen 90er Jahren wurde er Leiter des nordöstlichen China-Büros der in Hongkong ansässigen Zeitung Wen Hui Po. Später schrieb er für verschiedene Hongkonger Zeitungen und Zeitschriften und begann Fälle von Amtsmissbrauch aufzudecken.

28.09.09 8:46 | | Weiter lesen >>

Der unabhängige serbische Radiosender "100 Plus" hat nach einem wiederholten Sabotageversuch erhebliche Sendeprobleme. Durch die teilweise Zerstörung eines Transmitters erreicht die Ausstrahlung des Radiosenders nur noch Teile der Stadt Novi Pazar. Schon vor einigen Monaten gab es einen ähnlichen Sabotageakt auf das Radio.

Reporter ohne Grenzen verurteilt die Sabotageakte und fordert von lokalen und nationalen Autoritäten, die Täter zu finden. Außerdem sollte die Regierung dem Radiosender technische und finanzielle Unterstützung bereitstellen, so dass ein weiteres Senden gewährleistet ist.

"Mit dem Sabotageakt sollte '100 Plus' endgültig ruhiggestellt werden. '100 Plus' ist der einzige Radiosender mit einer lizensierten Sendeweite über gesamte Region Sandzak. Über zehntausende Serben hören diesen Sender", so Reporter ohne Grenzen.

Die Radiostation wurde im Jahr 2003 von der privaten Nachrichtenagentur "Beta Press" mit Unterstützung der französischen Regierung aufgebaut worden.

Serbien ist auf Platz 64 im aktuellen Index der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen.

21.09.09 10:36 |

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist beunruhigt angesichts von Berichten über
eine neue geplante Internet-Filtersoftware in China. Einem Zeitungsbericht
zufolge haben Behörden in der Provinz Guangdong im Süden Chinas
Internetprovider dazu verpflichtet, die Filtersoftware "Landun" ("Blaues
Schild") einzuführen. Laut eines Artikels der in Hongkong ansässigen
Tageszeitung "Apple Daily" müssen die Provider die Software bis zum 13.
September installieren. Das Blatt bezieht sich auf Informationen eines
chinesischen Internetproviders.

ROG fordert die regionalen und nationalen Behörden auf, mögliche Pläne und
Absichten bezüglich der Software "Blaues Schild" darzulegen. Aus der Sicht
der Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit könnte die Software die
Internetnutzung noch stärker beeinträchtigen als das umstrittene Programm
"Grüner Damm", mit dem die chinesische Regierung vor einigen Monaten alle
neu verkauften PCs ausstatten wollte. Am 13. August hatte der Minister für
Industrie und Informationstechnologie Li Yizhong jedoch erklärt, dass die
Installation der PC-Software bei neu verkauften privaten Computern nicht
obligatorisch sein solle.

21.09.09 8:35 | | Weiter lesen >>

100 Naturfotos für die Pressefreiheit: neues Fotoalbum von Reporter ohne Grenzen

"Journalisten, die über Umweltverschmutzung schreiben, brauchen unseren Schutz", so Reporter ohne Grenzen anlässlich der Veröffentlichung des neuen Fotoalbums am 17.September. Das Album mit 100 Naturfotos entstand in Zusammenarbeit mit der Agentur "Minden Pictures", die Verhaltensforscherin Jane Goodall und der französische Ökologe Nicolas Hulot schrieben das Vorwort.

An der Frontlinie eines neuen Krieges befänden sich Journalisten, die sich auf das Themen Umweltverschmutzung konzentrierten, so Reporter ohne Grenzen. Mit ihrer Arbeit stellen sie sich gegen die Interessen vieler Konzerne, organisierter Verbrecherbanden und Regierungen, die von umweltschädigenden Praktiken profitieren. Als unbeliebte Zeugen werden sie bedroht und setzen sie sich großer Gefahr aus.

Seit 1992  veröffentlicht Reporter ohne Grenzen jährlich drei Fotoalben, mit dem Erlös werden Aktivitäten zum Schutz der Pressefreiheit weltweit finanziert.

