Polizeischutz für serbische Regionalzeitung

Vukasin Obradovic, Besitzer und Herausgeber der regionalen  Wochenzeitung  Novine Vranjske im Südosten Serbiens  steht unter Polizeischutz. Nachdem wiederholt anonyme Drohungen gegen ihn und seine Familie ausgesprochen wurden, gewährleistet die Polizei nun Schutz für ihn, sein Haus und das Zeitungsbüro.

Die Redaktion der 1994 gegründeten unabhängigen  Zeitung geht davon aus, dass die Bedrohungen mit den Reportagen über Verbindungen von Politikern in kriminelle Milieus zu tun haben, mit denen die Zeitung sich einen Ruf als unabhängiges Blatt im gesamten Süden Serbiens gemacht hat.


"Unsere volle Solidarität gilt Obradovic, seiner Familie und dem Redaktionsteam von Novine Vranjske", so Rubina Möhring von Reporter ohne Grenzen. "Journalisten und Medien, die sich trauen, organisiserte Kriminalität und deren Einfluss auf staatliche Strukturen zu thematisieren, brauchen Unterstützung, denn Straf-und Folgenlosigkeit für die Täter wird das kriminelle Milieu nur bestärken", so die Organisation.

Schon 2003 wurde Novine Vranjske Zielscheibe einer Welle von Bedrohungen, nachdem die Zeitung im Januar eine Artikelreihe über Bischof Pahomije veröffentlichte. Das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche in Vranje hatte sich des Kindesmissbrauchs verdächtig gemacht.

Im folgenden März erhielt die Zeitung einen Brief, der von unbekannten rassistischen Gruppierungen namens "Serbische Befreiungsfront" und "Serbische Befreiungsbewegung" unterzeichnet war. Der Brief enthielt Morddrohungen an Obradovic und Goran Antic (einer der Redakteure), sowie deren Familien und das Redaktionsbüro.

Obradovics Auto wurde am 19.April 2003 beschädigt; der Tag, an dem die Entscheidung fiel, den Bischof zu bestrafen. Auch das Redaktionsbüro wurde an diesem Tag beschädigt.

Zum Originaltext in englischer Sprache >>
11.11.08 10:51 |

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