Razzia bei moldawischer Fernsehstation im Vorfeld der Parlamentswahlen

Razzia bei moldawischer Fernsehstation im Vorfeld der Parlamentswahlen

Drei Mitarbeiter des Innenministers führten am 25.Februar eine Razzia bei der privaten  moldawischen TV Station Albasat aus. Dort versuchten sie sie sich ohne Durchsuchungsbefehl Zugang zu  Computerfestplatten und Dokumenten zu verschaffen. Die Journalistin Tatiana Pantilei und die Buchhalterin Mihail Pantelei wurden bei dieser Aktion verhaftet.

Die beiden Angestellten, die sich den Befehlen der Autoritäten widersetzten, wurden geschlagen und zur Polizeistation mitgenommen, wo sie sich einer langwierigen Untersuchungsprozedur unterziehen mussten.


Reporter ohne Grenzen verurteilt die Razzia, die “an Methoden in Sowjetzeiten” erinnere, auf das Schärfste. “Wir fordern das Innenministerium auf, Freiheit und Sicherheit von unabhängigen Nachrichtenmedien zu garantieren, besonders in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen im April”, so Rubina Möhring von Reporter ohne Grenzen.

Das Innenministerium rechtfertigte die Razzia mit dem Argument, ein früherer Angestellter von Albasat hätte einen Vertrag unterzeichnet, der gegen das moldawische Arbeitsgesetz verstößt. Außerdem sei Albasat beschuldigt worden, 400.000 Lei (30.000Euro) Gewinne aus dem Jahr 2007 nicht ordnungsgemäß angegeben zu haben, sowie Computersoftware mit fehlender Lizenz zu nutzen.

Albasat wurde 1995 gegründet und gehört zur Euronova Media Group. Nach Ansicht der Media Group steht der Übergriff auf Albasat im Zusammenhang mit den Parlamentswahlen im April.

Moldawien steht auf Platz 98 von 173 auf dem Index der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen 2008.  

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