Syrischer Journalist Michel Kilo vom Geheimdienst festgehalten

Syrischer Journalist Michel Kilo vom Geheimdienst festgehalten

update 20.5.:
Reporter ohne Grenzen begrüßt die Freilassung des Journalisten und Menschrechtsaktivisten Michel Kilo am 19. Mai um 23 Uhr (Ortszeit) in Damaskus.

Bereits am 14. Mai war Kilo nach einer dreijährigen Haftstrafe aus dem Adra-Gefängnis in der syrischen Hauptstadt entlassen worden. Anschließend wurde er jedoch umgehend in die Zentrale des syrischen Geheimdienstes gebracht, wo er für weitere fünf Tage festgehalten und täglich verhört wurde.
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Reporter ohne Grenzen ist zutiefst besorgt über das weitere Festhalten des syrischen Journalisten Michel Kilo im Hauptquartier des syrischen Geheimdienstes in Damaskus.

Michel Kilo wurde am 14 Mai nach einer dreijährigen Haftstrafe aus dem Ada Gefängnis entlassen. Seitdem befindet er sich jedoch zwecks “Untersuchungen” in den Händen des Geheimdienstes.

Reporter ohne Grenzen fordert die sofortige Freilassung Kilos. “Michel Kilo muss sofort die Erlaubnis erhalten, nach Hause zu gehen. Er hat seine Haftstrafe abgesessen und weitere Untersuchungen seitens des Geheimdienstes verletzen seine Rechte”, so Reporter ohne Grenzen.


Nach Angaben seiner Familie leidet Kilo ausserdem an schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen, die dringender Behandlung bedürfen.  

Der heute 68-jährige wurde am 14 Mai 2006 verhaftet, weil er die “Beirut-Damaskus/Damaskus-Beirut Erklärung” unterzeichnet hatte. Die Erklärung forderte zu einer radikalen Umgestaltung der Beziehungen zwischen Syrien und dem Libanon auf. Im Oktober wurde er, in Haft befindlich, mit dem  “British Parliamentary Press Gallery Prize” ausgezeichnet.

Reporter ohne Grenzen fordert wiederholt das Aufheben des Notstandes, der seit 46 Jahren in Syrien ausgerufen ist und mit dem zahlreiche zivile Rechte und Freiheiten massiv eingeschränkt wurden. Während der 30-jährigen Diktatur unter Hafez Al-Assad wurden Dissidenten zum Schweigen gebracht. Als im Jahr 2000 sein Sohn die Macht übernahm, folgte für kritische Stimmen im sogenannten “Damaskus Frühling”, eine beschränkte Meinungsfreiheit für kritische Stimmen.

Doch im Dezember 2007 folgte einer pro-demokratischen Aktion eine Welle von Verhaftungen,unter ihnen drei Journalisten.

Insgesamt befinden sich laut Reporter ohne Grenzen zur Zeit 5 Journalisten in Haft in Syrien. Präsident Bashar Al-Assad  zählt für Reporter ohne Grenzen zu den “Feinden der Pressefreiheit”

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