Ukraine-Krise: Journalisten fortdauernd in Gefahr

Ukraine-Krise: Journalisten fortdauernd in Gefahr

Reporter ohne Grenzen (ROG) betreibt seit Mai 2014 einen ständig wachsenden Nachrichtenblog, um Verstöße gegen die Presse- und Meinungsfreiheit im Zuge  der Ukraine – Krise zu sammeln und auf die bleibend gefährliche Situation für Journalisten vor Ort aufmerksam zu machen.
Erst vor einigen Tagen gab es eine bewaffnete überfallartig gestaltete Durchsuchung der Fernsehstation „ATR” auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Bewaffnete und maskierte Mitglieder der Spezialkräfteeinheit OMON, die dem russischen Innenministerium angehört, drangen in die unabhängige TV-Station ATR in der Hauptstadt Simferopol am 26. Januar gewaltsam ein und unterbrachen das Programm für die Zeit einer Durchsuchung. Erst am Abend konnte der Sender, der von Mitgliedern der tatarischen Minderheit betrieben wird, sein Programm wieder aufnehmen.
Um zu verhindern, dass der Übergriff live übertragen wird, kappten die Spezialkräfte den Internetzugang. Alle Mitarbeiter der Fernsehstation mussten den Tag im Gebäude verbringen ohne ihrer Arbeit nachgehen zu können. Nach Angaben des russischen Untersuchungskomitees (ein Äquivalent des FBI) war das Ziel der Aktion die Suche nach Videoaufzeichnungen von Kämpfen zwischen Pro- und Antidemonstranten anlässlich der russischen Annexion der Halbinsel Krim im Februar 2014. Damals kamen zwei Demonstranten ums Leben.
Rund 100 Menschen demonstrierten außerhalb des Sendegebäudes am Nachmittag des 26. Januar um gegen die brutale und einschüchternde Vorgehensweise der Durchsuchung zu protestieren. Reporter ohne Grenzen verurteilt die Aktion des russischen Ministeriums: „ATR ist eines der letzten verblieben unabhängigen Medien auf der Krim” so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. „Die Repräsentanten der tatarischen Minderheit auf der Krim haben sich von Anfang an gegen eine Annexion von Russland ausgesprochen. Seitdem sind tatarische Medien immer wieder Zielscheibe von brutalen Einschüchterungen geworden”, so Möhring weiter.
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