Lokale Medien in Osch geschlossen

Lokale Medien in Osch geschlossen

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Schließung der lokalen Fernsehsender Osch TV, Mezon TV, Pyramidy und DDD durch den Bürgermeister der Stadt Osch im Süden Kirgisistans. Wie die Webseite Fergana.akipress.org berichtete, sind alle nationalen Medien aber weiterhin in Betrieb. In Osch kam es am Abend des 10. Juni zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen kirgisischen und usbekischen Jugendlichen.

Nach Augenzeugenberichten zogen mit Stöcken bewaffnete Gruppen durch die Straßen der Stadt und zerstörten Geschäfte und Postfilialen. Zudem gab es Berichte über Schießereien. Osch gilt als Hochburg des ehemaligen kirgisischen Präsidenten Kurmanbek Bakijew, der im April nach Unruhen in zahlreichen Teilen des Landes zurücktrat.

Die neue Regierung hat in Osch einen bis zum 20. Juni befristeten Ausnahmezustand und eine Ausgangssperre verhängt. Sie schickte außerdem Teile der Armee sowie Truppen des Innenministeriums in die Stadt.

Ursache der Ausschreitungen könnten ethnische Konflikte sein. Von den 5,4 Millionen Einwohnern Kirgisistans sind nach Schätzungen rund eine Million usbekischer Herkunft. Am 27. Juni soll ein Referendum über einen neuen Verfassungsentwurf für Kirgisistan abgehalten werden. Im Entwurf findet die usbekische Sprache allerdings keine Erwähnung. 

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