Der usbekischen Filmemacherin und Fotografin Umida Akhmedova droht eine Verurteilung wegen Beleidigung des usbekischen Volkes. Bereits am 23.Januar wurde Akhmedova, die eine fotografische Dokumentation des Alltagslebens ihrer Landleute in einem Buch schon im Jahr 2007 veröffentlichte, über polizeiliche Ermittlungen gegen ihre Person informiert. Die Ermittlungen und die nun folgende Beschuldigung beziehen sich auf die vor 3 Jahren gemeinsam mit der schweizer Botschaft erschienene Buchdokumentation "The Burden of Virginity" und eine Fotokollektion mit dem Titel „Woman and Man: From Dusk till Night", in der sie die Armut der Bevölkerung darstellt. Nun droht der Künstlerin eine Strafe von bis zu drei Jahren Haft nach dem Strafgesetz (Artikel 139 und 140).


Reporter ohne Grenzen verurteilt das bevorstehende Verfahren gegen Akhmedova als eine Verletzung der Meinungsfreiheit im Zuge einer nationalistischen Kampagne unter konservativer Hysterie. Akhmedova wird konkret beschuldigt, ein negativ verzerrtes Bild von Usbekistan wiederzugeben. Seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 wurde der kommunistische Diskurs durch eine nationalistische Rhetorik abgelöst, welche die Identität Usbekistans unter Präsident Karimov durch Mythen und Traditionen glorifiziert. Diese nationalen Traditionen, sowie das Nationalgefühl des usbekischen Volkes soll die Autorin durch ihre Dokumentation verletzt haben.


Weiters zeigt sich ROG empört und verwundert über die Absurdität der Argumente im polizeilichen Report, in dem es heißt: "90 Prozent der Fotos wurden in isolierten, unterentwickelten usbekischen Dörfern gemacht (...) warum zeigt die Fotografin keine schönen Plätze, moderne Gebäude oder reiche Dörfer?"


"Dies ist das erste Mal, dass eine Dokumentarfilmerin in Usbekistan verurteilt wird für Filme und Fotografien, die sich mit sozialen und ethnografischen Themen befassen", so der freie Journalist Aleksey Volosevich.


Lesen Sie mehr zum Fall Akhmedova

Unterzeichnen Sie die Petition für Akhmedova

Lesen Sie hier ein Statement der OSCE






8.02.10 10:26 |

Journalisten im pakistanischen Swat-Tal

haben ihre Arbeit wieder 

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aufgenommen. Viele Medienvertreter sind in die Region im Nordwesten des

Landes zurückgekehrt, seitdem die pakistanische Regierung im vergangenen

September die Kontrolle über das Gebiet wiedererlangt hat. Dies stellt

Reporter ohne Grenzen (ROG) in einem am Montag veröffentlichten Kurzbericht

zur Lage der Pressefreiheit im Swat-Tal in der Nordwestgrenzprovinz

Pakistans fest.


Viele Medienvertreter mussten in den Jahren 2008 und 2009 nach der

Ausweitung der Taliban-Herrschaft im Swat-Tal und der anschließenden

Offensive der pakistanischen Armee aus dem Gebiet fliehen. In Mingora, der

größten Stadt im Swat-Tal, erscheinen lokale Zeitungen mittlerweile wieder,

über Kabel kann die Bevölkerung Fernsehprogramme empfangen, Internetcafés

und auch der örtliche Presseclub wurden wieder geöffnet. Reporter können

sich ohne allzu große Risiken im Tal bewegen.


"Die Situation hat sich in den vergangenen sechs Monaten beträchtlich

verändert", bestätigt Ghulam Farooq, Redakteur der regionalen Tageszeitung

"Shamal" gegenüber ROG. Drohanrufe von Unterstützern der Taliban in Reaktion

auf kritische Artikel würden nicht mehr vorkommen. Shireen Zada, Leiter des

lokalen Büros des Fernsehkanals "Express News TV", berichtet: "Ich trage

keine Pistole mehr bei mir, und auch meine Wachleute sind nicht mehr

bewaffnet. Früher musste ich vor Sonnenuntergang zuhause sein."




