Kongo: Regierungsoffensive gegen kritische Medien

Kongo: Regierungsoffensive gegen kritische Medien

arton48902-e806bDie Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat seit Beginn des Jahres bereits drei Schließungen von Rundfunk- und Fernsehanstalten angeordnet. Betroffen von der Schikane gegen Medien ist vor allem die Provinz Haut-Katanga und in ihr die strategisch wichtige Stadt Lubumbashi im Südosten des Landes. Zuletzt musste am 11. März der Radio- und Fernsehsender La Voix du Katanga schließen. Als Grund gab ein Offizier der Provinz Haut-Katanga gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP an, der Sender habe keine Gebühren bezahlt und hätte auch keine Sendelizenz. Dies bestreitet wiederum der Sender La Voix du Katanga.

Reporter ohne Grenzen sieht, wie auch die Verantwortlichen des Senders, eine politische Motivation in der angeordneten Schließung. Der Besitzer des Senders, Gabriel Kyungu wa Kumwanza, ist einer der Anführer der Bewegung G7, die sich als Oppositionsbewegung zum amtierenden Präsidenten Joseph Kabila sieht und dessen dritte Amtszeit verhindern will.

„Bereits zum dritten Mal in den letzten sechs Wochen ist ein Sender in der Provinz Katanga geschlossen worden, weil er nicht die Linie der Regierung vertritt“, so Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich.“Die Regierung scheint es zur Methode zu machen, kritische Sender in der strategisch wichtigen und wohlhabenden Stadt Lubumbashi zu schließen, um kritische Stimmen auszuschalten und die Wähler bei Laune zu halten“, so Möhring weiter. ROG fordert die Regierung auf, Beweise für die Anschuldigungen gegen die betreffenden Sender zu bringen oder diese wieder zu öffnen.

Am 1. Februar berichtete Reporter ohne Grenzen über die Schließung der beiden oppositionellen Sender des Besitzers Moise Katumbi, der frühere Präsident der Region Katumbi.

Die Demokratische Republik Kongo steht auf Platz 150 von 180 Ländern auf der Weltrangliste von Reporter ohne Grenzen.

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