PA ROG: Iran: Zwei US-amerikanische Journalisten und eine iranische Journalistin verhaftet

PA ROG: Iran: Zwei US-amerikanische Journalisten und eine iranische Journalistin verhaftet

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Der Korrespondent der US-amerikanischen Zeitung „Washington Post” in Teheran, Jason, Rezaian, und dessen Frau, die iranische Journalistin Jeganeh Salehi, sind nach Angaben der „Washington Post” mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits am vergangenen Donnerstag inhaftiert worden. Rezaian, der die doppelte Staatsbürgerschaft (Iran und USA) besitzt, berichtet seit 2012 aus Teheran. Salehi arbeitet für die Zeitung „The National” , die ihr Hauptquartier in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat.
Ebenfalls inhaftiert wurde eine iranisch-amerikanische Fotojournalistin, deren Identität laut ihrer Familie nicht bekanntgegeben werden soll. Sie arbeitet für verschiedene Nachrichtenorganisationen und auch für die „Washington Post”. Auch ihr Ehemann, der kein Journalist ist, wurde inhaftiert.
Nach Informationen von Reporter ohne Grenzen (ROG) wurden alle vier Personen von Polizisten in Zivilkleidung in ihrem Haus verhaftet. Es wurden keine weiteren Details über die Verhaftung bekannt – weder, vom wem die Anordnung stammt, noch der Grund der Verhaftung. Auch der momentane Aufenthaltsort der vier Personen ist nicht bekannt.

Die iranische Regierung hat zu den Festnahmen keine Erklärung abgegeben. Der Präsident des Teheraner Justizministeriums, Gholamhossein Esmaili, sagte am Freitag, die Polizei befände sich derzeit in der Phase weiterer Untersuchungen und Ermittlungen, erst danach werde es weiter Informationen zu dem Fall geben.
Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert eine sofortige Entlassung der Journalisten. „Alle vier sind beim iranischen Kulturministerium akkreditiert und arbeiten legal im Land”, so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich.
Willkürliche Verhaftungen, illegale Vorladungen, die beispielsweise von Personen aus dem Geheimdienst der Revolutionären Garde kommen, gehören zur täglichen Routine für Journalisten im Iran. Oft werden ausländische Journalisten in Teheran auch der Spionage beschuldigt.
Der Iran gehört mit über 65 inhaftierten Journalisten und Netzaktivisten zu den gefährlichsten Ländern für Journalisten und Medienarbeiter.
Auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit belegt der Iran Platz 173 von 180 Ländern. Weitere Informationen über die Lage in dem Land finden Sie hier.
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