2.02.10 8:40 | | Weiter lesen >>

Es ist bereits die zweite Verurteilung von Videojournalisten der burmesischen Exilradio- und TV Station „Demokratische Stimme Burmas" innerhalb von einem Monat: Am 27.Januar wurde Ngwe Soe Lin von einem Gericht innerhalb des Ranguner Gefängnisses Insein zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Exilradiostation " Demokratische Stimme Burmas", für die Ngwe Soe Lin arbeitet, hat ihre Basis im norwegischen Oslo.

Lin wurde nach dem Gesetz für Elektronik und dem Gesetz für Immigration verurteilt. Seine Festnahme erfolgte bereits am 26.Juni beim Verlassen eines Internetcafés in einem Vorort der Stadt Rangun. Auch einer seiner anwesenden Freunde wurde knapp zwei Monate lang inhaftiert und verhört.

Reporter ohne Grenzen und die Burmesische Mediengesellschaft verurteilen die Strafe gegen den Videojournalisten, wie auch die vier Wochen zurückliegende Verurteilung seiner Kollegin Hla Hla Win zu 20 Jahren Haft. Win hatte die Exilradiostation mit Videomaterial beliefert.

"Wieder einmal hat die Militärjunta ihre Angst vor unkontrolliertem Videojournalismus deutlich gezeigt, indem sie Journalisten des Senders "Demokratische Stimme Burmas" hohe Gefängnisstrafen auferlegt", so Reporter ohne Grenzen und die Burmesische Mediengesellschaft. Nach Angaben seines Anwalts wird Lin gegen das Urteil Berufung einlegen.

"Unserer Ansicht nach sind, was die Medienfreiheit betrifft, die Zustände in Burma weiterhin alles andere als frei und demokratisch", so die Organisationen weiter. Mindestens 15 Journalisten und Blogger sind zur Zeit in Burma inhaftiert.

Mehr über die Festnahme von Hla Hla Win hier


1.02.10 11:54 |

Am Tag der Präsidentschaftswahl in Sri Lanka kritisiert Reporter ohne Grenzen (ROG) die unausgewogene politische Berichterstattung im Vorfeld der landesweiten Abstimmung. Staatliche Medien waren nach Beobachtungen von ROG zur Unterstützung des amtierenden Präsidenten Mahinda Rajapaksa herangezogen worden, während private Presseorgane und Rundfunksender der Opposition Einschüchterungsversuchen und Gewalt ausgesetzt wurden. Am 24. Januar schließlich wurde der politische Reporter Prageeth Eknaligoda entführt.

"Die staatlichen Fernsehsender Rupavahini und ITN widmeten in ihren Nachrichtensendungen knapp 97 Prozent der von uns ausgewerteten Zeit dem Amtsinhaber und seinen Anhängern", so ROG. „Die Regierung konnte offenbar der Versuchung nicht wiederstehen, die staatlichen Medien zum eigenen Vorteil zu nutzen, und hat damit Hoffnungen auf eine gerechte Wahlkampfführung enttäuscht."

Neben der Entführung von Prageeth Eknaligoda hat ROG von weiteren Fällen erfahren, in denen Journalisten unter Druck gesetzt oder an ihrer Arbeit behindert werden sollten. So hatte die Kriminalpolizei einen Durchsuchungsbefehl für die Zentrale der Wijeya Newspapers angefordert, unter dem Vorwurf, das Unternehmen habe „beleidigende" Poster und andere Materialien gedruckt. Ein Gericht in Colombo wies den Antrag jedoch ab.


28.01.10 10:51 | | Weiter lesen >>

6f6b58aa58.jpgDas von Reporter ohne Grenzen (ROG) und der kanadischen Mediengruppe Quebecor ins
Leben gerufene Medienzentrum in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince hat am 21. Januar seinen Betrieb aufgenommen. Bei einer Pressekonferenz gab die haitianische Kultur- und Kommunikationsministerin Marie-Laurence Jocelyn-Lassègue bekannt, dass die Leitung des Zentrums von Ives-Marie Chanel übernommen wird, einem Redakteur der haitianischen Nachrichtenagentur Mediacom. Unterstützt wird er von Claude Gilles von ROG.

Das Zentrum in der Cheriez Street soll fünf Funktionen erfüllen:

 1. Haitianischen Journalisten dringend benötigte Ausrüstung für Ihre Arbeit zur Verfügung  stellen

 2. Als Ort der Begegnung mit internationalen Kollegen dienen

 3. Organisationen zum Schutz von Journalisten auf Haiti eine Operationsbasis bieten

 4. Als Nachrichtenzentrum unter anderem für Nichtregierungsorganisationen fungieren, damit diese so viele Medien wie möglich gleichzeitig erreichen

 5. Der Regierung Hilfestellung leisten beim Wiederaufbau der Medien, die vom Erdbeben besonders getroffen wurden, besonders in den am stärksten zerstörten Städten Petit-Goâve, Grand-Goâve und Léogâne.

