Somalia: Radiojournalist erschossen

Somalia: Radiojournalist erschossen

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist erschüttert über die Ermordung des jungen Radiojournalisten Ali Ahmed Abdi am vergangenen Sonntag in der Stadt Galkayo im nördlichen Somalia. Abdi, der auf dem Heimweg von seiner Arbeit beim Radiosender „Radio Galkayo” von drei bewaffneten Männern erschossen wurde, ist damit bereits der dritte Journalist, der in Somalia seit Jahresbeginn ermordet wurde.

Der 26-jährige Ali Ahmed Abdi wurde mehrmals von unbekannten Tätern auf offener Straße beschossen. Das Motiv war zunächst noch unklar, allerdings war Abdi bekannt als Kritiker gegen Gewalt an Journalisten und kritisierte öffentlich den skrupellos brutalen Umgang mit Journalisten in Somalia. Im September 2011 war seine Kollegin Horriyo Abdulkadir von Radio Gakayo ebenfalls beschossen worden.


Abdi war auch als Autor für die somalische Online-Zeitung „Somali Online” tätig und war Mitglied der Vereinigung somalischer Journalisten (NUSOJ), einer Partnerorganisation von Reporter ohne Grenzen.

Reporter ohne Grenzen fordert die internationale Gemeinschaft auf, sich für die somalischen Journalisten einzusetzen und sie zu schützen.

„Das Jahr 2012 ist für Journalisten in Somalia extrem brutal”, so Reporter ohne Grenzen. „Es ist dringend notwendig, die Journalisten zu schützen und sie nicht länger allein zu lassen im Kampf gegen die Feinde der Meinungsfreiheit”, so ROG weiter.

Somalia gilt als gefährlichstes Land für Journalisten in Afrika. Nach Einschätzungen von Reporter ohne Grenzen sind seit dem Jahr 2007 bereits 28 Journalisten ermordet worden.

Mehrere internationale Organisationen, darunter auch Reporter ohne Grenzen, haben die somalische Regierung für die fehlende Aufarbeitung und Untersuchung von Morden an Journalisten kritisiert.

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