Seit 20 Jahren in Haft – Neue Podcast-Ausgabe zum Schicksal des Journalisten Dawit Isaak!

Seit 20 Jahren in Haft – Neue Podcast-Ausgabe zum Schicksal des Journalisten Dawit Isaak!

Seit 20 Jahren in Haft – Neue Podcast-Ausgabe zum Schicksal des Journalisten Dawit Isaak!

Vor wenigen Wochen hat „Reporter ohne Grenzen“ Strafanzeige gegen den Präsidenten Eritreas, Isaias Afewerki, gestellt. Der Vorwurf lautet auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit, weil der eritreisch-schwedische Journalist Dawit Isaak seit 20 Jahren ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten wird. Der Psychotherapeut und Autor Wolfgang Martin Roth ist besonders mit dem Fall vertraut und in der neuen Ausgabe der Podcast-Reihe „Perspektiven ohne Grenzen“ zu Gast.

Mit der Strafanzeige soll erreicht werden, dass die schwedische Justiz endlich zum Fall Dawit Isaak ermittelt und die Verantwortlichen wegen Folter, Entführung und erzwungenem Verschwinden-Lassen verfolgt. Eritrea hat am 22. Jänner 2002 – vor 18 Jahren und ein Jahr, nachdem Isaak inhaftiert wurde – eigentlich den Pakt der Vereinten Nationen für zivile und politische Rechte unterschrieben, in dem auch das Recht auf persönliche Freiheit inkludiert ist. Wie ist es möglich, dass Dawit Isaak nach wie vor inhaftiert ist; liegt hier ein Behörden- und Politikversagen vor? Wie muss man sich die Umstände der Haft von Dawit Isaak vorstellen und was ist zu seinem Verbleib wirklich bekannt (laut Aussage eines Gefängniswärters wurde Isaak 2010 zum letzten Mal lebend gesehen)? Und: Wie darf man sich die Mediensituation in Eritrea, das auf der Rangliste der Pressefreiheit von 180 Nationen auf dem drittletzten Platz liegt, vorstellen? Spannende und brisante Fragen im Gespräch von Wolfgang Martin Roth mit dem Moderator dieser Ausgabe der Podcast-Reihe von „Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich“, Paul Buchacher. – Eritrea ist derzeit generell immer wieder in den Schlagzeilen. Truppen Eritreas sind nach Angaben der US-Regierung offenbar in die Krisenregion Tigray im Norden Äthiopiens einmarschiert. Sowohl Eritrea als auch Äthiopien dementierten das allerdings. Der Einmarsch sei „besorgniserregend“ und eine „ernste Entwicklung“. Die Soldaten müssten „umgehend abgezogen“ werden, forderte der Sprecher des US-Außenministeriums. – Im Zuge des militärischen Konflikts zwischen der in Tigray herrschenden Volksbefreiungsfront TPLF und der äthiopischen Zentralregierung waren wiederholt Raketen auf das benachbarte Eritrea abgefeuert worden. Es wurde vermutet, dass die TPLF hinter diesen Angriffen stand.


Zudem geht es im Gespräch mit Wolfgang Martin Roth auch um ein weiteres, großes Thema in diesem Jahr, dem Terrorattentat in Wien mit vier Toten und vielen Verletzten, und der ethisch fragwürdigen Berichterstattung einiger Boulevardmedien.


„Perspektiven ohne Grenzen“ mit Wolfgang Martin Roth (veröffentlicht am 3.12.20):



Credit Foto Dawit Isaak: Kalle Ahlsen