Syrien: Das Journalistenmorden geht weiter

Wie Reuters berichtete, wurde gestern der Kunst- und Kulturjournalist der Zeitung "Tishreen", Mosaab Mohamed Seed Al-Odaallah, von Soldaten der Regierung getötet, als diese in sein Haus im südlichen Damaskus, im Bezirk Nahar Aisha eindrangen. Wie ein Freund des Opfers mitteilte, war sein Tod eine gezielte Vergeltungsmaßnahme für den mutmaßlichen Oppositionssympathisanten.

Der gesamte südliche Bezirk von Damaskus stand unter heftigem Beschuss durch Regierungstruppen, währenddessen der Überfall in Al-Odaallahs Haus stattfand. Insgesamt 40 Menschen starben bei dem Angriff, 22 in Kafir Sousseh und 18 in Nahar Aisha.

Al-Odaallah, der aus dem südlichen Deraa stammte, benutzte ein Pseudonym für seine regierungskritischen Reportagen. Bislang war es Reportern ohne Grenzen nicht möglich, die genauen Umstände seines Todes zu eruieren. Sollten sich die Informationen bestätigten, so wäre Al-Odaallah bereits der zehnte professionelle Journalist - und der fünfte syrische - der seit Beginn des Syrienkonflikts im März 2011 zu Tode kam. Erst vor zwei Tagen erreichten uns die Nachrichten über den Tod der japanischen Reporterin Mika Yamamoto, die in Aleppo getötet wurde.

Zur Zeit gibt es auch noch immer keine Nachrichten über den Verbleib der zwei Al-Hurra TV Journalisten, den palästinischen Reporter Bashar Fahmi und seinen türkischen Kameramann Cuneyt Unal, die seit dem 20. August in Aleppo vermisst werden. Es wird vermutet, dass sie von Sicherheitskräften oder einer Pro-Regierungs-Gruppe gefangen gehalten werden.

Aktuell sind in Syrien zumindest 30 syrische Journalisten - sowohl professionelle wie journalistisch tätige Bürger - inhaftiert.

Zum Originaltext in englischer Sprache >>
23.08.12 10:54 |

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