Gleichzeitig mit Erscheinen des neuen Fotoalbums veröffentlicht Reporter ohne Grenzen den Bericht "Gefahren für Journalisten, die Umweltthemen an die Öffentlichkeit bringen". Der Bericht konzentriert sich vor allem auf die Ignoranz und Kontraproduktivität vieler Regierungen, wenn es um den Schutz dieser Journalisten geht. Anhand von 13 Einzelfällen wird das Risiko aufgezeigt, das Journalisten eingehen, wenn sie sich mit dem Thema Umweltschutz zu intensiv beschäftigen.

Den vollständigen Bericht können Sie hier lesen (englisch).

Das Fotoalbum "100 Naturfotos für die Pressefreiheit können Sie hier bestellen.

17.09.09 8:32 | Fotobücher

Viele russische Journalisten und Medien überleben nur durch finanzielle Zuwendungen regionaler Verwaltungen, Politiker und Unternehmer. Die ökonomische Notlage übernimmt die Aufgabe einer Zensurbehörde. Wer sich jedoch durch umsichtige Finanzierungsmodelle wirtschaftlich unabhängig macht, kann sich auch inhaltliche Freiräume schaffen. Dies ist das Ergebnis eines neuen Berichts von Reporter ohne Grenzen (ROG) zur Lage der Pressefreiheit in den russischen Regionen, der am 10. September in Berlin vorgestellt wurde.

Für den Bericht "Helden und Handlanger. Die Arbeit von Journalisten und Medien in den russischen Regionen" haben fünf fachkundige Rechercheure die Lage der Medien in sieben ausgewählten russischen Regionen - im Moskauer Gebiet, den Regionen Krasnodar, Perm, Primorje, Altai und den Gebieten Archangelsk und Swerdlowsk - untersucht.

Der neue ROG-Bericht zeichnet ein Bild der Arbeit der Journalisten in der Provinz und der Versuchungen und Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind: ein Atlas zur Lage der Pressefreiheit in der Russischen Föderation, der das berufliche Dilemma der Kolleginnen und Kollegen aufzeigt. In vielen Regionen hat sich in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs zwar eine zahlenmäßig reichhaltige Medienlandschaft entwickelt. Dennoch sind die Freiräume für unabhängige Berichterstattung nicht größer geworden. Viele Journalisten greifen kritische Themen und Missstände wie Korruption oder gewalttätig niedergeschlagene Proteste aufgrund starker Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Medien, Politik und Wirtschaft nicht auf.

14.09.09 10:43 | | Weiter lesen >>

Die Slowenische Tageszeitung "Dvevnik" darf weiterhin keine Berichte veröffentlichen, die den italienischen Geschäftsmann Pierpaolo Cerani in ein schlechtes Licht rücken. Die Richterin Katarina Novsak aus Ljublana verlängerte am 4. September jenes Gerichtsurteil, das schon seit einem Monat für die Tageszeitung gilt.

Als Begründung für die Verlängerung des Verbots der negativen Berichterstattung über Cerani gab die Richterin unter anderem der "beleidigenden und negativen Tonfall der Texte" an, die Ceranis "Ehre, Ruf und Würde auf nicht tolerierbare Weise schädigen".

Das Interesse der Öffentlichkeit sieht Richterin Novsak nicht gefährdet, da die Bevölkerung weiterhin über Ceranis Aktivitäten informiert werde.

10.09.09 9:56 | | Weiter lesen >>

arton34407-e811d.jpgMit großer Freude hat Reporter ohne Grenzen (ROG) die Nachricht von der
Freilassung des jungen afghanischen Journalisten Sayed Perwiz Kambachsch
aufgenommen. Kambachsch war wegen angeblicher Blasphemie zu 20 Jahren
Gefängnis verurteilt worden. Der Anwalt des Journalisten bestätigte am 7.
September die Entlassung Kambachschs, nachdem vor einigen Wochen Präsident
Hamid Karsai die Begnadigung des Journalisten unterzeichnet hatte.