Das Zentrum bietet bis zu 20 Journalisten gleichzeitig Platz, besitzt einen Konferenzraum für bis zu 40 Teilnehmer und eine Terrasse für maximal 60 Personen. Es ist mit Breitband- und Telefonverbindungen, einem Audio- und Videosystem, einem Anschluss an das Satellitenfernsehen und Druckern ausgestattet. Es ist unter der Nummer +1 514-664-8695 zu erreichen.

Das Zentrum, das ausdrücklich den Journalisten Haitis gehört, kann mittelfristig nur bei andauernder finanzieller Unterstützung fortbestehen. Zur Aufrechterhaltung des Betriebs werden technische und finanzielle Hilfen durch Nichtregierungsorganisationen, internationale Institutionen, ausländische Medien und private Spender benötigt

Spenden Sie hier online



26.01.10 8:30 |

Ein Gericht in der jemenitischen Stadt Sanaa hat die jemenitische Journalistin Anissa Mohammed Ali Othman am 16. Januar zu drei Monaten Haft und einem einjährigen Berufsverbot verurteilt. Die Journalistin wurde beschuldigt, in zwei ihrer Artikel den Präsidenten beleidigt zu haben. Die Texte erschienen in der Wochenzeitung "Al-Wassat" im Juli 2007. Der Chefredakteur der Zeitung, Jamal Amer, wurde zu einer Geldstrafe von umgerechnet 34 Euro verurteilt.

Reporter ohne Grenzen verurteilt die Gefängnisstrafe der Journalistin: " Diese Strafe passt in das Muster der Verletzungen der Pressefreiheit im Jemen in den vergangenen neun Monaten. Die internationale Gemeinschaft sollte diese wiederholten Menschenrechtsverletzungen auf ihrer nächsten Konferenz über den Jemen ebenfalls kritisieren, auch wenn sie im Namen der Terrorismusbekämpfung begangen werden."

20.01.10 9:00 | | Weiter lesen >>

Reporter ohne Grenzen plant die Errichtung eines Zentrums für Journalisten in der Hauptstadt Haitis, Port-au-Prince. Dieses soll helfen, über die dortige Notsituation zu berichten und damit die Hilfsaktionen für die Bevölkerung zu unterstützen.

Ohne ein funktionierendes Nachrichtennetzwerk sei es unmöglich, Überlebende zu finden und die dringend notwendige Hilfe zu leisten, so Reporter ohne Grenzen. Die Haitianische Presse ist jedoch vollständig dem Erdbeben zum Opfer gefallen.

Von dieser Woche an soll mit dem Aufbau des Medienzentrums begonnen werden. Die Ausrüstung mit Laptops, Mobiltelefonen und anderen notwenidgen Geräten sponsert die kanadische Mediengrupe "Quebecor". Als Behausung dient ein Gebäude der kanadischen Botschaft.

Weiters ist geplant, die Haitianische Medienlandschaft wieder aufzubauen. Hierzu hat Reporter ohne Grenzen bereits einen Spendenaufruf gestartet. Finanzielle und logistische Hilfe für den Wiederaufbau landeseigener Medien erhofft sich Reporter ohne Grenzen auch durch die ausländischen Nachrichtenmedien jener Länder, die in Haiti Hilfe leisten, wie Kanada, Brasilien, die USA und Frankreich.

18.01.10 9:51 |

Reporter ohne Grenzen (ROG) begrüßt die Ankündigung des US-amerikanischen Unternehmens "Google" vom 12. Januar 2010, eine Zensur der chinesischen Version seiner Suchmaschine nicht länger hinzunehmen. „Wir können die Unternehmensführung von 'Google' zu ihrem Mut nur beglückwünschen: Ein ausländisches Unternehmen der Internetbranche übernimmt damit gegenüber seinen chinesischen Nutzern Verantwortung und widersetzt sich mit großer Deutlichkeit den Forderungen von Behörden, die mit immer strikteren repressiven Maßnahmen das Internet überwachen", so der ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard.

