Press Freedom Award 2012

Press Freedom Award 2012

ROG_PressFreedomAward_Presse.jpg

Reporter Ohne Grenzen zeichnet engagierten Einsatz für Pressefreiheit in Italien aus

 

Wien, 6. Dezember 2012 – Preisträgerinnen des diesjährigen von Reporter ohne Grenzen Österreich verliehenen „Press Freedom Award – Signal für Europa” sind die italienischen Journalistinnen Emanuela Zuccalá und Alessia Cerantola.

 

“Die Folgen der Berlusconisierung Italiens geht uns alle an, auch die extrem prekären Arbeitsbedingungen von Journalisten und Journalistinnen in unserem Nachbarland. Können Sie sich vorstellen, Artikel für 50 Cent oder maximal acht Euro zu schreiben?”, fragt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich bei der heutigen Verleihung des “Press Freedom Award – Signal für Europa” im Presseclub Concordia.

Christophe Deloire, Generalsekretär von Reporter Ohne Grenzen in Frankreich, erklärt: „Wie wichtig die Arbeit von Journalisten und Journalistinnen auf der ganzen Welt ist, zeigt sich uns jeden Tag: In Burma etwa traf ich einen Journalisten, der 19 Jahre lang im Gefängnis saß. Er hat nie – auch mit der Aussicht auf ein Freikommen – darauf verzichtet, Journalismus und Politik zu machen. Denn für ihn ist die Pressefreiheit jene Freiheit, die die Durchsetzung aller anderen Freiheiten sichert.”

 

 „Die Artikel der ausgezeichneten Journalistinnen sind exemplarisch für die derzeitige Situation italienischer Journalisten und Journalistinnen. Alessia Cerantola beschreibt deren generell bedrohlichen Arbeitsbedingungen; Emanuela Zuccalá wählt die Form der Parabel, um auf menschenrechtliche Missstände im eigenen Land hinzuweisen”, begründet Eva Nowotny, Präsidentin der UNESCO-Kommission Österreich die Entscheidung der Jury.

 

„Der italienische Journalismus ist krank, aber noch nicht tot. Interessenskonflikte, Selbstzensur, die Bedrohung durch organisiertes Verbrechen, niedrige Nachrichtenqualität, asymmetrische Ressourcenverteilung in der Medienlandschaft: Das sind nur einige Probleme, mit denen wir heute kämpfen – ein giftiger Cocktail für die moderne Demokratie. Wir müssen den italienischen Journalismus verbessern, und dazu müssen wir mit unseren jungen Kollegen beginnen. Die Anerkennung durch den diesjährigen Press Freedom Award an zwei junge italienische Journalistinnen unterstützt unsere Sache enorm”, betont Laudator Domenico Affinito, Vizepräsident von Reporter ohne Grenzen Italien.

 

Zu den Preisträgerinnen:

 

Alessia Cerantola ist freie Journalistin und Videoproduzentin. Ausgezeichnet wurde sie für ihre Analyse der prekären Situation freier JournalistInnen in Italien. In dieser setzt sie auch dem Journalisten Pierpaolo Faggiano ein Denkmal, der 2011 angesichts seiner ausweglosen beruflichen Situation den Freitod wählte. Der Artikel erschien im November 2011 im Magazin des „European Journalism Centre” und im European Journalism Observatory der BBC-Academy.

 

Emanuela Zuccalá ist freie Journalistin, Bloggerin, Buchautorin sowie Produzentin filmischer Dokumentationen. Ausgezeichnet wurde ihre Reportage über Flüchtlingsfrauen in Afrika “Gefangen in der Wüste” – eine exemplarische Aufarbeitung der desolaten Situation vergessener Menschen. Der Artikel erschien 2011 im Wochenmagazin Io Donna, der Wochenendbeilage der führenden italienischen Zeitung Corriere della Sera. Emanuela Zuccalá ist seit 2001 Io Donna-Autorin.

 

Nachzulesen sind die Artikel  der Preisträgerinnen in press.freedom.now – der Zeitschrift für freie Information (Erscheinungsdatum 17. 12. 2012).

 

Der „Press Freedom Award – Signal für Europa” wird seit 11 Jahren von Reporter ohne Grenzen Österreich verliehen. Ziel des Preises ist, JournalistInnen sichtbar zu machen und zu fördern, die aktiv für demokratische Werte arbeiten und leben. 2011 wurden die Budapester JournalistInnen Rényi Pál Dániel und Maria Vásárhelyi ausgezeichnet; 2010 die russischen JournalistInnen Olga Bobrova und Michail Beketov.

 

Bildtext: Verleihung des Press Freedom Award 2012 – (v.l.n.r.) Christophe Deloire, Generalsekretär von Reporter Ohne Grenzen Frankreich; Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich; Laudator Domenico Affinito, Vizepräsident von Reporter ohne Grenzen Italien; Preisträgerin Emanuela Zuccalá; Eva Nowotny, Präsidentin der UNESCO-Kommission Österreich; Preisträgerin Alessia Cerantola.

Visit Us On TwitterVisit Us On Facebook