Pakistan: ROG fordert Zugang zu Waziristan für Journalisten

Pakistan: ROG fordert Zugang zu Waziristan für Journalisten

Angesichts der pakistanischen Großoffensive gegen die Taliban in Waziristan
fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) einen besseren Zugang zu der Region für
Journalisten. Vor allem unabhängige Informationen über die Situation von
Zivilisten im Nordwesten Pakistans an der Grenze zu Afghanistan werden seit
Beginn des Armee-Einsatzes am 17. Oktober immer seltener.

“Die derzeitigen Beschränkungen für pakistanische und ausländische Medien
sind inakzeptabel, trotz der unbestreitbaren Risiken für Journalisten”, so
ROG. “Die pakistanische Armee beschränkt nicht nur den Zugang zu den
Kampfgebieten, sondern auch zu den Flüchtlingslagern. Besonders dramatisch
ist die Situation in Süd-Waziristan. Das Gebiet ist für Pressevertreter und
Hilfsorganisationen faktisch gesperrt”, teilt ROG weiter mit.


Vor allem Offiziere der militärischen Informationsabteilung ISPR üben seit
Wochen Druck auf Medien aus, in ihrer Berichterstattung über Waziristan nur
offizielle Informationen zu verwenden. Das ISPR gibt täglich
Pressekonferenzen über den Fortgang der Operation “Weg zur Erlösung”.

Bisherige Besuche in den Einsatzgebieten waren von der Armee organisiert
worden. Journalisten wurden zwar von Islamabad und Peschawar per Helikopter
eingeflogen, sie durften sich jedoch nicht frei bewegen. “Es ist nicht
hinnehmbar, dass die Presse nur in das Gebiet gelassen wird, um
‚militärische Siege’ zu bestätigen”, kritisiert ROG.

Zwar wurde einigen Journalisten gestattet, das größte Flüchtlingscamp nahe
der Stadt Dera Ismail Khan an der Grenze zu den Stammesgebieten zu besuchen.
Doch vor Ort wird die Bewegungsfreiheit für Medienvertreter beschränkt.
Zudem wurden vergangene Woche zehn ausländische Journalisten auf ihrem Weg
nach Dera Ismail Khan im nahe gelegenen Mianwali von der Polizei zur Umkehr
gezwungen.

Auf der aktuellen Rangliste zur Lage der Pressefreiheit weltweit steht
Pakistan auf Platz 159 von 175.

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