"Wir begrüßen mit großer Freude die Freilassung von Sayed Perwiz Kambachsch.
Nach fast zwei Jahren Haft erhält Kambachsch endlich die Chance, sein Leben
wieder neu aufzubauen. Wir bedanken uns bei all denen, die nicht aufgehört
haben, Kambachschs Unschuld zu verteidigen und sich für seine Entlassung
eingesetzt haben", so ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard.

Weltweit haben sich zahlreiche Medien und Regierungen für die Freilassung
Kambachschs engagiert. ROG hatte eine Unterschriftenkampagne zur Entlassung
des Journalisten gestartet: In einer Petition appellierte die Organisation
zur Verteidigung der Pressefreiheit an Präsident Hamid Karsai, von seinem
Begnadigungsrecht Gebrauch zu machen und Kambachsch unverzüglich frei zu
lassen.

8.09.09 8:27 | Weiter lesen >>

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist bestürzt über den Mord an dem französisch-spanischen 63effb5174.jpgFotoreporter und Dokumentarfilmer Christian Poveda. Der 54-jährige wurde am 3. September im Kanton Rosario in El Salvador tot aufgefunden. Poveda wurde durch mehrere Kopfschüsse getötet. Nach Angaben der Polizei war er auf dem Rückweg von Dreharbeiten im Vorort La Campanera im Osten der Hauptstadt.

Poveda arbeitete für Medien wie Le Monde, Stern, New York Times und El Pais. In seinen jüngsten Reportagen beschäftigte er sich vor allem mit den so genannten Maras - gewalttätige Jugendbanden in Zentralamerika.

Möglicherweise steht Povedas Tod im Zusammenhang mit der Gewalt der Gangs. So sind beim Krieg zwischen den beiden Gruppen "Mara 18" und "Mara Salvatrucha" im vergangenen Jahr schätzungsweise 3.700 Menschen getötet worden.In seinem jüngsten Dokumentarfilm "La Vida Loca" über die „Mara 18" in La Campanera versuchte Poveda den Ursachen der Gewalt minderjähriger Bandenmitglieder nachzuspüren.
 

7.09.09 11:04 | | Weiter lesen >>

Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert die indischen Behörden auf, dem Mitarbeiter des Nachrichtenmagazins Der Spiegel Hasnain Kazim ein Pressevisum auszustellen. Der deutsche Journalist indischer Herkunft hatte am 7. April 2009 ein Visum beim indischen Konsulat in Hamburg beantragt, das nach den Angaben der Auslandsvertretung an Behörden in Neu-Delhi weitergeleitet wurde. Bis heute wird Kazim, der in der indischen Hauptstadt längerfristig als Korrespondent für den Spiegel arbeiten will, die Einreiseerlaubnis vorenthalten.

"Wir sind entsetzt, dass die indischen Behörden einem Mitarbeiter eines angesehenen Mediums ein weiteres Mal ein Pressevisum verweigern", kritisiert ROG. "Die von den Behörden vorgebrachten Entschuldigungen, es gebe zeitliche Verzögerungen in der Bearbeitung des Antrags, sind nach unserer Einschätzung nur vorgeschoben. Vielmehr versucht die indische Regierung, die Rückkehr eines kritischen Berichterstatters in das südasiatische Land zu verhindern", so ROG.

„Die Regierung muss diese archaische Visumpraxis, mit der einigen Korrespondenten der Besuch des Landes verwehrt wird, aufgeben", appelliert ROG. Dutzende andere ausländische Journalisten hätten vor Kazim das gleiche Problem gehabt.

Hasnain Kazim ist seit Februar 2006 Mitarbeiter von "Spiegel Online". Im Mai 2009 wollte der Journalist sich als Südasien-Korrespondent des Magazins Der Spiegel und für Spiegel Online in Indien niederlassen. Bereits im November 2008 war Kazim nach Indien gereist, um über die Anschläge in Mumbai zu berichten. Einige seiner damaligen Artikel wurden für den "CNN Journalists Award 2009" nominiert.

