Operation Nachrichtenkontrolle: Palästinensische Journalisten zwischen Beschuss aus Israel und Bedrohung von Hamas

Operation Nachrichtenkontrolle: Palästinensische Journalisten zwischen Beschuss aus Israel und Bedrohung von Hamas

Nach der 22-tägigen israelischen Militäroffensive im Gazastreifen fuhr Reporter ohne Grenzen vor Ort, um die Lage der Pressefreiheit in dieser Konfliktsituation zu untersuchen.

“Im Vergleich zu den hunderten Todesfällen, unter ihnen etliche Zivilisten, die Opfer dieses Kriegs wurden, mag die Liste der Verletzungen der Pressefreiheit mager aussehen. Dennoch: die Nachrichten waren ein weiteres Opfer des Kriegs. Die Schließung des Gazastreifens seitens Israel ist unakzeptabel und verhindert die Pressefreiheit.Gleichzeitig ist die Kontrolle der Medien im Krieg weltweit zu einem militärischen Ziel geworden”, so Reporter ohne Grenzen anlässlich der Veröffentlichung des Berichts über Verletzungen der Pressefreiheit während der israelischen Militäroffensive in Gazastreifen im Januar 2009.

Lesen Sie hier den ganzen Bericht

Auch die Hamas sei verantwortlich für Verletzungen der Pressefreiheit. Journalisten fühlen sich, im Gegenteil zu dem, was die Führungskräfte behaupten, nicht frei, ihre Meinung zu äußern oder islamistische Bewegungen zu kritisieren. Diese Ansicht vertraten die Mehrheit der von Reporter ohne Grenzen befragten Journalisten. Sie alle wollten mit ihrer Aussage jedoch anonym bleiben – aus Angst vor Repressionen. Laut Reporter ohne Grenzen wurden 28 Journalisten von der Hamas wegen ihrer politischen Einstellung seit Juni 2007 verhaftet.


Ende Januar reisten Korrespondenten der Organisation in den Gaza Streifen um Verletzungen gegen die Pressefreiheit währen des Konfliktes zwischen Israel und Gaza zu dokumentieren. Den Untersuchungen zufolge wurden seit Beginn des Kriegs sechs Journalisten getötet, zwei davon während ihrer Arbeit.15 Journalisten wurden verwundet. Mindestens drei Gebäude, in denen sich Medien befanden, wurden von israelischen Waffen zerstört.

Reporter ohne Grenzen fordert eine Untersuchung über die Umstände, unter denen diese Gebäude von der israelischen Armee zerstört wurden und fordert, dass sowohl die Vereinten Nationen als auch NGOs an diesen Untersuchungen beteiligt sein sollten. Die Vereinigten Nationen sollten auch eine Resolution verabschieden, die sich gegen die gewalttätigen Massnahmen ausspricht, die Israel anwendet um Nachrichten zu kontrollieren, nicht zuletzt gegen die Schließung des Gaza Streifens.

Statt dessen sollte dringend fehlende Ausrüstung für Journalisten in den Gaza Streifen geliefert werden. Die für die Berichterstattung notwendige Ausrüstung sollte den selben Stellenwert erlangen wie humanitäre Hilfe.

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