ROG begrüßt Enthaftung des Journalisten Ching Cheong

ROG begrüßt Enthaftung des Journalisten Ching Cheong

Reporter ohne Grenzen ist erleichtert über die gestrige Freilassung des chinesischen Journalisten Ching Cheong, der zwei Jahre vor Ende seiner Gefängnisstrafe auf Bewährung frei kam.

Ching hatte von Hong Kong aus als Korrespondent der Tageszeitung Straits Times mit Sitz in Singapur gearbeitet. Am 22. April 2005 wurde er in Guangzhou (Südchina) festgenommen und später
wegen Spionage für Taiwan zu fünf Jahren Haft und einer Geldbuße von
60.000 Euro verurteilt. Informationen der staatlichen chinesischen
Nachrichtenagentur Xinhua zufolge soll der Journalist in den
Jahren 2000 bis 2005 Informationen aus Politik, Wirtschaft und Militär
an taiwanesische Agenten verkauft und dafür Millionen Dollar erhalten
haben.


ournalistenvereinigungen und viele seiner Hong-Konger Kollegen
hielten Ching jedoch stets für unschuldig und sprachen sich gegen die
ihres Erachtens ungerechtfertigten Anschuldigungen seitens der
chinesische Regierung aus. So sammelten Reporter ohne Grenzen und die
Hong Konger Journalistenvereinigung gemeinsam über 30.000
Unterschriften für seine Freilassung. Auch Familienangehörige und
Freunde hatten sich intensiv für Ching Cheongs Freilassung
einsesetzt.

“Ching
hätte niemals festgenommen und eingesperrt werden dürfen,” so Rubina
Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. “Seine
Freilassung ist daher ein positiven Schritt – auch weil Ching so das
chinesische Neujahrsfest gemeinsam mit seiner Familie verbringen kann.
Völlig frei ist er aber noch immer nicht.”

„Die chinesische
Regierung sollte den eingeschlagenen Weg fortsetzen und vor Beginn der
Olympischen Spiele in Peking alle 32 JournalistInnen und 51
CyberdissidentInnen aus der Haft entlassen”, so Rubina Möhring weiter.  

Ching
Cheongs Freilassung wird von neuen Anklagen und Verurteilungen von
Menschenrechtsaktivisten und Schriftstellern überschattet. So wurde der
Menschenrechtler Hu Jia am 27. Dezember 2007 festgenommen und vergangene Woche wegen Staatsgefährdung angeklagt (siehe: http://www.rsf.org/article.php3?id_article=25322).
Mit derselben Begründung wurde auch der Schriftsteller Lü Gengsong Anfang Februar zu einer vierjährigen Gefängnisstrafe verurteilt

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