Tadschikischer Journalist niedergestochen / ROG fordert Aufklärung

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Reporter ohne Grenzen (ROG) ist schockiert über den Angriff auf den tadschikischen Journalisten Dododschon Atowullojew in Moskau. Atowullojew, ein prominenter Kritiker der tadschikischen Führung, wurde in der Nacht zum Freitag (13. Januar) von einem Unbekannten niedergestochen und mit inneren Verletzungen in ein Notfallkrankenhaus eingeliefert. Inzwischen ist er außer Lebensgefahr.

ROG ruft die russische Polizei dazu auf, das Attentat schnellstmöglich aufzuklären. „Es muss in alle Richtungen ermittelt werden, besonders mit Blick auf die beruflichen Aktivitäten Atowullojews", fordert die Organisation. Atowullojew ist bekannt für seine kritischen Berichte über Präsident Emomali Rachmon, der Tadschikistan seit 1994 regiert. „Auch mit seinem Engagement in der oppositionellen Watandor-Bewegung hat sich Atowullojew viele Feinde gemacht", so die Organisation.  



Als Gründer der oppositionellen Monatszeitung Tscharogi Ruz (dt.: Tageslicht), der ersten privaten Zeitung nach der Unabhängigkeit Tadschikistans 1991, prangerte Atowullojew Korruptionsaffären und Drogengeschäfte führender tadschikischer Politiker an und warf ihnen vor, islamistische Bewegungen in den Nachbarländern Kirgistan und Usbekistan zu unterstützen. Er wurde wiederholt wegen seiner Arbeit bedroht und ging deshalb vor über zehn Jahren ins Exil.

Von 2001 bis 2002 war Atowullojew auf Vermittlung von ROG und dem ehemaligen Leiter des ARD-Studios in Moskau, Thomas Roth, ein Jahr lang Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte. Während dieser Zeit setzte sich auch der damalige Außenminister Joschka Fischer für ihn ein, als Atowullojew auf dem Moskauer Flughafen verhaftet wurde. Grund war ein Auslieferungsgesuch der tadschikischen Regierung. Seit seiner Rückkehr aus Deutschland im Jahr 2002 arbeitete der Journalist von Moskau aus. Im April 2011 forderte Tadschikistan erneut seine Auslieferung.


Zum Originaltext in englischer Sprache >>
16.01.12 9:15 |

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