Pakistan: Zwei Journalisten innerhalb von drei Tagen getötet

Pakistan: Zwei Journalisten innerhalb von drei Tagen getötet

arton44159-6322c.pngReporter ohne Grenzen (ROG) ist schockiert über die Ermordung des pakistanischen Journalisten Machmud Achmed Afridi am vergangenen Donnerstag. Der Korrespondent der Zeitung „Intikhab” wurde von unbekannten Männern auf Motorrädern in der Stadt Kalat (Provinz Belutschistan) erschossen. Afridi ist damit bereits der zweite Journalist, der in Pakistan innerhalb von drei Tagen getötet wurde.

„Nur zwei Tage nach dem Mord an Malik Mumtaz Khan ist wieder ein Journalist in Pakistan auf ähnliche Weise ums Leben gekommen. Diese bestürzende Tatsache macht deutlich, wie dringend die pakistanischen Behörden aufgefordert sind, Journalisten zu schützen und Verbrechen an Medienleuten aufzuklären”, so Reporter ohne Grenzen.


Pakistans Regierung müsse endlich erkennen, unter welch gefährlichen Umständen die Journalisten des Landes arbeiten, so ROG weiter. Täter dürften nicht länger unbestraft bleiben, sondern müssten identifiziert und bestraft werden, um weitere Morde zu verhindern.

Der 56-jährige Afridi arbeitete seit 1995 als Journalist und war zuletzt Präsident des Presseclubs von Kalat, so die Information eines pakistanischen Kollegen aus Quetta, der Hauptstadt von Belutschistan, der anonym bleiben möchte. Laut seinen Informationen sei Afridi vor einer öffentlichen Telefonzelle gestanden, als zwei Männer auf Motorrädern an ihm vorbeifuhren und ein Schussfeuer eröffneten.

Dass die Tat eine gezielte Tötung war, bestätigte auch der Polizeikommissar der Stadt Kalat, Bashir Achmed, gegenüber der TV Sendung Daily News.

Der Präsident der Vereinigung der Journalisten aus Belutschistan, Essa Tareen, kritisiert die mangelhafte Aufklärungsarbeit der Polizei und Regierung an dem Mord. „Es ist erniedrigend für uns zu sehen, wie wenig die Regierung sich für uns einsetzt, trotz regelmäßiger Aufrufe von uns”, so Tareen.

Die Region Belutschistan gilt als eine der gefährlichsten Regionen für Journalisten in Pakistan. Journalisten werden zur Zielscheibe sowohl von bewaffneten Separatistengruppen als auch von geheimdienstähnlichen Organisationen.

Pakistan steht auf Platz 159 von 179 Ländern auf der Weltrangliste von Reporter ohne Grenzen.

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