Turkmenistan: Korrespondent von Radio Free Europe/Radio Liberty inhaftiert

Turkmenistan: Korrespondent von Radio Free Europe/Radio Liberty inhaftiert

arton44601-d9900.jpgSeit dem 6. Mai befindet sich der Radiokorrespondent Rovschen Jasmuhamedow, tätig für Radio Free Europe/Radio Liberty aus ungeklärten Gründen in Haft in der nordöstlichen Stadt Turkmenabat. Unklar sind bisher sowohl der Grund für seine Festnahme als auch die Dauer der Inhaftierung und der Zeitpunkt eines möglichen Verfahrens gegen ihn.

Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert eine sofortige Aufklärung der Umstände seiner Verhaftung. “Die Inhaftierung Rovschen Jasmuhamedows stellt eine Verletzung seiner Verfassungsrechte und auch der internationalen Konventionen dar, die Turkmenistan unterzeichnet hat”, so Reporter ohne Grenzen.

Fragen nach den Gründen und den weiteren Umständen seiner Verhaftung müssten beantwortet werden, um dem naheliegenden Verdacht zu entkräften, es handele sich bei dieser Aktion um einen weiteren Unterdrückungsversuch eines repressiven Regimes gegenüber Journalisten, so ROG weiter.


Jasmuhamedow, der beim turkmenischen Service von Radio Liberty arbeitet, verschwand am Nachmittag des 6. Mai.Seine Mutter wurde später über seine Verhaftung informiert und aufgefordert, den Pass ihres Sohnes zum Polizeirevier in Turkmenabat zu bringen.

Es wird vermutet, dass sich Jasmuhamedow zur Zeit in einem Gefängnis des Innenministeriums aufhält, welches zur Einheit für Terrorismusbekämpfung und der Bekämpfung organisierten Verbrechens angehört. Jasmuhamedows Mutter erzählte dem Radiosender Radio Liberty vergangene Woche, ihr Haus werde seit dem Vorfall mit Kameras überwacht. Jasmuhamedow arbeitete seit 2012 für Radio Liberty. Er war für soziale und gesellschaftliche Themen zuständig. Scharfe Reaktionen gab es beispielsweise nach einem Bericht von ihm über den Schulverweis eines islamischen Mädchens, das ein Kopftuch tragen wollte.

Reporter ohne Grenzen appelliert auch an die internationale Gemeinschaft, sich für die Aufklärung der Verhaftungsumstände und für die Freilassung des Radiokorrespondenten einzusetzen – auch in Anbetracht der bekanntermaßen schlimmen Verhältnisse in turkmenischen Gefängnissen und der Einstellung der turkmenischen Regierung gegenüber unabhängigen Journalisten.

Die Regierung in Turkmenistan geht steht streng gegen unabhängige Journalisten vor. Alle Medien werden vom Staat kontrolliert. Trotz einiger Reformversuche gilt das Land weiterhin als eines der autoritärsten und repressivsten auf der Welt.

Insbesondere die Europäische Union müsse die Verhaftung Jasmuhamedows bei der nächsten Sitzung des Human Rights Dialog” mit Turkmenistan Ende Mai auf die Tagesordnung setzen, so ROG. Die Voraussetzungen, damit Turkmenistan das Partnership and Corporation Agreement (PCA) mit der EU unterzeichnen könne, dürften keinen Kompromissen weichen, so ROG. Alles andere wäre ein Betrug an der turkmenischen Zivilgesellschaft.

Turkmenistan steht seit Jahren auf den hintersten Plätzen der Ranglisten von Reporter ohne Grenzen.Momentan steht es auf Rang 177 von 179 Ländern.

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