„Angesichts zunehmender Angriffe und Demütigungen durch chinesische Behörden - 'Google' wurde wiederholt beschuldigt, nicht genug dafür zu tun, sensible Informationen zu sperren - hat das Unternehmen seine Stimme erhoben, um eigene Bedingungen für ein weiteres Engagement in China zu stellen. Wir fordern auch andere Unternehmen der Branche auf, sich nicht länger mit den chinesischen Behörden gemein zu machen und ihre Haltung gegenüber der Zensurpolitik in der Volksrepublik zu überdenken", erklärt Julliard weiter.

Der Internetkonzern hatte am 12. Januar erklärt, nicht länger bereit zu sein, die Ergebnisse seiner chinesischen Suchmaschine Google.cn zu zensieren. In den kommenden Wochen will das Unternehmen mit der chinesischen Regierung darüber sprechen, ob und auf welcher Grundlage eine ungefilterte Suchmaschine innerhalb der chinesischen Gesetze betrieben werden kann. Die Konsequenz könnte eine Schließung von Google.cn sein und den Rückzug des Unternehmens aus seinem Chinageschäft bedeuten. Nach Verkündung des Beschlusses am Dienstag fiel die Aktie des Unternehmens um mehr als ein Prozent.



14.01.10 9:56 | | Weiter lesen >>

2b0fd9e60d.jpgGewalt und Repressionen gegen Journalisten haben im Jahr 2009 zugenommen. Dies ist dasErgebnis der am 30. Dezember veröffentlichten Jahresbilanz 2009 von Reporter ohne Grenzen (ROG).

So sind mindestens 76 Journalisten in den vergangenen zwölf Monaten während ihrer Arbeit oder wegen ihres Berufs getötet worden. Das sind 16 mehr als im Jahr 2008. Eine größere Zahl von Journalisten wurde in diesem Jahr auch körperlich angegriffen oder bedroht. 1456 Medienmitarbeiter wurden in diesem Jahr Opfer dieser Form von Gewalt, im Vorjahr waren es noch 929. Ebenfalls deutlich erhöht hat sich die Zahl der zensierten Medien (2008: 353, 2009: 570). 33 Medienmitarbeiter wurden in diesem Jahr entführt (2008: 29).

Die um fast 27 Prozent erhöhte Todesrate unter Journalisten ist vor allem eine Folge des Mordes an 30 Journalisten auf der philippinischen Insel Mindanao im November 2009. Es ist das größte von ROG jemals dokumentierte Massaker an Medienmitarbeitern an einem Tag. Besonders gefährliche Länder für Journalisten waren außerdem Somalia (9 Todesfälle), Pakistan (5) und Russland (5).

In Kriegen und im Umfeld von Wahlen waren Journalisten im Jahr 2009 besonderen Bedrohungen ausgesetzt. „Über einen bewaffneten Konflikt zu schreiben erweist sich als immer gefährlicher für Journalisten: Sie geraten in die Schusslinie, werden gezielt ermordet oder entführt. Aber auch die Berichterstattung während Wahlperioden ist in einigen Ländern eine riskante Arbeit, die im Gefängnis oder im Krankenhaus enden kann", sagt ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard anlässlich der Veröffentlichung der Jahresbilanz 2009.

4.01.10 9:25 | | Weiter lesen >>

Der vietnamesische Blogger und demokratische Aktivist Nguyen Tien Trung muss
nach seiner Verhaftung am 7. Juli diesen Jahres in der Wohnung seiner Eltern
in Ho Chi Minh City mit der Todesstrafe rechnen. Vorgeworfen wird ihm der
Versuch, die Regierung zu stürzen, weshalb er nach Artikel 79 des
Strafgesetzes angeklagt wurde. Seit fünf Monaten befindet sich Trung in
Haft. Mit dem Urteil muss er Ende des Monats rechnen.

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist zutiefst besorgt um den Blogger und fordert
seine sofortige Freilassung. "Die Vorwürfe gegen Nguyen Tien Trung sind
erfunden", so ROG. Trung ist ein Pazifist, der den vietnamesischen Staat zu
keinem Zeitpunkt in Gefahr gebracht hat. Er hat lediglich von seinem Recht
auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht."

Trung war wegen seiner Pro-demokratischen Einstellung, die er online
verbreitete, sowie wegen eines offenen Briefes, den er an die Regierung
verfasste, verhaftet worden.

