Russland: Brandbombenanschlag auf Redaktionsbüro von Oppositionszeitung

Russland: Brandbombenanschlag auf Redaktionsbüro von Oppositionszeitung

In der russischen Provinz Perm hat ein unbekannter Täter am frühen Morgen des 28. Januar einen Brandbombenanschlag auf die Redaktionsräumlichkeiten der Wochenzeitung Vecherny Krasnokamsk verübt. Das Redaktionsbüro mitsamt der journalistischen Ausrüstung und der Buchhaltung wurde dabei zerstört, Menschen wurden nicht verletzt.

Die Zeitung Vecherny Krasnokamsk wird von der lokalen Gruppierung der liberalen Oppositionspartei Jabloko herausgegeben.


Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert eine rasche Aufklärung über den Tathintergrund und die Täter. „Das angespannte gesellschaftliche Klima der Vorwahlzeit legt politische Einschüchterung als Tatmotiv sehr nahe”, so ROG. „Die Parteien sollten sich von diesem Anschlag unmissverständlich distanzieren”, so ROG weiter.

Videoaufnahmen zeigen einen Mann, der gegen 4 Uhr morgens ein Fenster des Gebäudes einschlägt und eine Brandbombe hineinwirft. Binnen Minuten hatte das Feuer die gesamten Räumlichkeiten erfasst. Vecherny Krasnokamsk – Herausgeberin Olga Kolokolova schätzt den Schaden auf 300.000 Rubel (ca 7500 Euro). Kolokolova ist auch Chefin der lokalen Jabloko-Partei. Sie sieht einen Zusammenhang zwischen kürzlich veröffentlichten Berichten in ihrer Zeitung über Korruption im Bürgermeisteramt des Ortes Krasnokamsk und dem Anschlag. Bürgermeister Juri Chechetkin bestreitet das jedoch.

In der Provinz Perm ist das politische Klima seit längerem angespannt. Am 29. November vergangenen Jahres wurde ein Parlamentsmitglied der Jabloko Partei in der Region zusammengeschlagen.

Russland steht auf Platz 142 von insgesamt 179 Ländern auf dem Press Freedom Index von Reporter ohne Grenzen.

Lesen Sie hier einen Bericht von Reporter ohne Grenzen über die Region Perm und sechs weitere russische Provinzen

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