Sperre für Journalisten im Gazastreifen: Kein Zutritt zu Krankenhäusern und Stadt Rafah

Sperre für Journalisten im Gazastreifen: Kein Zutritt zu Krankenhäusern und Stadt Rafah

Seit dem 14. August dürfen weder ausländische noch palästinensische Journalisten die Stadt Rafah betreten. Die Sperre gilt auch für sämtliche Krankenhäuser im Gazastreifen. Das palästinensische Innenministerium hatte diesen Beschluss angeordnet, nachdem es bei Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und der bewaffneten salafistischen Gruppe “Jund Ansar Allah” in der Stadt Rafah zu mehr als 20 Toten und 112 Verletzten gekommen war.

Reporter ohne Grenzen verurteilt diese Informationssperre scharf. “Wieder einmal demonstriert das von der Hamas geführte Innenministerium seinen Wunsch nach Nachrichtenkontrolle im Gazastreifen”, so Reporter ohne Grenzen. Nur die Anwesenheit von Journalisten könne unabhängige Informationen über die Geschehnisse in Rafah am 14. und 15. August bringen.

“Wieder einmal werden Journalisten machtlos gemacht, damit die Regierung keine Verantwortung für ihre Rolle in gewalttätigen Auseinandersetzungen übernehmen muss”, so Reporter ohne Grenzen weiter.

Begonnen hatten die Kämpfe zwischen den Sicherheitskräften der Regierung und der religiösen Gruppierung nach dem Freitagsgebet, als der Führer der Gruppe “Jund Ansar Allah” in der Ibn Taymiyya Moschee die geplante Gründung eines islamischen Emirates ausrief.

Laut des AFP- Fotografen Said Al-Khatib wurden Fernseh- und Fotojournalisten, die in der Nähe der Moschee arbeiteten, schon kurz nach dem Start der Kämpfe an ihrer Arbeit behindert und aus dem umliegenden Gebiet vertrieben.

Der staatliche Sicherheitsdienst stürmte auch das Redaktionsbüro der britischen Nachrichtenagentur “Reuters” in Gaza City, nachdem diese einen Film von den Ausbrüchen der Gewalt veröffentlicht hatten. Es kam jedoch zu keinen Ausschreitungen.

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