Reporter ohne Grenzen sieht in dem Vorgehen der Behörden gegen Trung eine
Einschüchterungsstrategie, die vor allem zurückgekehrte vietnamesische
Auslandsstudenten verängstigen soll, die nach einem Auslandsaufenthalt in
demokratischen Ländern mehr Meinungs- und Pressefreiheit in Vietnam fordern.
Auch Trung hatte einen Studienaufenthalt in Frankreich hinter sich.

Einer seiner ehemaligen Lehrer am National Institute for Applied Sciences
(INSA) in der französischen Stadt Rennes gründete eine
Unterstützer-Webseite für
Trung.

Unterschreiben Sie hier die Petition für seine
Freilassung


16.12.09 10:11 |

Jener Polizist, der den inguschetischen Online -Journalisten und Herausgeber der Online Zeitung Ingushetiya.ru, Magomed Yevloyev, am 31. August 2008 in einem Fahrzeug des Innenministeriums den Kopf geschossen hatte ist am 11. Dezember von einem Gericht in der südrussischen Stadt Karabulak zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Das Gericht befand den Todesschützen für schuldig an "Mord durch Fahrlässigkeit" unter Artikel 109 des russischen Strafgesetzes. Der Verurteilte war bei der Verhandlung nicht anwesend.

Reporter ohne Grenzen(ROG) kritisiert das Gerichtsverfahren und das Urteil: "Der Urteilsspruch kann nicht zufriedenstellend ausfallen, denn er wurde auf einer Grundlage getroffen, auf der die lokale Polizei und auch die Regierung von jeglicher Verantwortung für den fatalen Schuss befreit wurde", so Reporter ohne Grenzen. Sowohl die Umstände, die zum Tod des kritischen Journalisten führten als auch die politische Situation in Inguschetien hätten stärker miteinbezogen werden müssen. Daher hätte sich ein Gericht außerhalb Inguschetiens mit dem Fall befassen müssen, so Reporter ohne Grenzen weiter.

"Die Möglichkeit, dass mehrere andere Personen eine Rolle beim Tod Yevloyevs gespielt haben, sowie die Möglichkeit, dass sein Tod gewollt und nicht durch einen Unfall geschehen ist, wurde zu schnell ausgeschlossen", so ROG.

Die Famile und Kollegen des Ermordeten hatten das Gericht aufgefordert, den Fall unter Artikel 105 "Mord unter Vorsatz" zu behandeln, was jedoch abgelehnt wurde. Das Gericht erkannte dennoch an, dass Yevloyev zu Unrecht verhaftet wurde.

Yevloyev, der den inguschetischen Präsidenten Murat Zyazikov offen kritisierte, war verhaftet worden, nachdem er aus einem Flugzeug auf dem inguschetischen Flughafen Magnas ausstieg. Nachdem er einige Stunden später mit einer Kopfschussverletzung und ohne Bewusstsein vor einem Krankenhaus abgesetzt wurde, verstarb er kurze Zeit später.

Mehr zum Fall Yevloyev


14.12.09 14:44 |

Seit 30 Jahren steht  das Wissenschaftsmagazin "GEO" für Fotojournalismus der Spitzenklasse. Berühmt geworden für Fotoreportagen aus den entlegensten Winkeln unserer Welt veröffentlicht "GEO" nun 100 der schönsten Fotos im neuen Fotoalbum von Reporter ohne Grenzen. 

Erhältlich im ROG-Büro, Alser Strasse 22/8, 1090 Wien,

oder online hier













11.12.09 10:36 | Fotobücher

Reporter ohne Grenzen (ROG) hat die Israelin Amira Hass am 2. Dezember in
Paris als "Journalistin des Jahres 2009" ausgezeichnet. Der
Menschenrechtspreis in der zweiten Kategorie "Medium des Jahres 2009" ging
an die tschetschenische Zeitschrift "Dosh" (übersetzt "Das Wort"). In diesem
Jahr vergibt ROG die Auszeichnung zusammen mit dem Medienhandelsunternehmen
"fnac".

