Usbekischer Filmemmacherin droht Verurteilung wegen Alltagsdokumentation

Usbekischer Filmemmacherin droht Verurteilung wegen Alltagsdokumentation

Der
usbekischen Filmemacherin und Fotografin Umida Akhmedova droht eine
Verurteilung wegen Beleidigung des usbekischen Volkes. Bereits am
23.Januar wurde Akhmedova, die eine fotografische Dokumentation des
Alltagslebens ihrer Landleute in einem Buch schon im Jahr 2007
veröffentlichte, über polizeiliche Ermittlungen gegen ihre
Person informiert. Die Ermittlungen und die nun folgende
Beschuldigung beziehen sich auf die vor 3 Jahren gemeinsam mit der
schweizer Botschaft erschienene Buchdokumentation “The Burden
of Virginity” und eine Fotokollektion mit dem Titel „Woman and
Man: From Dusk till Night”, in der sie die Armut der Bevölkerung
darstellt. Nun droht der Künstlerin eine Strafe von bis zu drei
Jahren Haft nach dem Strafgesetz (Artikel 139 und 140).

Reporter
ohne Grenzen verurteilt das bevorstehende Verfahren gegen Akhmedova
als eine Verletzung der Meinungsfreiheit im Zuge einer
nationalistischen Kampagne unter konservativer Hysterie. Akhmedova
wird konkret beschuldigt, ein negativ verzerrtes Bild von Usbekistan
wiederzugeben. Seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 wurde der
kommunistische Diskurs durch eine nationalistische Rhetorik abgelöst,
welche die Identität Usbekistans unter Präsident Karimov
durch Mythen und Traditionen glorifiziert. Diese nationalen
Traditionen, sowie das Nationalgefühl des usbekischen Volkes
soll die Autorin durch ihre Dokumentation verletzt haben.

Weiters
zeigt sich ROG empört und verwundert über die Absurdität
der Argumente im polizeilichen Report, in dem es heißt: “90
Prozent der Fotos wurden in isolierten, unterentwickelten usbekischen
Dörfern gemacht (…) warum zeigt die Fotografin keine schönen
Plätze, moderne Gebäude oder reiche Dörfer?”

“Dies
ist das erste Mal, dass eine Dokumentarfilmerin in Usbekistan
verurteilt wird für Filme und Fotografien, die sich mit sozialen
und ethnografischen Themen befassen”, so der freie Journalist
Aleksey Volosevich.


Lesen Sie mehr zum Fall Akhmedova

Unterzeichnen Sie die Petition für Akhmedova

Lesen Sie hier ein Statement der OSCE

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