ROG alarmiert über neue Stufe der Online-Überwachung in Tibet

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Verschärfung der Internetzensur in Tibet. Nach einer Anordnung der chinesischen Behörden muss auf allen öffentlich zugänglichen Rechnern bis zum 10. August eine Filter- und Überwachungssoftware installiert sein. Die Regelung trifft vor allem Eigentümer von Internetcafés.

Damit erreicht die Online-Kontrolle einen neuen Höhepunkt in Tibet: „Die chinesische Regierung schottet mit dieser Maßnahme Tibet vom Rest der Welt ab", so ROG. „Die Überwachungssoftware dient der Unterdrückung der freien Meinungsäußerung. Totale Kontrolle über den Informationsfluss wie in der uigurischen Region Xinjiang ist das Ziel der Behörden. Kritik und mögliche Proteste sollen im Keim erstickt werden."

Zudem sind Nutzer öffentlicher Rechner in Tibet seit dem 1. August verpflichtet, sich mit einer Magnetkarte zu identifizieren. So können die Behörden nachvollziehen, welche Internetseiten die Nutzer aufgerufen haben. Die staatlichen Stellen rechtfertigen die Maßnahme mit dem Kampf gegen Pädophilie und Pornographie.

Zahlreiche Websites ausländischer Medien und Seiten von Menschenrechtsorganisationen sind in Tibet bereits gesperrt. Die einzige Zeitung, die online erscheint, ist regierungsabhängig. Auch eine Reihe tibetischer Blogs sind nicht zugänglich, darunter Tibet.net, Thetibetpost.com oder Phayul.com. 


Zum Originaltext in englischer Sprache >>
11.08.10 11:29 |

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