Amira Hass ist Mitarbeiterin der israelischen Tageszeitung "Ha'aretz" und
die einzige israelische Journalistin, die in den Palästinensischen Gebieten
lebt und arbeitet. Die Tochter von Holocaust-Überlebenden schreibt über das
Alltagsleben der Palästinenser, die Auswirkungen der israelischen Politik
auf die Autonomiegebiete sowie die palästinensische Verwaltung. Hass erhält
den Preis vor allem für ihre Berichte während der israelischen
Militäroperation "Gegossenes Blei" im Gazastreifen im Dezember 2008 / Januar
2009.

"Amira Hass ist ein Symbol für mutigen und engagierten Journalismus. Zäh
verteidigt sie ihr Recht auf freie Berichterstattung gegen israelische und
palästinensische Behörden. Für ihre unabhängigen und kritischen Reportagen
über die Lebensbedingungen in den Autonomiegebieten und den Gaza-Konflikt
nimmt sie regelmäßig Angriffe von israelischer und palästinensischer Seite
in Kauf", sagt Michael Rediske, ROG-Vorstandssprecher und Mitglied der
international besetzten Jury.

3.12.09 8:08 | Weiter lesen >>

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist erleichtert über die Freilassung von zwei entführten ausländischen Journalisten am 25. November in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Die kanadische Reporterin Amanda Lindhout und der australische Fotograf Nigel Brennan kamen nach 15-monatiger Geiselhaft frei.

 „Dieser glimpfliche Ausgang der Entführung beendet eine 15-monatige extrem qualvolle Haft. Amanda Lindhout und Nigel Brennan halten sich zur Zeit noch in der somalischen Hauptstadt auf", so ROG.

 Die beiden Reporter wurden am 23. August 2008 von einer Gruppe bewaffneter Männer auf dem Weg von einem Flüchtlingscamp in Afgoye rund 20 Kilometer im Westen Mogadischus zurück in die Hauptstadt entführt.

Weitere Informationen lesen Sie auf der Website der ROG-Partnerorganisation National Union of Somali Journalists (NUSOJ). 


26.11.09 12:00 |

Nach dem Mord an mindestens zwölf Journalisten ruft Reporter ohne Grenzen
arton35061-fa924.jpg(ROG) die philippinischen Behörden zu einer entschlossenen Reaktion auf. Am
Morgen des 23. Novembers waren die Medienvertreter sowie 30 weitere Menschen
in der Provinz Maguindanao auf der Südinsel Mindanao getötet worden. Einige
der Opfer wurden enthauptet. Als Täter wurden rund 50 Männer identifiziert,
die dem Provinzgouverneur Andal Ampatuan Sr. nahe stehen sollen - unter
ihnen auch zwei Polizisten.

"Das ist ein schwarzer Tag für die Pressefreiheit. Wir haben oft die Kultur
der Gewalt und der Straflosigkeit auf den Philippinen kritisiert, gerade auf
Mindanao. Diesmal gipfelte die wahnsinnige Brutalität von Verbrechern, die
für korrupte Politiker arbeiten, in einem unglaublichen Blutbad. Wir fordern
von den lokalen und nationalen Behörden eine entschlossene Antwort auf die
Tat", so ROG.

24.11.09 8:15 | | Weiter lesen >>

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Gefängnisstrafe, die ein aserbaidschanisches emin_20adnan_20son_20mehkeme-2.jpgGericht gestern dem 26 jährigen Blogger Adnan Hadji Zadeh und dem 30 jährigen Emin Milli verhängte, auf das Schärfste.

Die beiden Blogger waren am 11. November wegen Hooliganismus und vorsätzlicher physischer Gewaltausübung zu zwei und zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Sie sind bereits am 8.Juli diesen Jahres verhaftet worden, nachdem sie in einem Restaurant in der Stadt Baku gegen drei Männer handgreiflich geworden waren, die sie jedoch zuvor angegriffen hatten. Zweieinhalb Monate befanden sich die Blogger in Haft, bevor das Gerichtsurteil gefällt wurde.

"Dieses Gerichtsverfahren war von Anfang an gekennzeichnet von Ungerechtigkeiten", so Reporter ohne Grenzen. "Wie kann ein Land, das die Europäische Konvention der Menschenrechte unterzeichnet hat, das Recht auf Verteidigung und die Meinungsfreiheit derart verletzen? In diesem Gerichtsverfahren ging nur darum, zwei politische Blogger zu zensieren und zu bestrafen", so ROG weiter.



