WestLicht. Schauplatz für Fotografie und Der Standard laden zur Diskussion

WestLicht. Schauplatz für Fotografie und Der Standard laden zur Diskussion

KRIEGSFOTOGRAFIE – IST HINSCHAUEN PFLICHT?
am Montag, den 7. Oktober 2013, 19.30 h

im Rahmen der Ausstellung WORLD PRESS PHOTO 13
Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich

2. Preis Harte Fakten Fotoserien, Fabio Bucciarelli, Italien, Agence France-Presse, Kämpfer der Freien Syrischen Armee, Aleppo, Syrien, 10. Oktober 2012

Es diskutieren:
Fritz Hausjell, Medienhistoriker der Universität Wien, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Rubina Möhring, Präsidentin Reporter ohne Grenzen
Robert Newald, Fotograf
Petra Ramsauer, Journalistin & Krisenreporterin (NZZ, Zeit, News, Ha’aretz)

Moderation:
Julia Herrnböck, Redakteurin, Der Standard


„Hinzusehen ist eine menschliche Pflicht”, forderte Susan Sontag. Ob Kinderleichen in Syrien oder blutige Straßenschlachten in Ägypten – nicht selten gehen die gezeigten Szenen an die Grenze der Belastbarkeit. Ein verhungerndes Kind, hinter dem bereits ein Geier lauert. Muss man hinschauen? Darf man alles zeigen? Zwischen diesen zwei Polen pendelt das Dilemma der Kriegs- und Krisenfotografie, die immer wieder dokumentiert und beweist, aber auch in die Irre führt. Bilder vermitteln nur einen Moment. Sie verraten nichts über das davor und danach, können überarbeitet, inszeniert oder nachgestellt sein. Und doch haben sie mehr Kraft als Worte oder Filme.

Fotos frieren einen Augenblick unermesslicher Gewalt und Leid ein. Sie vermögen schonungslos zu transportieren, was menschengemachte Grausamkeit bedeutet. „Sie sind der Blutfleck auf dem Wohnzimmerboden”, schreibt die New York Times. Doch welche Rolle spielt Voyeurismus? Gibt es so etwas wie „War Pornography” oder gar Ästhetik, die den Krieg romantisiert?

Die digitalen Möglichkeiten und Social Media ermöglichen Bilder in Echtzeit von Konflikten, wo heutzutage keine Journalisten und Fotografen mehr Zeugen sind. Doch was passiert mit der Würde der Dargestellten in einer Welt der entfesselten Bilder? Wer prüft die Echtheit und die Herkunft der Bilder? Und wann beginnt der Betrachter abzustumpfen angesichts der Gewalt in seinem Wohnzimmer?

WORLD PRESS PHOTO 13
Das Fotomuseum WestLicht zeigt noch bis 13. Oktober die besten Pressefotos des vergangenen Jahres.

Die ausgewählten Einzelaufnahmen und Fotoserien lassen das vergangene Jahr als Ikonen der Zeitgeschichte Revue passieren und zeigen auf eindringliche Weise Ereignisse aus den Bereichen Politik, Kultur, Sport und Natur.

Das Museum hat täglich von 11 – 19 h, donnerstags von 11 – 21 h geöffnet.

DAS BUCH ZUR AUSSTELLUNG
Das Jahrbuch mit allen preisgekrönten Einsendungen enthält die besten fotojournalistischen Arbeiten eines bestimmten Jahres und ist direkt im Museum oder online im WestLicht Bookshop erhältlich.

World Press Photo 13
Till Schaap Edition, 160 Seiten, deutsch, broschiert
Preis € 30,60
VORSCHAU
PHILIPP SCHUSTER. A SKATEBOARDER´S ROMANCE
Ab 18. Oktober zeigt das Fotomuseum WestLicht eine umfassende fotografische Serie des Skateboarders Philipp Schuster. Seine Ambition den Lifestyle seiner Sportart festzuhalten, brachte den Wiener, der sich international einen Namen gemacht hat, zur Fotografie. Seit über zehn Jahren hinter der Kamera tätig, prägt er diese Kultur nicht nur als aktiver Profi, sondern auch als Fotograf und Magazinherausgeber.

Ausstellungsdauer: 18.10. – 31.10.2013

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