ROG besorgt über verhaftete Menschenrechtsaktivisten in Damaskus, der „Hauptstadt der Unterdrückung 2008″

ROG besorgt über verhaftete Menschenrechtsaktivisten in Damaskus, der „Hauptstadt der Unterdrückung 2008″

Reporter ohne Grenzen und das französische Damaskus-Komittee
haben heute bei einer Pressekonferenz in Paris ihre zunehmende
Besorgnis über das Schicksal von Mitgliedern der pro-demokratischen
Oppositionsbewegung in Syrien geäußert.

Mitte Dezember 2007
waren in der syrischen Hauptstadt zwölf pro-demokratische Aktivisten
verhaftet worden, weil sie die sog. „Damaskus-Deklaration”
unterzeichnet hatten, die zu politischen Reformen und einer
Verbesserung der Beziehungen zum Libanon aufruft. Unter den Verhafteten
befanden sich drei Journalisten, so auch der 57-jährige Ali Abdallah.


Abdallahs Sohn Mohammed, der live aus Beirut zur Pressekonferenz
zugeschaltet wurde, berichtete von Misshandlungen seines Vaters im
Gefängnis: „Als mein Vater zum ersten Mal seinen Richter traf wurde,
konnten seine Anwälte viele Anzeichen von Schlägen und Verletzungen an
Gesicht und Körper erkennen. Meine Mutter darf ihn einmal pro Woche
besuchen, aber seine Anwälte dürfen noch immer nicht zu ihm ins
Gefängnis,” so der Sohn des verhafteten Journalisten weiter.

Der
syrische Schriftsteller Faruk Mardam-Bey erklärte den Hintergrund der
dritten Verhaftungswelle seit Bashar al-Assads Amtsantritt im Jahr
2000. „Im Jahr 2001 wurden zunächst die führenden Akteure des
‘Syrischen Frühlings’ zum Ziel. 2006 sollten dann die wichtigsten
Vertreter der Deklaration ‘Damascus-Beirut, Beirut-Damascus” zum
Schweigen gebracht werden, darunter auch der Journalist und
Schriftsteller Michel Kilo. In einer dritten Verhaftungswelle wurden
schließlich zwölf weitere Aktivisten wegen erfundener Verbrechen und
Vergehen angeklagt.”

„Wir machen uns große Sorgen um die
Journalisten und Menschenrechtsaktivisten, die unter sehr harten
Haftbedingungen festgehalten werden und zum Teil medizinische Hilfe
benötigen”, so Rubina Möhring, Präsidentin von ROG Österreich.

„Trotz
der Gründung neuer Medien hat sich die Situation der Pressefreiheit in
Syrien nicht verbessert, und das Regime hält die JournalistInnen des
Landes noch immer in einem eisernen Griff. Das Internet wird stärker
unterdrückt als je zuvor”, so Rubina Möhring weiter. „2007 wurden
zahlreiche Webseiten behördlich geschlossen, und durch eine
Gesetzesänderung wurden die Betreiber von Internet-Cafés gezwungen,
alle Kommentare zu speichern, die ihre Klienten in
Internet-Diskussionsforen posten.”

Syrien liegt auf Platz 151 von 169 der Weltrangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen.

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