19.11.09 9:21 | | Weiter lesen >>

15 Jahre Haft drohen dem jungen Blogger Win Zaw Naing, weil er Fotos und Berichte über die Safran-Revolution im September 2007 im Internet veröffentlichte. Reporter ohne Grenzen und die Burmesische Medienvereinigung rufen nun zu seiner Freilassung und zur Freilassung der anderen inhaftierten Blogger auf.

"Es scheint, als sei die internationale Gemeinschaft derart beschäftigt mit diplomatischen Strategien zur Auflösung der Krise in Burma, dass die fortlaufenden Repressionen der Militärregierung gegenüber Journalisten, Bloggern und Menschenrechtsaktivisten einfach übersehen werden", so die beiden Organisationen.

"Die Befreiung der Gefangenen sollte eines der Hauptziele der internationalen Gemeinschaft bleiben. Ohne Informationsfreiheit werden die nächsten Wahlen weder frei noch fair", so Reporter ohne Grenzen und die Burmesische Medienvereinigung.

Der 24 jährige Win Zaw Naing befindet sich seit einigen Wochen in Haft im Bezirk Kyauktada, das Recht auf einen Anwalt wurde ihm bisher verwehrt. Nach Informationen von reporter ohne Grenzen wurde er inhaftiert, weil der Fotos der Proteste im Jahr 2007 veröffentlichte. Auf den Fotos waren unter anderem budhistische Mönche zu sehen. Die Polizei hat diverse Fotos und Artikel von seinem Blog (http://shwenyarthar.co.cc/) herunternehmen lassen.

In der letzten Zeit wurden nach Informationen von Reporter ohne Grenzen vier weitere Journalisten in Burma verhaftet: der freie Journalist Paing Soe Oo; der Journalist Thant Zin Soe, beschäftigt bei der Zeitung des Außenministeriums; Nyi Nyi Htun, ein freier Journalist; und Khant Min Htet,ein Dichter und Grafikdesigner.

17.11.09 9:54 |

Angesichts der pakistanischen Großoffensive gegen die Taliban in Waziristan
fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) einen besseren Zugang zu der Region für
Journalisten. Vor allem unabhängige Informationen über die Situation von
Zivilisten im Nordwesten Pakistans an der Grenze zu Afghanistan werden seit
Beginn des Armee-Einsatzes am 17. Oktober immer seltener.

"Die derzeitigen Beschränkungen für pakistanische und ausländische Medien
sind inakzeptabel, trotz der unbestreitbaren Risiken für Journalisten", so
ROG. "Die pakistanische Armee beschränkt nicht nur den Zugang zu den
Kampfgebieten, sondern auch zu den Flüchtlingslagern. Besonders dramatisch
ist die Situation in Süd-Waziristan. Das Gebiet ist für Pressevertreter und
Hilfsorganisationen faktisch gesperrt", teilt ROG weiter mit.


11.11.09 9:29 | | Weiter lesen >>

Drei junge Tibeter aus dem Dorf Dara werden seit dem ersten Oktober im Bezirk Nagchu von der Polizei festgehalten, nachdem sie im angrenzenden Bezirk Sogdzong für das elektronische Versenden von Informationen über Tibet an ausländische Kontakte verhaftet wurden.

Die Polizei verbietet den drei Tibetern Gyaltsen (25), Nymia Wangchuk (24) and Yeshe Namkha (25) seitdem jeden Kontakt zu ihrer Familie.

Reporter ohne Grenzen fordert die sofortige Freilassung der drei Tibeter und macht darauf aufmerksam, dass das Internet in Tibet stärker überwacht wird als in anderen Regionen Chinas.

"Das Internet wird in Tibet stärker überwacht, zensuriert und manipuliert als in jeder anderen chinesischen Provinz", so Reporter ohne Grenzen (ROG). "Trotz dieser Risiken übermitteln viele Tibeter weiterhin af elektronischem Weg Informationen, insbesondere an die tibetische Diaspora, sowie an Nichtregierungsorganisationen. Wir verurteilen, dass die chinesische Regierung derart viel Energie darauf verwendet, gewöhnliche Internetuser zu identifizieren und zu verhaften", so ROG weiter.



2.11.09 12:10 | | Weiter lesen >>

2009 zeichnet Reporter ohne Grenzen Österreich Journalisten aus Aserbaidschan, Armenien und Georgien mit dem Press Freedom Award aus. Erstmals in der Geschichte des Pressefreiheitspreises prämiert die Jury Journalisten, die aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit im Sinne der Menschenrechte und Pressefreiheit inhaftiert wurden.
 