Vertreter des Hamburger Konsulats, der indischen Botschaft in Berlin und des indischen Außenministerium in Neu-Dehli antworteten auf Nachfragen, dass der Vorgang Zeit brauche. Aus vertraulicher Quelle erfuhr Kazim jedoch, dass Angehörige der indischen Botschaft ihn bei einer späteren Interviewanfrage beschuldigt hatten, "bösartige" und "unvollständige" Artikel veröffentlicht zu haben. Ferner warf man ihm vor, er sei im November 2008 mit einem falschen Visum nach Indien eingereist.

Der Chefredakteur des Spiegels, Mathias Müller von Blumencron, erklärte gegenüber ROG: "Die Ironie daran ist, dass Hasnain Kazims Familie dafür kämpfen musste, um in Deutschland akzeptiert zu werden. Heute weist ihn sein Herkunftsland zurück. Diese Situation ist für uns sehr traurig: Hasnain Kazim ist einer unserer brillantesten Online-Reporter. Wir verstehen immer noch nicht, warum die indische Regierung es ablehnt, ihm ein Visum auszustellen." Mathias Müller von Blumencron hatte den indischen Botschafter in Berlin getroffen und mit ihm über das Visumproblem gesprochen - ohne Erfolg.

Nachdem er vergeblich auf ein Visum gewartet hatte, arbeitet Hasnain Kazim nun vorerst als Korrespondent von Islamabad in Pakistan aus.

2.09.09 9:46 |

Für die Veröffentlichung unerlaubter Fotos von der niederländischen Königsfamilie in einem argentinischen Skiort wurde die US - Presseagentur Associated Press zu 1000 Euro Strafe pro Veröffentlichung (bis zu 50.000 Euro) verurteilt. Mit den unerlaubten Fotos wurde die Privatsphäre verletzt, so die Begründung des Amsterdamer Gerichts.

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die am Freitag getroffene Entscheidung scharf:"Wir sind schockiert und enttäuscht über dieses Urteil", so ROG. "Damit wurde ein Präzedenzurteil geschaffen, dass allen Präsidenten und Monarchen der Welt zugute kommt, die sich gegen unangenehme Fotos zur Wehr setzen wollen."

"Es ist eine Schande, dass ein solches Urteil gerade von einem Land innerhalb der Europäischen Union kommt, die sich normalerweise für ihr Engagement für Meinungsfreiheit loben lässt", so ROG weiter.

Weiters sei die Existenz eines "Medienkodex" in den Niederlanden, der die Beziehungen zwischen den Medien und der königlichen Familie regeln soll, eine Verletzung der Pressefreiheit und daher in der Europäischen Union nicht akzeptabel. "Natürlich können sich Medien frei dafür entscheiden, nur von der Königsfamilie 'erlaubte' Fotos abzudrucken. Das Recht auf eine kritischere Berichterstattung muss aber gewahrt bleiben. Andernfalls werden Medien zu PR-Agenturen reduziert", so ROG.

Reporter ohne Grenzen zeigt sich außerdem schockiert darüber, dass der Kodex, der keine legale Grundlage in den Niederlanden besitzt und auch nur niederländische Medien betrifft, in diesem Fall überhaupt zur Anwendung kommt. Die Fotos wurden außerhalb des Landes gemacht.

Die Privatsphäre der Königsfamilie gehöre zwar geschützt, so ROG. Gleichzeitig habe sie aber ein Interesse daran, in den Medien zu erscheinen. Die veröffentlichten Fotos stellten auf keinen Fall eine Verletzung der Privatsphäre dar.

siehe auch Meldung vom 7.August


31.08.09 10:34 |

Die meisten Journalisten werden in Mexiko vermisst

Zum 26. Internationalen Tag der Verschwundenen am 30. August erinnert Reporter ohne Grenzen (ROG) an die Dutzenden von Journalisten, die weltweit vermisst werden. Eines der gefährlichsten Gebiete bleibt Mexiko. Dort werden seit dem Jahr 2000 mindestens acht Journalisten vermisst. Sri Lanka, Iran und Eritrea sind weitere Beispiele für Länder, in denen Journalisten verschwunden sind.

