Paraguay: Radiomanager erschossen – Ermittlungen deuten auf organisiertes Verbrechen

Paraguay: Radiomanager erschossen – Ermittlungen deuten auf organisiertes Verbrechen

Marcelino Vázquez, Besitzer und Manager des Radiosenders „Sin Fronteras 98.5 FM”  ist am vergangenen Dienstag auf dem Weg vom Radiosender zu einer Diskothek, die ebenfalls in seinem Besitz war, von unbekannten Tätern in der paraguayanischen Stadt Pedro Juan Caballero an der Grenze zu Brasilien erschossen worden. Reporter ohne Grenzen (ROG) vermutet die Täter aus dem Bereich der organisierten Kriminalität, die in dem betroffenen Bundesstaat Amambay vor allem im Drogenhandel zu finden ist.

„Es ist sehr wahrscheinlich, dass Vázquez dem organisierten Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Die Methode deutet stark darauf hin”, so Reporter ohne Grenzen. “Wir fordern genaue Ermittlungen, die auch den Beruf des Opfers als Tatmotiv berücksichtigen, als auch die Tatsache, dass in dieser Region Drogenkartelle eine große Macht auf lokale Behörden ausüben”, so ROG weiter.


Der Radiomanager wurde gegen 19 Uhr von zwei Männern auf Motorrädern gestoppt, als er sich bereits in der Nähe seiner Diskothek befand. Einer der beiden erschoss Vázquez mit einem Revolver. Einer seiner Söhne beobachtete die flüchtenden Täter.

Der Sender „Sin Fronteras 98.5 FM” spielt hauptsächlich Unterhaltungsmusik, dazwischen jedoch auch Nachrichten und Meinungsaustausch zu vielfältigen Themen. Für diese Offenheit musste Vázquez sein Leben lassen, ist Reporter ohne Grenzen überzeugt.

Reporter ohne Grenzen veröffentlichte 2011 einen Bericht über die Situation der Pressefreiheit in Paraguay. Das Land ist beim diesjährigen Ranking von Reporter ohne Grenzen um 11 Plätze gefallen auf Platz 91.

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