Syrien: ROG warnt vor Gefährdung lokaler Mitarbeiter ausländischer Medien

Syrien: ROG warnt vor Gefährdung lokaler Mitarbeiter ausländischer Medien

Reporter ohne Grenzen (ROG) lenkt den Blick auf die gefährliche Situation von einheimischen Mitarbeitern und Informanten ausländischer Medien in Syrien. Dutzende Syrer, die als Assistenten, Dolmetscher oder Fahrer für ausländische Journalisten gearbeitet oder ihnen als Interviewpartner oder Informanten zur Verfügung gestanden hätten, seien verhaftet worden oder würden als vermisst gelten. Einige von ihnen seien gefoltert worden. „Die syrischen Sicherheitsdienste haben eine regelrechte Jagd auf Personen eröffnet, die mit ausländischen Reportern reden oder ihnen helfen”, kritisiert ROG.

ROG appelliert an alle Medien, die mit einheimischem Personal zusammenarbeiten, verstärkt auf dessen Sicherheit zu achten und keine unnötigen Risiken einzugehen. „Die Redaktionen internationaler Medien müssen in ihrer Kommunikation und Zusammenarbeit mit Syrern höchste Vorsicht walten lassen”, appelliert ROG. Jedes Mal, wenn Syrer sich über die Situation in ihrem Land äußern, müssten sie und ihre Familien mit ernsthaften Repressionen rechnen, warnt ROG.


Es sei unerlässlich, dass internationale Medien die Öffentlichkeit über die aktuellen Geschehnisse in Syrien so umfassend wie möglich informieren. „Der Auftrag die Öffentlichkeit aufzuklären, darf jedoch nicht zu Lasten der Sicherheit der Quellen gehen”, mahnt die Organisation für Pressefreiheit. Nicht allen ausländischen Berichterstattern seien möglicherweise die Methoden des „Muchabarat” (Geheimdienst) bekannt, der gezielt nach Helfern ausländischer Medien ermittelt.

Wird ein ausländischer Medienmitarbeiter in dem vorderasiatischen Land festgenommen, drohen ihm in der Regel einige Tage Haft und die anschließende Abschiebung. Einen höheren Preis zahlen nach den Beobachtungen von ROG lokale Mitarbeiter und Kontaktleute: Ihre Freilassung ist häufig ungewiss, in einigen Fällen stehen ihre Gesundheit und ihr Leben auf dem Spiel.

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