Zwei irakische Journalisten in der Nähe Mossuls getötet

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Die beiden Journalisten (v.l.) Soudad Al-Douri und Harb Hazza Al-Doulaimi

Reporter ohne Grenzen bedauert den Tod zweier irakischer Journalisten durch den sog. Islamischen Staat (IS) in der Region Mossul während ihrer Begleitung nationaler Streitkräfte. Der Korrespondent Harb Hazza Al-Doulaimi und der Kameramann Soudad Al-Douri, die beide für den irakischen Fernsehsender Hona Salaheddin arbeiteten, wurden während Drehaufnahmen getötet, als sie am 7. Juli in Begleitung des staatlichen Militärs den Kampf zwischen diesem und den Dschihadisten des IS in Imam Gharbi, einem Dorf 60 km südlich von Mossul, filmen wollten.

Zwei weitere Journalisten wurden verletzt, eine unbekannte Anzahl an Personen der Zivilbevölkerung wurde beim Versuch der irakischen Streitkräfte, das Dorf wieder einzunehmen, auch verletzt oder getötet.

„Wir betrauern den Tod von Harb Hazza Al-Doulaimi und Soudad Al-Douri während ihrer Ausübung ihres Berufes“, sagt Rubina Möhring, Chefin von Reporter ohne Grenzen. Die Organisation erinnert daran, dass diese Region für JournalistInnen nach wie vor sehr gefährlich ist, ist die Zahl der getöteten Reporter doch in diesem Jahr bereits auf sieben gestiegen, seit den Anfängen der Rückeroberung im letzten Herbst sogar auf elf.

Doulaimi und Douri wurden plötzlich von Kämpfern des sog. IS umzingelt und getötet, bevor die irakischen Streitkräfte sie retten konnten. Ein weiterer Journalist, Mostafa Wahadi, der für den gleichen Sender arbeitet, und andere Armeeoffiziere wurden zwar auch kurzzeitig gefangen genommen, konnten jedoch von Sicherheitskräften gerettet werden.

Der Sender Hona Salaheddin zollte ihrem Kameramann mit einem Gedenkvideo Tribut und bedauerte das Zurücklassen der beiden Leichen bei der Rettungsaktion.

Bereits drei Wochen zuvor sind drei JournalistInnen – der Kurde Bakhtiar Haddad, die Schweizer Reporterin Véronique Robert sowie der Franzose Stephan Villeneuve – bei einer Explosion in der Altstadt Mossuls ums Leben gekommen.

Irak befindet sich auf der Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 158 von 180 Ländern.