Morddrohung gegen investigative Journalistin aus dem Kosovo

Morddrohung gegen investigative Journalistin aus dem Kosovo

Die kosovarische Journalistin Jeta Xharra, Leiterin des investigativen Fernsehprogramms “Life in Kosovo” im öffentlich-rechtlichen Sender RTK, wird seit Kurzem von anonymen Morddrohungen eingeschüchtert.

Die Drohungen stehen im Zusammenhang mit einer weitreichenden aggressiven Medienkampagne, die seit einigen Tagen gegen die Sendung “Life in Kosovo” gerichtet ist. Auslöser war ein Bericht auf “Life in Kosovo” über die Rolle der kosovarischen Befreiungsarmee UCK während des Kosovo-Kriegs 1998-1999. Die Fernsehcrew wurde während der Dreharbeiten von Gemeindebeamten in Skenderaj (Region Drenica) des Platzes verwiesen.

Begonnen hatte die Schmutzkampagne der Medien gegen die kritische Sendung aber schon seit einem Bericht über Pressefreiheit im Kosovo am 28.Mai. Jeta Xharra beschrieb, wie die Regierung die Medien mittels Werbeeinschaltungen beeinflusste und sich kritischen Journalisten “entledigt”.


Besonders die Boulevardzeitung “Infopress” tut sich als Anführer der Hasskampagne hervor. Sie beschuldigt Xharra, eine serbische Spionin zu sein und fordert das Ende von “Life in Kosovo”. Mehrmals druckte die Zeitung Hassbriefe von Lesern gegen Jeta Xharra. Ein Journalist schrieb ebendort: “Jeta setzt sich der Gefahr eines sehr kurzen Lebens aus”.

Reporter ohne Grenzen ist zutiefst schockiert über das Verhalten von “Infopress”. “Infopress hat die Grenzen von Nachrichten udn Information weit überschritten. Das Verhalten dieser Zeitung ist skandalös und gefährlich”, so Reporter ohne Grenzen.

“Wir rufen die Journalisten des Kosovo dazu auf, eine Lösung für dieses Problem zu finden und damit zu zeigen, dass die journalistische Gemeinschaft in der Lage ist, sich selbst zu helfen und Exzesse zu vermeiden”, so Reporter ohne Grenzen.

Reporter ohne Grenzen fordert auch die kosovarischen Autoritäten auf, die Verfasser der Morddrohungen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Auch die europäischen Institutionen, die im Kosovo stationiert sind, sollten sich für ein positiveres Umfeld für Journalisten einsetzen.

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