Häufig haben die verschwundenen Reporter zu heiklen Themen wie Korruption, Amtsmissbrauch oder Drogenhandel rechercherchiert und brisante Informationen zutage gefördert. Die meisten Fälle des 'Verschwinden lassens' bleiben unaufgeklärt. Oftmals dürften jedoch Sicherheitskräfte oder kriminelle Gruppen mit den Verbrechen in Verbindung stehen.

"Wir fordern die Behörden auf, die Fälle von verschwundenen Journalisten ernst zu nehmen und die zumeist überfälligen Ermittlungen einzuleiten", fordert ROG. "Es ist vor allem nicht hinzunehmen, das weiterhin auch Staatsagenten oder Lokalpolitiker für das ‚Verschwinden lassen' verantwortlich sind. Wir appellieren an die Staaten, die die UN-Konvention zum ‚Schutz vor erzwungenem Verschwinden'  unterschrieben haben, den Vertrag auch zu ratifizieren, damit er in Kraft tritt", so ROG weiter.

31.08.09 8:32 | | Weiter lesen >>

Ein Jahr nach der Festnahme des birmanischen Bloggers Zarganar sammelt
Reporter ohne Grenzen (ROG) weiter Unterschriften für eine Petition an die
Behörden des Landes, um die Freilassung des Dissidenten zu erreichen.

Zarganar wurde am 5. Juni 2008 wegen "Störung der öffentlichen Ordnung"
festgenommen. Im vergangenen November verurteilte ihn ein Sondergerichtshof
im Gefängnis von Insein, in der Nähe der Stadt Rangun im Süden des Landes,
zu 45 Jahren Haft. Wenige Tage später erhöhten die Richter die Strafe auf 59
Jahre. Am 16. Februar 2009 hat ein Gericht in Rangun die Haftdauer auf 35
Jahre reduziert.

"Das Urteil bleibt absurd", kritisiert ROG. "35 Jahre Gefängnis für
angebliche Störung der öffentlichen Ordnung? Die Gerichte haben Zarganar
kein faires Verfahren zugestanden, weil er zu einer verlässlichen
Informationsquelle geworden ist - in einem Staat, in dem Zensur und
Repressionen Alltag sind", so ROG.

Der in seiner Heimat auch als Komiker bekannte Zarganar hat in seinem Blog
unter anderem über das schlechte Hilfsmanagement der birmanischen Regierung
nach dem Zyklon Nargis im Frühjahr 2008 berichtet.

"Zarganar muss dringend entlassen werden", fordert ROG. Sein
Gesundheitszustand verschlechtert sich aufgrund der prekären Haftbedingungen
stetig. Der Blogger leidet an Gelbsucht und Bluthochdruck. Im Gefängnis von
Myintkyina im Bundesstaat Kachin im Norden Birmas, in das Zarganar im
Dezember 2008 überführt wurde, erhält er keine angemessene medizinische
Versorgung.

Sign the petition here >>
8.06.09 8:26 | Petitionen |

About

Reporter ohne Grenzen Österreich ist eine regierungsunabhängige Menschenrechtsorganisation mit Beobachterstatus bei Europarat und UNESCO und ist akkreditiert bei den Vereinten Nationen.

<info@rog.at>

Alser Str. 22/8, 1090 Wien
tel. +43/1/581.00.11
fax +43/1/480.03.95

Spendenkonto
PSK 92.109.160, BLZ: 60.000

MEDIENSEMINAR

PRESS FREEDOM AWARD

RSF International

Links

KOOPERATIONSPARTNER

OMV Refining & Marketing GmbH
PID - Pressedienst der Stadt Wien
UNESCO
Wien Kultur
Mercure
Der Standard
Austrian Airlines Group
ipk Wien
Die Feuerwehr