Pressefreiheit wird in Aserbaidschan, Armenien und Georgien hart erkämpft. Wo Reporter und Medien unter Druck stehen, ist eine Anerkennung wie der Press Freedom Award umso wichtiger. Aus diesem Grund wurden auf Vorschlag von OSCE-Medienbeauftragten Miklos Haraszti zwei inhaftierte Journalisten für ihre Standfestigkeit und ihren Mut als kritische und investigative Journalisten mit dem Press Freedom Award 2009 ausgezeichnet. Anerkennungspreise gehen an eine Journalistin aus Armenien für ihre mutige Analyse über ihr Heimatland und eine Zeitung in Georgien für die detaillierten Gerichtsreportagen über Verbrechen an Frauen und Folterung von heimkehrenden Soldaten.
 
Reporter ohne Grenzen gibt eine Pressekonferenz zum „Press Freedom Award 2009".
(Eine offizielle Preisverleihung findet in diesem Jahr nicht statt.)
 
Ihre Gesprächspartner sind:
}         Albert Rohan, Sprecher der Jury, früherer Generalsekretär des österreichischen Außenministeriums
}         Miklos Haraszti,  Medienbeauftragter der OSCE
}         Rubina Möhring, Präsidentin Reporter ohne Grenzen Österreich
 
***
 
Reporter ohne Grenzen Österreich zeichnet mit dem „Press Freedom Award" jährlich kritische bzw. aufklärende sowie investigative Publikationen zu Themen der Demokratiepolitik, Pressefreiheit und Meinungsvielfalt, Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Sozialkritik, Gesellschaftspolitik oder anderen verwandten Inhalten aus. Der Press Freedom Award ist in diesem Jahr mit insgesamt 12.000 Euro dotiert.
 
 
Für Fragen und Anmeldungen wenden Sie sich bitte an:
Pressestelle Reporter ohne Grenzen Österreich
Dr. Peter Hörschinger
ikp Wien PR und Lobbying GmbH
T: +43 1 524 77 90
E: peter.hoerschinger@ikp.at
 
Büroleitung Reporter ohne Grenzen Österreich
Mag. Hanna Ronzheimer
Reporter ohne Grenzen Österreich
T.: +43 1 581 00 11
E.: info@rog.at 


1.10.09 10:00 - 1.10.09 11:00 | Radiokulturcafe
Ein Jahr nach der Festnahme des birmanischen Bloggers Zarganar sammelt
Reporter ohne Grenzen (ROG) weiter Unterschriften für eine Petition an die
Behörden des Landes, um die Freilassung des Dissidenten zu erreichen.

Zarganar wurde am 5. Juni 2008 wegen "Störung der öffentlichen Ordnung"
festgenommen. Im vergangenen November verurteilte ihn ein Sondergerichtshof
im Gefängnis von Insein, in der Nähe der Stadt Rangun im Süden des Landes,
zu 45 Jahren Haft. Wenige Tage später erhöhten die Richter die Strafe auf 59
Jahre. Am 16. Februar 2009 hat ein Gericht in Rangun die Haftdauer auf 35
Jahre reduziert.

"Das Urteil bleibt absurd", kritisiert ROG. "35 Jahre Gefängnis für
angebliche Störung der öffentlichen Ordnung? Die Gerichte haben Zarganar
kein faires Verfahren zugestanden, weil er zu einer verlässlichen
Informationsquelle geworden ist - in einem Staat, in dem Zensur und
Repressionen Alltag sind", so ROG.

Der in seiner Heimat auch als Komiker bekannte Zarganar hat in seinem Blog
unter anderem über das schlechte Hilfsmanagement der birmanischen Regierung
nach dem Zyklon Nargis im Frühjahr 2008 berichtet.

"Zarganar muss dringend entlassen werden", fordert ROG. Sein
Gesundheitszustand verschlechtert sich aufgrund der prekären Haftbedingungen
stetig. Der Blogger leidet an Gelbsucht und Bluthochdruck. Im Gefängnis von
Myintkyina im Bundesstaat Kachin im Norden Birmas, in das Zarganar im
Dezember 2008 überführt wurde, erhält er keine angemessene medizinische
Versorgung.

Sign the petition here >>
8.06.09 8:26 | Petitionen |

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