Pressefreiheit unter Beschuss: Reporter ohne Grenzen fordert umfassenden Schutz für ukrainische Journalist*innen

Pressefreiheit unter Beschuss: Reporter ohne Grenzen fordert umfassenden Schutz für ukrainische Journalist*innen

Pressefreiheit unter Beschuss: Reporter ohne Grenzen fordert umfassenden Schutz für ukrainische Journalist*innen

Ein ukrainischer Fernsehsender mit Sitz in Kiew wurde am Wochenende mit einem Granatwerfer beschossen, Behörden sprechen von einem „terroristischen Anschlag“. „Die Entwicklungen in der Ukraine stellen zunehmend eine lebensbedrohliche Situation für Journalistinnen und Journalisten dar“, sagt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. „Wir fordern umfassende Schutzmaßnahmen vonseiten der Behörden für Medienarbeiter vor Ort.“

Nachdem in der Nacht auf Samstag der Fernsehsender 112 im Besitz des prorussischen
Abgeordneten Taras Kozak mit einem Granatwerfer attackiert wurde, weist Reporter ohne Grenzen darauf hin, dass die Schutzmaßnahmen für Medienschaffende verstärkt werden müssen. Grund für den Angriff war die geplante Ausstrahlung eines Dokumentarfilms, der auch ein Interview mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin beinhaltet und als prorussisch eingestuft wird.

„Ob prorussische Berichterstattung oder nicht: Medienschaffende dürfen als Konsequenz ihrer Arbeit
nicht mit gewaltvollen Angriffen rechnen müssen“, so Rubina Möhring. Ungeachtet der politischen
Situation der Ukraine und den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen prorussischen
Separatisten und ukrainischen Soldaten dürften Medienschaffende nicht unter Beschuss geraten. Bei
diesem Angriff sei zum Glück niemand verletzt worden, doch „es darf nicht so weit kommen, dass
Medienarbeiter in Ausübung ihrer Tätigkeit um ihr Leben fürchten müssen.“

Wenige Tage vor dem Angriff war der TV-Kanal von der ukrainischen Staatsanwaltschaft für das
Vorhaben verwarnt worden, die Dokumentation über die Ukraine des US-Regisseurs Oliver Stone
ausstrahlen zu wollen. Kurz darauf sei bei dem Sender eine Drohung über einen physischen Angriff
eingegangen, ausgesprochen von ultranationalistischen ukrainischen Gruppen. Nur einen Tag vor
dem Angriff richtete der Sender einen Appell an die Polizei, Journalist*innen vor der „Willkür von
nationalen Radikalen“ zu schützen.

Auch Reporter ohne Grenzen Österreich richtet einen solchen Appell an die ukrainischen Behörden,
die körperliche Unversehrtheit prorussischer sowie proukrainischer Berichterstatter muss
gewährleistet werden.

Die Ukraine liegt in der Rangliste der Pressefreiheit momentan auf Platz 102 von 180 Ländern.

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